2026-04-29T13:32:52.058Z

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"Ein Finale spielt man nicht – man genießt es und gewinnt es"

FuPa stellt Pokalsieger vor: Die SV Winnenden gewinnt das Finale des Frauen-Bezirkspokals Rems/Murr/Hall nach Verlängerungs-Drama in Steinach gegen die SG Schorndorf

von red · Gestern, 21:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Jens Körner

Die SV Winnenden hat sich in einem kräftezehrenden Endspiel des Frauen-Bezirkspokal Rems/Murr/Hall in Steinach den Pokal gesichert. In einer Partie, die über die volle Distanz von 120 Minuten ging, bezwang die Mannschaft die SG Schorndorf mit 3:2. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand bewies das Team von Trainer Luigi Marcantonio moralische Standfestigkeit und feierte dank der zweifachen Torschützin Emily Mayerlen einen Erfolg.

Ein hart umkämpfter Weg zum Titelglück

Das Finale auf dem Sportgelände in Steinach verlangte beiden Teams bei hohen Temperaturen und auf einem anspruchsvollen Spielfeld alles ab. Die SV Winnenden erwischte den besseren Start, als Carolin Franzki in der 26. Minute zur 0:1-Führung traf. Doch die SG Schorndorf kam entschlossen aus der Kabine: Larissa Tihanyi (48.) und Laura Rotärmel (56.) drehten die Begegnung innerhalb weniger Minuten zum 2:1. Für Trainer Luigi Marcantonio, der das Team erst kurz vor dem Halbfinale übernommen hatte, war die enge Kiste keine Überraschung. Er sagt gegenüber FuPa: „Uns war bewusst, dass uns dort eine sehr schwere und enge Partie erwarten würde. Aber wenn man in einem Finale steht und nicht an den Sieg glaubt, braucht man eigentlich nicht anzutreten. Ein Finale spielt man nicht – man genießt es und gewinnt es.“

Der unerschütterliche Glaube als Schlüssel

In der 66. Minute schlug die Stunde von Emily Mayerlen, die mit dem Ausgleich zum 2:2 die Weichen für die Verlängerung stellte. Winnenden wirkte in dieser Phase entschlossener. „Der unerschütterliche Glaube meiner Mannschaft und meines Co-Trainers Matteo Marcantonio war aus meiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Spätestens ab der 66. Minute, als Emily Mayerlen den Ausgleich erzielte, wollten wir den Sieg einfach mehr als Schorndorf – und das war auf dem Platz deutlich zu sehen“, analysierte der Coach. Die Mannschaft habe keinen Ball verloren gegeben und sei in jeder defensiven Aktion präsent gewesen. In der 102. Minute war es erneut Emily Mayerlen, die mit ihrem Treffer zum 3:2 für die endgültige Entscheidung sorgte.

Physische Stärke und mentale Reife

Trotz der enormen Belastung über 120 Minuten blieb die SV Winnenden fokussiert. Laut Luigi Marcantonio gaben die physischen und mentalen Komponenten den Ausschlag: „Die Platzgröße, die hohen Temperaturen und die Tatsache, über 120 Minuten Vollgas gehen zu müssen, machten dieses Spiel zu einer enormen Herausforderung. Dieser waren wir am Ende des Tages etwas besser gewachsen.“ Auch in der regulären Spielzeit habe man bereits mehrere Möglichkeiten gehabt, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Am Ende sei man „sowohl körperlich als auch – und vor allem – mental die stärkere Mannschaft“ gewesen. Ein besonderes Lob sprach der Trainer den Fans und den Einlaufkinder der SV Winnenden aus, welche die Mannschaft lautstark unterstützt hatten.

Ein besonderer Moment in einer turbulenten Saison

Für den Verein hat dieser Pokalsieg nach einer wechselhaften Spielzeit eine hohe symbolische Kraft. „In dieser turbulenten Saison wird der Pokal definitiv einen besonderen Platz einnehmen. Die erneute Umstellung auf ein neues Trainerteam mit anderen Herangehensweisen und Spielphilosophien sowie die Startschwierigkeiten zu Beginn der Rückrunde haben unserer Mannschaft enorm viel abverlangt“, reflektierte der Trainer. Dass die Spielerinnen nie aufgaben und „Training für Training, Spiel für Spiel“ alles gaben, erfülle die Verantwortlichen mit Stolz. Dieser Erfolg sei nun ein „absoluter Startschuss“ für den restlichen Saisonverlauf.

Fokus auf den Ligaalltag trotz Titeljubel

Obwohl die Freude über den Triumph in Steinach groß war, bleibt für ausgiebige Feierlichkeiten vorerst nur wenig Raum. „Natürlich haben wir uns sehr über den Sieg gefreut und diesen auch gefeiert. Allerdings steht für uns bereits am morgigen Sonntag das nächste wichtige Ligaspiel an“, betont der Trainer der SV Winnenden. Entsprechend bleibe aktuell kaum Zeit, den Erfolg vollends zu realisieren. Doch der Coach versprach: „Das wollen und werden wir aber am Ende der Saison selbstverständlich gebührend nachholen.“ Für die Zuschauer war es bis zur letzten Sekunde spannend und unterhaltsam – für Winnenden war es der Lohn für unbändigen Willen und Zusammenhalt.