
Der letzte Schritt fehlt noch: Nach einer insgesamt soliden Saison in der Regionalliga Südwest wollen die Fußballerinnen des TuS Issel am Samstag den Rheinlandpokal gewinnen. Im Finale trifft das Team von Trainer Dusko Radic ab 18 Uhr in Andernach auf Titelverteidiger 1. FFC Montabaur – und hat dabei noch eine Rechnung offen.
In der Abschlusstabelle der Regionalliga trennten beide Mannschaften lediglich zwei Punkte. Montabaur belegte Rang sechs, Issel folgte unmittelbar dahinter. Die direkten Duelle verliefen allerdings beide zugunsten der Westerwälderinnen. Das Hinspiel verlor der TuS trotz einer ordentlichen Leistung mit 2:3, im Rückspiel setzte es sogar eine deutliche 1:5-Niederlage.
Trotz dieser Erfahrungen geht Issel mit großem Respekt, aber keineswegs ohne Selbstvertrauen in das Endspiel. „Wir haben insgesamt eine super Saison gespielt“, sagt Radic. Der Trainer verweist dabei vor allem auf die Entwicklung seiner Mannschaft. Zahlreiche junge Spielerinnen seien an die Regionalliga herangeführt worden. „Es ist uns gelungen, diese Spielerinnen zu integrieren. Einige von ihnen sind sogar noch für die B-Jugend spielberechtigt.“ Auch die externen Neuzugänge hätten sich „hervorragend eingefügt und seien schnell zu einem wichtigen Teil der Mannschaft geworden“.
Dabei verlief die zurückliegende Spielzeit keineswegs reibungslos. Einige erfahrene Spielerinnen fielen länger verletzt aus. „Wenn die eine oder andere Sache – insbesondere die Verletzungen – etwas anders gelaufen wäre, hätten wir sicherlich noch fünf bis zehn Punkte mehr holen können“, ist Radic überzeugt. Dennoch sicherte sich der TuS frühzeitig den Klassenverbleib, sammelte mehr Punkte als in der Vorsaison und stellte auch offensiv eine bessere Bilanz auf. „Viele Spielerinnen haben sich hervorragend entwickelt und sich für höhere Aufgaben empfohlen“, betont der Coach.
Im Finale soll diese Entwicklung nun gekrönt werden. Dass Montabaur in den bisherigen Saisonduellen die Oberhand behielt, hat der TuS dabei nicht ausgeblendet. „In den beiden Spielen gegen Montabaur haben wir nicht gut ausgesehen“, räumt Radic ein. Deshalb habe die Mannschaft im Training gezielt daran gearbeitet, die Stärken des Gegners zu neutralisieren und die eigenen Qualitäten noch besser zur Geltung zu bringen.
Vor allem spielerisch sieht der Trainer Vorteile aufseiten seines Teams. „Ich bin überzeugt davon, dass wir die spielstärkere Mannschaft sind“, sagt Radic. Entscheidend werde sein, dem Gegner nicht sein bevorzugtes Mittel zu erlauben. „Montabaur spielt sehr häufig mit langen Bällen auf ihre Stürmerin. Das müssen wir unterbinden und dem Spiel unseren eigenen Stempel aufdrücken.“
Eine zusätzliche Herausforderung stellt der Untergrund dar. Während Issel seine Heimspiele und Trainingseinheiten überwiegend auf Kunstrasen absolviert, findet das Finale in Andernach auf Naturrasen statt. „Das könnte durchaus ein leichter Vorteil für Montabaur sein“, meint Radic. Deshalb habe sich die Mannschaft bewusst auch auf diese Bedingungen vorbereitet. Personell gibt es vorsichtige Entwarnung. Zwar waren zuletzt Anne Blesius, Maja Zimmer und Lea Scherer angeschlagen, doch bis zum Finale hofft der Trainer, aus dem Vollen schöpfen zu können.
Für Radic ist das Endspiel auch eine emotionale Angelegenheit. Nach der Saison wird sich der Coach vom TuS verabschieden. Einen schöneren Abschluss als mit dem Pokal kann er sich kaum vorstellen: „Ich habe der Mannschaft versprochen, mich mit dem Pokal zu verabschieden. Dieses Versprechen möchte ich halten.“ Die Vorfreude innerhalb der Mannschaft sei jedenfalls riesig. „Wir haben uns in die Augen geschaut und uns versprochen, am Samstag das Maximum herauszuholen und füreinander alles zu geben.“
Nach dem Pokalsieg 2024 und dem Halbfinal-Aus im vergangenen Jahr gegen Bad Neuenahr soll die begehrte Trophäe nun wieder den Weg zurück nach Issel finden. Dafür braucht es in Andernach allerdings wohl die beste Saisonleistung – und die Unterstützung zahlreicher Anhänger.
Der TuS hat eigens einen großen Fanbus (Interessierte Anhänger können sich mit Abteilungsleiter Josef Regneri in Verbindung setzen, Telefon: 0178/ 872 4055) organisiert, damit die Mannschaft die nötige Rückendeckung erhält. Beste Voraussetzungen also für einen besonderen Fußballabend – und vielleicht den perfekten Abschied für Trainer Dusko Radic. Wer seine Nachfolge antreten wird, steht bislang noch nicht fest.
INFO I
Einen Tag nach den Frauen wollen auch die B-Juniorinnen des TuS Issel den Pokal in die Höhe recken – und damit ihren Titel verteidigen. Im vergangenen Jahr setzte sich der Nachwuchs mit 2:0 gegen die SG 99 Andernach durch und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. Zur Neuauflage kommt es diesmal allerdings nicht: Die Bäckermädchen scheiterten im Halbfinale am SC 13 Bad Neuenahr, der nun am Sonntag (16.30 Uhr) in Andernach der Finalgegner ist. Die Voraussetzungen versprechen ein Duell auf Augenhöhe. In der Regionalliga trennten beide Teams lediglich zwei Punkte – Bad Neuenahr wurde Vierter, Issel Fünfter. Das Rückspiel gewann der TuS deutlich mit 4:1, in der Hinserie trennten sich beide Mannschaften 4:4. „Wir sehen keine klare Favoritenrolle auf einer Seite“, sagen Lea Ehlenz und Louis Kaufmann aus dem Trainergespann und ergänzen: „In der Liga hat man gesehen, dass beide Mannschaften auf ähnlichem Niveau unterwegs sind. Wenn es uns gelingt, unsere Qualität und unser Tempo auf den Platz zu bringen, können wir unsere Stärken ausspielen.“ Personell kann Issel nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Norah Graf fällt aufgrund einer Fußverletzung aus, zudem steht Nele Wirtz weiterhin nicht zur Verfügung.
INFO II
Weitere Mannschaften aus der Region kämpfen am Wochenende in Andernach um den Rheinlandpokal. Bei den D7er-Juniorinnen sind am Samstag ab 12.30 Uhr die MSG Trier/Obermosel sowie der SV Eintracht 66 Dörbach vertreten. Bei den B9er-Juniorinnen gehen parallel der SV Sirzenich und der FC Vulkaneifel Manderscheid an den Start.
Am Sonntag ab 11 Uhr greifen unter anderem die DJK St. Matthias Trier und der FC Vulkaneifel Manderscheid bei den E7er-Juniorinnen ins Geschehen ein. Bei den C9er-Juniorinnen sind neben St. Matthias auch die Spielerinnen der MSG Hetzerath vertreten.