
Ein Dorfduell zwischen Chaos, Klasse und Kaltblütigkeit
Es war alles angerichtet für ein Sonntagsnachmittagsdrama im Emsland: Wippingen gegen Hüven, zwei Teams, die sich kennen wie die Dorfstraße ihre Schlaglöcher. Der Liveticker-Mann Jan Sandmann war nach „einwöchiger Abstinenz“ wieder im Einsatz und der wurde direkt mit einem Spiel belohnt, das so viel bot, dass man am Ende gar nicht wusste, ob man klatschen oder den Kopf schütteln sollte.
Schon nach sechs Minuten zappelte der Ball im Netz. Tim Bunten, Hüvens Torjäger mit Pendel zwischen Chaos und Genie, staubte zum 0:1 ab. Wippingen aber ließ sich nicht lange bitten: Luca Düttmann glich in der 13. Minute aus, nach sehenswerter Vorarbeit von Daniel Bohse. „Viel zu einfach“, notierte der Ticker, und man ahnte: Das wird heute kein taktisches Schachspiel.
Dann kam Hüvens großer Moment und Wippingens Torwart Justus Wecke. Tobias Dörtelmann trat zum Elfmeter an (24.), zielte stramm, aber Wecke fischte das Ding raus. "Stramm unten links geschossen, umso besser gehalten", man hörte den Stolz durch Jans Zeilen tropfen.
Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel: Wippingen „viel besser aus der Pause gekommen“, schrieb Sandmann und doch traf Hüven. Dreimal. Erst Bunten mit dem 1:2 (52.), dann Julian Ostermann nach mustergültigem Konter (58.), und schließlich Bunten erneut per Kopf zum 1:4 (65.), der Hattrick war perfekt.
Wippingen gab sich nicht auf. Daniel Bohse verkürzte auf 2:4 (69.), und als Henrik Brinkmann in der Nachspielzeit den Ball ins eigene Netz grätschte (90.+5), wurde’s nochmal wild. "Tobi geht frei aufs Tor zu und wird von der Nr. 2 einfach nur umgetreten. Gibt einfach gar nichts. Krank.", ein Satz, der zeigt: Emotionen kochten nicht nur auf dem Platz.
Am Ende blieb’s beim 3:4. Hüven nahm die drei Punkte mit, Wippingen den Applaus für eine kämpferische zweite Hälfte und Jan Sandmann die Erkenntnis: Im Emsland ist der Fußball nie schön, aber immer erzählenswert.
Fazit (frei nach Jan):
Wippingen in Halbzeit eins deutlich besser, Hüven in Halbzeit zwei. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen, aber die wichtigen drei Punkte nimmt Hüven mit. Und Jan? Der darf nächste Woche wieder ran. Hoffentlich mit weniger Puls.
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Zwischen Deich und Dusel: Ein 1:1 zum Verlieben

Wenn der Aufstiegskandidat aus Emsbüren am Deich vorbeischaut, sind die Rollen eigentlich verteilt, dachte man zumindest. Doch der SV Ems Jemgum hatte andere Pläne: weniger Glanz, mehr Grasflecken.
Emsbüren begann, wie man’s von einem Spitzenteam erwartet, mit Druck, Tempo und einem Schuss Präzision. Lotta Spies traf in der 20. Minute aus 20 Metern ins lange Eck, so schön, dass selbst der Wind überm Dollart kurz inne hielt. Danach spielte fast nur noch Concordia, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Latte, Keeperin, Dusel - Jemgum hatte von allem ein bisschen.
Und dann kam die 68. Minute, die Sorte Szene, bei der selbst der Schiri kurz durchschnauft. Eine Hereingabe, ein unglücklicher Kontakt, ein Handelfmeter. Nele Geyken nahm Maß, traf - 1:1. Der Jubel auf Jemgumer Seite klang, als sei gerade die Champions League erreicht.
Danach war’s ein Abnutzungskampf: Emsbüren drückte, Jemgum kämpfte, und Keeperin Tjalda Sangen fischte, was zu fischen war. Am Ende stand ein Punkt, für die einen ärgerlich, für die anderen fast historisch.
Emsbüren fährt mit einem Kopfschütteln nach Hause, Jemgum mit einem Grinsen. Fußball kann eben auch auf tiefem Rasen Spaß machen.