
Der SV Siemerode gehört in der Rückrunde der Landesklasse 2 zu den Mannschaften der Stunde. Nach einer eher wechselhaften Hinserie hat sich das Team von Trainer Michael Wedekind-Weisenborn stabilisiert und sammelte starke 22 Punkte aus elf Spielen. Vor dem Derby gegen Wüstheuterode ist die Stimmung entsprechend gut – auch wenn der Coach trotz der positiven Entwicklung noch Luft nach oben sieht.
Dass Siemerode im Frühjahr deutlich konstanter auftritt, hat aus Sicht des Trainers mehrere Gründe. Vor allem die Winterpause habe dem Team gutgetan. „Wir konnten uns in der Winterpause qualitativ gut verstärken, ich denke das macht schon mal viel aus! Das Team wächst aktuell auch immer weiter zusammen“, erklärt Wedekind-Weisenborn. Dennoch sieht der Coach die jüngsten Ergebnisse nicht ausschließlich durch die rosarote Brille. Gerade in einigen engen Partien habe seine Mannschaft unnötig Punkte liegen lassen. „Ganz zufrieden sind wir mit dem aktuellen Abschneiden aber auch nicht, da wir in dem ein oder anderen Spiel auch Punkte liegen gelassen haben.“ Trotzdem ist unverkennbar, dass sich der SVS in den vergangenen Wochen zu einem unangenehmen Gegner entwickelt hat – defensiv stabiler, offensiv zielstrebiger und mit deutlich mehr Selbstvertrauen als noch in der Hinrunde.
Rund um den möglichen vierten Tabellenplatz wurde zuletzt immer wieder spekuliert, da dieser womöglich noch eine besondere Bedeutung bekommen könnte. Mit einem Derby-Sieg könnte Siemerode den Abstand weiter verkürzen. Doch beim Trainer spielt die Rechnerei aktuell keine große Rolle. „Puh, ehrlich gesagt haben wir uns damit nicht beschäftigt, im Falle des Erreichens vom 4. Platz müsste man mit dem Verein sprechen, was dieser möchte.“ Stattdessen richtet der Coach den Fokus bewusst auf die verbleibenden Spiele – und auf die maximale Punktausbeute. „Fakt ist, dass wir die letzten Spiele allesamt gewinnen möchten. Wo wir dann am Ende wirklich rauskommen, werden wir sehen.“ Damit bleibt der SV Siemerode zwar bodenständig, sendet aber gleichzeitig ein klares Signal: Die Mannschaft will ihre starke Form bis zum Saisonende konservieren.
Mit Wüstheuterode wartet am Wochenende allerdings eine echte Herausforderung. Für Wedekind-Weisenborn zählt der Gegner weiterhin zu den stärksten Mannschaften der Liga „Wüstheuterode ist eine gefestigte Truppe, die über den Zusammenhalt kommt und auch über ein paar super Einzelspieler verfügt. Sie gehören zu den Top-Teams der Liga.“ Entsprechend erwartet den SVS ein intensives Derby, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag geben könnten. Der Siemeröder Trainer fordert deshalb erneut die Tugenden ein, die seine Mannschaft in der Rückrunde stark gemacht haben. „Wir müssen einfach an unsere guten Leistungen der Rückrunde anknüpfen, dann wird es zumindest schwer uns zu schlagen!“ Die Vorfreude innerhalb der Mannschaft sei jedenfalls groß. Jeder wisse um die Bedeutung des Spiels. „Die Jungs sind alle motiviert und wir werden uns bestmöglich auf den Gegner vorbereiten und versuchen unsere Aufgaben zu erfüllen.“ Und zum Abschluss liefert der Coach noch die passende Derby-Ansage: „Ein Derby spielt man nicht, man gewinnt es!“