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„Ein besonderes Spiel mit vielen Geschichten“

FC Emmendingen landet 6:1-Kantersieg +++ Viele Teams drehen Rückstände zu Erfolgen

von Jürg Schmidt (BZ) · 09.12.2024, 18:00 Uhr · 0 Leser
In einer intensiven Partie gegen den TV Köndringen konnte der FC Freiburg-St. Georgen einen 0:2- bzw. 1:3-Rückstand egalisieren und am Ende sogar einen 4:3-Heimsieg feiern.
In einer intensiven Partie gegen den TV Köndringen konnte der FC Freiburg-St. Georgen einen 0:2- bzw. 1:3-Rückstand egalisieren und am Ende sogar einen 4:3-Heimsieg feiern. – Foto: Matthias Wolpert

Der 6:1-Erfolg des FC Emmendingen in Reute bedarf der Nachbereitung, zumal die Gastgeber – anders als es das Resultat vermuten lässt – alles andere als eine desolate Leistung präsentierten. Auffallend am letzten Bezirksliga-Spieltag des Jahres 2024 war, dass nicht nur Emmendingen, sondern vier weitere Mannschaften nach Rückständen noch Siege feierten: Freiburg-St. Georgen, Denzlingen II, die Simonswälder und auch „Herbstmeister“ Waltershofen.

Marius Kasten: „Reute war keine fünf Tore schlechter“

„Das war kein typisches 6:1-Spiel“, betonte Marius Kasten, der Trainer des FC Emmendingen, nachdem seine Mannschaft dieses Resultat im Waldeckstadion Reute erzielt hatte. Er führte aus: „Reute hatte mehrere Alutreffer und war keine fünf Tore schlechter.“ In der Tat waren die Gastgeber nach einem Eckball sogar früh in Führung gegangen (14.). Haider Dirani konnte mit einem „wunderschönen Schuss“ egalisieren (23.), Luka Mrkonjic erzielte fünf Minuten darauf das 2:1 für den FCE. Was folgte, beschrieb Kasten als „ein besonderes Spiel mit vielen Geschichten“. Etwa die vom Ex-Reutemer Nicolai Bührer, der mit einem Sonntagsschuss in den Winkel zum 3:1 traf. Nachdem Torjäger Marko Radovanovic zum 4:1-Pausenstand erhöht hatte, folgte in der 55. Minute die Geschichte von Benjo Leber, dem in Reute wohnenden Jungspund, der in seinem zweiten Spiel bei den Aktiven sein erstes Bezirksliga-Tor erzielte. Kevin Rombach sorgte fünf Minuten nach seiner Einwechslung für den 6:1-Endstand. „Mit der Vorrunde sind wir insgesamt natürlich nicht zufrieden“, sagte Kasten. „Die drei verlorenen Aufstiegsrelegationen haben sich in den Köpfen festgesetzt. Nun hinken wir den eigenen Ansprüchen hinterher. Aber nun verabschieden wir uns erstmal mit zwei Siegen – darunter diesem Derbysieg – in die Winterpause.“

Roberto Palermo: „Fußballgott sorgt für versöhnlichen Abschluss“

Der FC Freiburg-St. Georgen gewann das Heimspiel gegen Köndringen nach 0:2- und 1:3-Rückständen mit 4:3. „Wir waren von Anfang an dominant“, erklärte Trainer Roberto Palermo. „In den ersten zehn Minuten spielten sich ‚Balla‘ (Balduin Labusch) und Matti (Roth) in die Box durch, haben aber den Abschluss verpasst. Nach einem Einwurf kassieren wir das 0:1 und haben zwei Minuten später Pech mit einem Pfostenschuss von Yanik (Roth).“ Kurz darauf mussten die Freiburger das 0:2 durch Karsten Kranzer hinnehmen; der TVK-Spielertrainer versenkte einen Eckball direkt im Tor. „Kategorie Sonntagsschuss – den macht er in der Saison nicht nochmal“, kommentierte Palermo. Nach einem Freistoß erzielte Matti Roth den 1:2-Pausenstand. In der zweiten Halbzeit schlossen die Gäste einen Konter mit dem 1:3 ab, aber die Heimelf ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. „Ich möchte den Charakter der Mannschaft herausstellen, die Ruhe bewahrt und sich an den Matchplan gehalten hat“, sagte Palermo. Labusch sorgte per Doppelschlag für den 3:3-Ausgleich, ehe Samuel Faßbender nach einem langen Ball in die Spitze das Siegtor erzielte. Palermo sprach von einem verdienten Resultat und davon, dass „der Fußballgott diesmal mitgespielt und für einen versöhnlichen Jahresabschluss gesorgt“ habe.

FCD-II-Keeper Jund hält den Sieg fest

Der FC Denzlingen II setzte sich im Aufsteigerduell gegen Oberried mit 3:2 durch. Trainer Tobias Müller hatte ein „ausgeglichenes, gutes Bezirksligaspiel“ gesehen. Die Dreisamtäler waren im ersten Durchgang zweimal nach Eckstößen in Führung gegangen, die Heimelf hatte zweimal ausgeglichen. „Wir sind bissig aus der Kabine gekommen“, kommentierte Müller den raschen 3:2-Siegtreffer (47.). „Danach waren wir am Drücker, haben aber viele Chancen vergeben und die Entscheidung verpasst. In den letzten zehn, fünfzehn Minuten gab es noch viele Oberrieder Standards.“ Dabei konnte sich FCD-Torwart Dustin Jund auszeichnen, der mit einer herrlichen Flugeinlage einen Schuss aus dem Winkel fischte und somit das 3:3 verhinderte.

Rot-Weiss Glottertal „voll auf Kurs“

Der SV Rot-Weiss Glottertal ging im Heimspiel gegen Freiamt-Ottoschwanden durch Mike Maier früh in Führung, ließ aber weitere Gelegenheiten ungenutzt. Nach der Pause baute die SG Druck auf, aber die Glottertäler hielten dem stand und konterten sich zum 2:0; Maurice Schipper leistete die Vorarbeit zu Patrick Jurzinskis Treffer. Die Gäste stellten aber nur drei Minuten später durch ihren Torjäger Marian Haas den Anschluss her. Kurz vor Schluss setzte Glottertal den Deckel drauf. Wolfgang Meder bediente Schipper, der zum 3:1-Endstand einschob. „Wir sind sehr gut in die Saison gestartet, hatten dann aber eine Delle mit fünf Niederlagen am Stück, konnten nun aber mit zwei Siegen den Abstand auf die hinteren Plätze vergrößern“, ließ RW-Trainer Tobias Göbel die bisherige Runde Revue passieren. „Mit 21 Punkten sind wir voll auf Kurs.“

„Herbstmeister“ Waltershofen hat keine Angst vor der 13

Keine Angst vor der 13: „Herbstmeister“ SV Blau-Weiß Waltershofen feierte mit dem 3:2 über Bad Krozingen den 13. Saisonsieg. Zunächst waren die Tuniberger durch einen umstrittenen Foulelfmeter in Rückstand geraten, verloren darüber aber nicht den Kopf. „Unsere mentale Stärke begleitet uns schon die ganze Saison“, erklärte Trainer Giuseppe Paletta. Raul Sick erzielte den Ausgleich (42.), und noch vor dem Pausenpfiff legte Carlo Rösler per Freistoß das 2:1 nach. Aber auch der FC Bad Krozingen kann Freistöße: In der 60. Minute nutzten die Kurstädter einen Standard zum 2:2. „Danach war es ein Spiel auf ein Tor“, meinte Paletta. „Aber wir haben viel liegenlassen.“ Erst in der 90. Minute leitete David Stählin mit einem cleveren Zuspiel das 3:2 ein. Torschütze war Niklas Müller, der „nach vielen langwierigen Verletzungen zurückgekommen ist und nun spielentscheidend war“ (Paletta).

Simonswald/Obersimonswald holt einen „Arbeitssieg“

Die SG Simonswald/Obersimonswald kehrte mit einem 2:1-Erfolg aus Wittnau zurück. „Es war ein offener Schlagabtausch auf dem kleinen Kunstrasen, aber ohne viele Torraumszenen“, berichtete SG-Trainer Jörg Klausmann. Au-Wittnau nutzte eine Fehlerkette der Gäste zur Führung. „Wir haben weiter an den Sieg geglaubt, aber etwas glücklich den Ausgleich erzielt – der hatte sich zu dem Zeitpunkt nicht angedeutet“, sagte Klausmann. „Am Ende haben wir den größeren Siegeswillen gezeigt. Ein Remis wäre gerecht gewesen, aber wir sind glücklich, auch mal ein Spiel mit einem Arbeitssieg zu gewinnen.“