
Es sind diese torlosen Spiele, die auf dem Papier unscheinbar wirken – und doch alles andere als langweilig sind. Das 0:0 zwischen Concordia Emsbüren und dem SV Bad Bentheim am 27. Spieltag gehörte zweifellos in diese Kategorie. „Es hört sich bei einem 0:0 komisch an, aber das war ein super interessantes Spiel!“, sagte Emsbürens Trainer Simon Thiering – und traf damit den Kern einer Partie, die von Taktik, Intensität und zwei unterschiedlichen Halbzeiten lebte.
Die erste Halbzeit gehörte den Gästen. Bad Bentheim agierte strukturiert, präsent und vor allem taktisch diszipliniert. „Bentheim gehörte die erste Halbzeit: Sie waren uns taktisch, vor allem in den ersten 25 bis 30 Minuten, überlegen“, analysierte Thiering offen.
In dieser Phase musste sich Concordia strecken – und konnte sich bei seinem Schlussmann bedanken. „Bis dahin hatte Bentheim aber schon zwei bis drei sehr gute Möglichkeiten, die Paul Zwartjes gut pariert oder aber Bentheim ungewohnt nachlässig vergibt.“ Zwartjes hielt seine Mannschaft im Spiel, während Bentheim die bessere Ordnung und Zugriff in den Zweikämpfen zeigte.
Mit zunehmender Spieldauer fand Emsbüren jedoch Antworten. „Mit zunehmender Spielzeit konnten wir uns darauf einstellen und die Kontrolle in der zweiten Halbzeit dann vollständig übernehmen“, so Thiering.
Nach dem Seitenwechsel verschob sich das Kräfteverhältnis deutlich. Concordia erhöhte das Tempo, spielte zielstrebiger und fand immer wieder Räume hinter der gegnerischen Abwehrkette. „Die zweite Halbzeit gehörte dann uns. Wir kamen durch schnelles Spiel immer wieder hinter die Kette und hatten einige gute bis sehr gute Möglichkeiten.“
Doch was auf der einen Seite in Durchgang eins fehlte, setzte sich auf der anderen fort: die Effizienz. „Es war aber kein Nachmittag der Torjäger“, stellte Thiering fest. Weder Kepplin und Roggmann bei den Gästen noch Wulkotte, Lohaus oder Seltier auf Emsbürener Seite brachten ihre Qualität auf die Anzeigetafel.
In der Schlussphase blieb es hochspannend. Concordia drückte, erspielte sich „noch zwei bis drei hochkarätige Chancen“, doch der Ball wollte nicht über die Linie. Und auch auf der Gegenseite hätte das Spiel kippen können: „Auch Roggmann scheitert kurz vor Schluss an unserem starken Keeper.“
So blieb es bei einem torlosen Remis, das vor allem durch seine Intensität und taktische Qualität lebte. „Dennoch blieb das Spiel spannend, intensiv und auch taktisch herausfordernd. Vor allem für unsere junge Aufstiegsmannschaft gegen die abgezockten und sehr erfahrenen Bentheimer. Dafür möchte ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen!“, betonte Thiering.
Für Concordia ist das 0:0 mehr als nur ein Punkt. „Fazit: Wir sind weiterhin ungeschlagen, seit längerer Zeit mal wieder ohne Gegentor. Personell weiterhin gebeutelt, trotzdem mit großer Vorfreude auf das Spiel in Lohne am nächsten Wochenende!“
Ein torloses Remis also, das in seiner Substanz deutlich mehr hergab, als es das Ergebnis vermuten lässt – und das beiden Mannschaften bestätigte, wie eng die Kräfteverhältnisse in dieser Liga sind.