
Trotz elf fehlender Spieler holte der TSV Jetzendorf einen Punkt. Trainer Markus Pöllner musste sogar selbst auf dem Platz ran.
Kempten – Mit einer Energieleistung hat sich der TSV Jetzendorf einen Punkt gesichert: Beim formstarken FC Kempten verdiente sich die Elf von Trainer Markus Pöllner ein 1:1-Remis – trotz langer Ausfallliste und mit einer Überraschung in der Startaufstellung.
Das große Thema auf Jetzendorfer Seite war die angespannte Personalsituation. Zu den Langzeitverletzten kamen weitere Ausfälle. Insgesamt fehlte eine komplette Elf. Auf der Bank saßen zudem drei angeschlagene Spieler. Und so war Pöllner gezwungen, sich selbst aufzustellen. Erstmals seit dreieinhalb Jahren erlebte der 27-Jährige damit den Start einer Landesliga-Partie nicht an der Seitenlinie, sondern auf dem Platz. Den Fehlstart seiner Elf konnte der ehemalige Regionalligaspieler allerdings nicht verhindern.
Kempten fand besser in die Partie. Die nach der Winterpause noch ungeschlagenen Allgäuer (14 Punkte in sechs Spielen) nahmen den Schwung mit und legten in der zehnten Minute sehenswert vor: Jeremy Holzer zog am Strafraumeck ab und schlenzte in Richtung zweiter Pfosten. Von der Unterkante der Latte schlug der Ball im Netz ein. TSV-Keeper Jeremy Manhard war chancenlos. Jetzendorf zeigte allerdings eine starke Reaktion. „Klar, das war ein Rückschlag. Wir haben aber nicht aufgegeben“, so Pöllner.
Seine Mannschaft steigerte sich und kam kurz vor der Pause dem Ausgleich immer näher. Felix Heckmeier hatte die erste gute Gelegenheit, wurde aber im letzten Moment geblockt. Wenig später kam Stefan Stöckl frei zum Kopfball, doch FCK-Schlussmann Zeynel Anil verhinderte per Glanzparade den Ausgleich. Nach der folgenden Ecke traf Ben Geuenich zum Ausgleich – doch der Schiedsrichter sah ein Foul an Kemptens Torhüter. Auf der anderen Seite vergaben die Gastgeber kurz vor dem Pausenpfiff eine weitere Möglichkeit auf den zweiten Treffer.
In der Pause richteten Pöllner und der aktuell verletzte Co-Trainer Wlad Beiz ihr Team neu aus. Die Anpassungen fruchteten. Jetzendorf bestimmte eine Viertelstunde lang das Tempo, doch Kempten überstand die Drangperiode der Gäste schadlos. Der Druck ebbte daraufhin etwas ab, Jetzendorf investierte aber weiterhin viel. „Wir haben an uns geglaubt“, lobte Pöllner seine Spieler.
„Wir haben an uns geglaubt.“
(Spieler)-Trainer Markus Pöllner
Dafür wurden die Gäste in der 83. Minute belohnt: Nach einer Freistoßflanke von Benedikt Holzmeier machte Tim Greifenegger den Ball scharf. Am zweiten Pfosten setzten die einschussbereiten Bryan Beyreuther und Sascha Beiz den FCK-Verteidiger Marian Halder unter Druck, der den Ball ins eigene Netz beförderte. – der 1:1-Ausgleich und zugleich der Endstand.
„Das war ein verdientes Ergebnis. Die Jungs haben einen super Einsatz und eine super Moral gezeigt“, freute sich Pöllner, der den Punkt als „noch sehr wichtig im Kampf gegen den Abstieg“ einstufte.