
Die Löwen-Reserve hat einen guten Saisonstart erwischt. Ab sofort muss Neu-Coach Hirschnagl jedoch auf seinen Top-Torjäger Anian Brönauer verzichten.
München - Die Reserve des TSV 1860 München konnte am vergangenen Mittwoch den nächsten Dreier gegen den FC Ismaning feiern und bleibt so auch im dritten Spiel der noch jungen Bayernliga-Saison ungeschlagen. Getrübt wird dieser Erfolg von der schweren Knieverletzung von Top-Torjäger Anian Brönauer.
Kurz vor dem Seitenwechsel sprang dem 22-jährigen offensiven Mittelfeldspieler die Kniescheibe raus. Zuvor hatte Brönauer die Junglöwen bereits in Führung geschossen. In der laufenden Spielzeit führt der Kapitän der Löwen-Reserve die Torschützenliste der Bayernliga Süd mit vier Treffern in drei Spielen sogar an. Trainer Felix Hirschnagl ist bedient: „Das tut richtig weh. Er ist auf und neben dem Feld sehr wichtig für uns. Eigentlich ist er unersetzlich. Seine vier Tore in den ersten drei Spielen sprechen für sich.“ Somit muss die Verantwortung nun auf mehrere Schultern verteilt werden.
Die ohnehin angespannte Kader-Situation hat sich somit weiter verschärft. Neben dem U21-Kapitän fallen verletzungsbedingt Colin Beutel, Philip Kuhn, Maximilian Karl, Brahim Moumou, Damjan Dordan, Justin Thönig, Max Jägerbauer, Luan Klose und Raphael Wach aus.
Trotz der gezwungenen Umstellungen überzeugten Spieler wie Yannik Seils auch auf ungewohnten Positionen. „Wir haben alle Spieler auf ein ähnlich hohes Level gebracht. Jeder kann, wenn er gebraucht wird. Das ist bei den vielen Ausfällen und in der Englischen Woche Gold wert“, zeigt sich der 40-jährige Coach zufrieden.
„Ich kann jeden ohne Bauchschmerzen bringen.“
Felix Hirschnagl
Und doch überrascht der gute Saisonauftakt der kleinen Löwen. Im Sommer machten die Junglöwen einen mittelgroßen Umbruch durch. Nicht nur Trainer Frank Schmöller hinterließ eine Lücke, sondern auch Spieler wie Moritz Bangerter oder Tim Kloss, die den Sprung zu den Profis geschafft haben. Dass dann auch der mannschaftliche Zusammenhalt für den Erfolg zählt, weiß Hirschnagl, der in den letzten drei Jahren die U17 der Sechziger trainerte: „Ich kann jeden ohne Bauchschmerzen bringen.“
Die nächsten Wochen haben es für die Sechziger in sich. In den nächsten 15 Tagen bestreiten die Junglöwen vier Spiele. Am Samstagnachmittag ist Landsberg zu Gast in der Kies-Arena. Anstoß ist um 14 Uhr. Auch die Landsberger haben in diesem Sommer einen großen Umbruch hinter sich und sind in dieser Spielzeit noch punkt- und torlos. Nach dem Abgang von Ex-Löwe Sascha Mölders fielen auch wichtige Säulen wie Daniel Leugner oder Nico Karger weg, die zur Bayernliga-Konkurrenz nach Grünwald und Pipinsried wechselten. Auch am Samstag wird die Hirschnagl-Elf die Favoritenrolle innehaben. Dann wird sich zeigen, wie der aktuelle Bayernligazweite den Verlust von Brönauer auffangen kann. (Simon Wittmann)