
Der SSC Tübingen schafft frühzeitig Klarheit für die Zukunft: Zur Saison 2026/27 übernimmt Ali Cetin das Amt des Cheftrainers. Während die Mannschaft als Aufsteiger in der Landesliga Württemberg, Staffel 3, um Stabilität ringt, setzt der Verein auf eine neue sportliche Handschrift – und einen geplanten Übergang.
Der SSC Tübingen stellt die Weichen für die Saison 2026/27 – und entscheidet sich für einen Neustart mit klarer Ansage. Ali Cetin wird neuer Cheftrainer der ersten Mannschaft. Der Verein präsentiert ihn als ambitionierten Fußballfachmann, der Erfahrung als Spieler und Trainer mitbringt und die sportliche Entwicklung „nachhaltig“ vorantreiben soll. Es ist eine Personalie, die nicht aus dem Affekt geboren wirkt, sondern aus dem Wunsch nach Perspektive – und nach einer erkennbaren Richtung.
Cetin selbst formuliert diese Richtung erstaunlich deutlich. Er spricht von Vertrauen, von der Unterstützung der Fans und von der Qualität des Kaders, der „individuell stark“ sei und „als Team viel Potenzial“ mitbringe. Daraus will er eine Mannschaft formen, die „Woche für Woche mit Leidenschaft, Mut und klarer Handschrift“ auftritt. Sein Anspruch: jedes Spiel fokussiert angehen, das Team spürbar weiterentwickeln und „nachhaltig erfolgreich“ sein – mit dem SSC als Einheit, auf die Verein, Fans und Umfeld stolz sein können. Mehr als eine Begrüßungsfloskel: Das klingt nach einem Plan, der Identifikation ausdrücklich mitdenkt.
Der Zeitpunkt der Verkündung passt zur Ausgangslage. Zur Winterpause steht der SSC als Aufsteiger auf Rang elf (17 Spiele, 19 Punkte, 33:42 Tore) und befindet sich in jener Zone, in der die Landesliga keine Geduld kennt. Vier direkte Abstiegsplätze und zusätzlich ein Relegationsplatz nach unten schärfen die Realität: Zwischen Platz elf und den gefährlichen Regionen liegen nur wenige Schritte – und jeder Ausrutscher kann teuer werden. Dass der SSC dennoch schon jetzt den Trainerwechsel für den Sommer fixiert, ist ein Signal: Der Verein will die Rückrunde nicht mit Spekulationen belasten, sondern mit Klarheit.
Denn ebenso klar ist: Steve Trevallion wird nach der laufenden Saison gehen. Die Trennung wurde in offenen, respektvollen Gesprächen beschlossen. Trevallion übernahm vor dreieinhalb Jahren in einer anspruchsvollen Phase nach einem Abstieg, schuf Stabilität, integrierte Talente aus der eigenen Struktur und von außen – und führte den SSC zuletzt zurück in die Landesliga. Abteilungsleiter Jakob Amann würdigt ausdrücklich, Wiederaufstieg und heutige Situation trügen Trevallions Handschrift. Zugleich betont der Verein, warum man früh handelt: Planungssicherheit für die entscheidende Saisonphase, das klare Ziel Klassenerhalt – und ein würdiger Abschluss der gemeinsamen Zeit.