
Der Tabellenzweite Eckernförder SV hat den TSV Klausdorf auf eigenem Platz förmlich überrollt. Bereits nach einer guten Viertelstunde war die Partie auf dem Klausdorfer Kunstrasen entschieden – am Ende stand ein deutliches 0:5 (0:5) zu Buche.
Manche Zuschauer hatten kaum die erste Stadionwurst vollständig verzerrt oder ihr Getränk zu sich genommen, da war das sportliche Schicksal des TSV Klausdorf bereits besiegelt. Mit einer gnadenlosen Effizienz und spielerischer Leichtigkeit kombinierten sich die Gäste aus dem Ostseebad durch die Klausdorfer Reihen. David Wagner eröffnete den Torreigen in der 6. Minute, gefolgt von Ömer Dagtekin (8.) und Luc Justen (11.). Als Julian Zülsdorf in der 17. Minute auf 0:4 erhöhte, herrschte auf und neben dem Platz im Schwentinetal fassungsloses Schweigen.
Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz fand nach dem Abpfiff deutliche Worte für den Auftritt seiner Elf in der Anfangsphase: „Ja, komplett bitterer Nachmittag gestern gewesen. Völlig verdient auch in der Höhe gegen Eckernförde verloren. Richtig starker Auftritt von denen. Haben uns in der ersten Viertelstunde komplett überrollt. Nach elf Minuten war das Spiel gelaufen. Da lagen wir 3:0 zurück durch zwei schöne Schüsse an die Unterkante der Latte und ein gut herausgespieltes Tor, wo wir dann maximal Begleitschutz geliefert haben.“
Der Eckernförder SV zeigte eine Leistung wie aus einem Guss. Vor allem die Variabilität im Angriffsspiel stellte die Hausherren vor unlösbare Aufgaben. Ob durch Fernschüsse, feine Chip-Bälle oder Standardsituationen – jeder Abschluss schien an diesem Nachmittag den Weg ins Netz zu finden. Timo Bamler sorgte noch vor der Pause (36.) für den 0:5-Endstand.
ESV-Coach Maik Haberlag geriet angesichts der Leistung seiner Mannschaft regelrecht ins Schwärmen: „Wir hatten eine wirklich gute Trainingswoche, wo wir glaube ich, also was das Fußballspielen angeht, ein hohes Niveau hatten. Und ich bin sehr froh, dass wir es hingekriegt haben, das auch aufs Spiel zu münzen. Und man muss fast schon sagen, dass wir ein Sahnetag hatten, Sahnehälfte, wo das, wie man sich das so an der Taktiktafel vorstellt, dann auch tatsächlich eintritt.“

Besonders hob Haberlag die Qualität der Tore hervor: „Einerseits, ein Abschluss von Dave Wagner, ich denk mal so achtzehn Meter, Latte rein. Dann Ömer durfte im Strafraum einen Nachschuss haben, der gegen die Latte rein. Und ja, da war alles dabei: zu Null gespielt und fünf Tore halt.“
In der zweiten Halbzeit schalteten der Oberligaabsteiger merklich einen Gang zurück, auch um Kräfte für die kommenden Aufgaben zu sparen. Klausdorf stabilisierte sich defensiv, musste aber ab der 59. Minute einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Driton Gashi sah die Rote Karte. In Unterzahl konzentrierte sich der TSV nur noch darauf, ein noch höheres Debakel zu verhindern.
„Danach hat Eckernförde den Gang rausgenommen. Wir haben uns dann versucht, bestmöglich zu verkaufen und haben dann den Schaden begrenzt gehalten. Das gab es in der Form, glaube ich, bei uns auch noch nicht“, bilanzierte Trociewicz trocken.
Während Eckernförde den Blick weiter Richtung Relegationsplatz zwei zur Oberliga richtet, muss Klausdorf diesen „rabenschwarzen Tag“ schnellstmöglich aufarbeiten.
Stimmen zum Spiel
Maik Haberlag (Trainer Eckernförder SV)
TSV Klausdorf: Gutsmann – Waschko, Petersen, Holst – Link, Hakaj (46. Schwee), Knöfel (63. Spliedt), Mordhorst (46. Wöhlk), Hartlep (78. Müller) – Gashi, Battermann.
Trainer: Dennis Trociewicz.
Eckernförder SV: Sievers – Bamler (59. Mohr), Andreas, Zülsdorf (30. Zülsdorf), Wolf, Huber – Justen (59. Behrens), Richter, Wagner – Dagtekin (59. Stoeterau), Wölki (46. Apitz).
Trainer: Maik Haberlag.
SR: Kjell-Oke Schneider (VfL Bad Schwartau).
Ass.: Jan Dalitz, Finn Rolfes.
Rote Karte: Driton Gashi (59., Klausdorf).
Tore: 0:1 David Wagner (6.), 0:2 Ömer Dagtekin (8.), 0:3 Luc Justen (11.), 0:4 Julian Zülsdorf (17.), 0:5 Timo Bamler (36.).