
Ebersberg gewinnt das Derby gegen Moosach auf neuem Kunstrasen. Baldham-Vaterstetten verpasst den Sprung an die Tabellenspitze.
Einen „sehr verdienten Sieg“ fuhren die „kleinen Eber“ gegen die SG Moosach/Bruck ein. „Wir haben aus dem Kirchseeon-Spiel (1:2 – d. Red.) gelernt und sind es clever angegangen“, so Spielertrainer Isuf Shabani über den Erfolg, der „um zwei, drei Tore höher“ hätte ausfallen können. Kritik, die er in erster Linie an sich selber in seiner Funktion als Stürmer richtete. „Moosach hatte aber auch Chancen“, musste Shabani zugeben. „Aber wir haben einen guten Torwart.“
Wäre es nach SG-Spielertrainer Marc Koch gegangen, Philipp Schmidt hätte sein Können zwischen den Pfosten nicht zeigen können. Denn der Moosacher sträubte sich, das Spiel auf dem neuen, leicht Schnee bedeckten Ebersberger Kunstrasen bei deutlichen Minusgraden überhaupt in Angriff zu nehmen. Schiri Matthias Augsburger sah es anders, pfiff die Partie an und machte damit den Weg frei für Ebersbergs sechsten Dreier.
Kapitän Benedikt Chirco leitete ihn mit einem „schönen Treffer“ ein, wie Shabani, die Aktion nach einem Eckball und dem Lupfer über den SG-Keeper wertete (15.). Fürs 2:0 (32.) war Alex Niedermaier zuständig, „der auch das eine oder andere Tor mehr hätte schießen können“, wie sein Coach befand.
Da half es auch nichts, dass die Gäste erneut Thomas Schwarzbauer reaktiviert hatten, um die Abwehr zu stabilisieren. Spätestens mit dem 3:0 (75.) war die Messe gelesen. Benjamin Omerovic wurde bei einem Solo unsanft im Strafraum gestoppt. Zum fälligen Elfmeter durfte der Gefoulte – nach kurzer Beratung zwischen dem Trainerduo Shabani und Max Lüngen, dem etatmäßigen Elferschützen – selber antreten.
„Er hat zuletzt viel Gas gegeben, kam im Spiel aber nicht so recht zum Zuge. Außerdem hat er es sich zugetraut.“ Der Treffer „tut ihm gut“, freute sich der Eber-Coach mit dem Torschützen über das 3:0. Für die SG-Spieler um Marc Koch war es bereits die achte Niederlage im zwölften Spiel.
Die Überraschung blieb aus. Aufsteiger Kirchseeon II hat weiterhin die rote Laterne in der Hand, Kirchheims Zweite mischt wie gehabt im Titelrennen mit. Aus Sicht von ATSV II-Coach Daniel Kirchhof-Zuther war der Sieg der Gäste zwar verdient, er fiel jedoch „eindeutig zu hoch aus“. Seine Mannschaft sei gut gestanden, habe sich gut verkauft. Nur habe man in den entscheidenden Szenen zu sehr gezögert, während Kirchheim „seine Klasse gezeigt und jede Chance genutzt hat“, so Kirchhof-Zuther.
Innerhalb von drei Minuten war die Hoffnung der Gastgeber erledigt. Der KSC II führte 2:0 (21./24.) und schob noch vor der Pause das 3:0 nach (45.+1). „Kirchheim hat die Qualität und die hat sich durchgesetzt“, bekannte der Kirchseeoner Trainer. Dagegen fehlte seinem Team die Cleverness im Abschluss. Dennoch reichte es zum Ehrentreffer, als Tim Köck einen Eckball per Kopf zum 1:3 verwandelte (87.). Kirchseeons Freude währte nur Sekunden. Kaum rollte der Ball wieder, lag er auch schon im Netz der Gastgeber – 1:4 (87.).
Für den ATSV II setzte es die zehnte Niederlage im zwölften Spiel. Für den Coach dennoch kein Grund zu größerer Besorgnis. „So lange die anderen unten so spielen, wie sie spielen, besteht kein Anlass, sich Sorgen zu machen. In der Rückrunde drehen wir richtig auf“, so Daniel Kirchhof-Zuther zuversichtlich.
Eine „gefühlte Niederlage“ musste Trainer Ralf Rensch für die Reserve des SC Baldham-Vaterstetten kommentieren. Zum einen blieb der erwartete Sieg aus, zum anderen verpasste der SCBV II dadurch den möglichen und erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze. Rensch konnte aber seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Wir haben viel investiert und in den letzten 25 Minuten stark gedrückt und viele Möglichkeiten rausgeholt.“
Diese nutzten die Baldhamer jedoch nicht, ein bisschen Pech kam auch noch mit zwei Lattentreffern dazu. Aber auch ein wenig Unvermögen, zumal in Überzahl nach einer gelb-roten Karte für Gästeakteur Sascha Wittmann (54.). Dadurch blieb es beim 1:1 durch ein Eigentor von Waldtruderings Leon Doose (24.) und dem Ausgleich von Alexander Mast (48.).
Kuriosum am Rande: Gästeakteur Kascho Ghafor, in der 67. Minute ins Spiel gekommen, sammelte in der Schlussphase innerhalb von acht Minuten eine gelbe Karte, eine Zeitstrafe und eine rote Karte ein. Der SC Baldham-Vaterstetten II muss nun noch zum finalen Spiel des Jahres beim direkten Konkurrenten Dornach II antreten. „Da lass’ ich mir was einfallen“, versicherte Rensch.
Christian Heindl war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff auf dem Aschheimer Kunstrasen anzumerken. Immerhin habe man mit dem „letzten Aufgebot“ erfolgreich dagegengehalten. Ein Blick auf die Tabelle bestätigt die Bedeutung des knappen Erfolges. Der Abstand auf den Abstiegsplatz bleibt unverändert bei vier Zählern. „Es war ein harter Kampf“, so der Grafinger Coach, bei dem sich die Gastgeber kaum zwingende Chancen erspielt hätten.
Eine konnte dagegen die Grafinger Zweite entscheidend nutzen. „Ein schönes und wichtiges Tor“ nannte Heindl die Aktion in der 53. Minute. Co-Trainer Florian Dichtl (37), der personalbedingt von Anfang an spielen musste, hievte einen Freistoß über die FCA-Abwehr auf Teamkollege Lorenz Breckner, der den Ball mit der Brust stoppte und ihn ins lange Eck des Aschheimer Kastens jagte. Das 0:1 blieb das einzig Zählbare in dieser Partie und brachte den Gästen aus der Bärenstadt drei Zähler ein. Am Samstag gilt es zum Jahresabschluss im Heimspiel die Verfolger aus Kirchseeon noch weiter im Tabellenkeller zu distanzieren.