
Es war das Spiel, auf das die Fußball-Sachsenliga Wochen lang hingefiebert hatte. Vor der beeindruckenden Kulisse von über 1.100 Zuschauern im Rabensteiner Sportpark kam es am 24. Spieltag zum direkten Duell um die Tabellenführung zwischen der SG Handwerk Rabenstein und der SG Dynamo Dresden II. Am Ende einer rassigen Begegnung entführten die Landeshauptstädter mit einem 2:0-Auswärtssieg die drei Punkte und machten einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft.
Bereits in der ersten Halbzeit stellten die Dresdner ihre individuelle Klasse unter Beweis. Quentin Enold (15.) und Niklas Remus (40.) sorgten mit ihren Treffern für eine komfortable Pausenführung der Gäste. Rabensteins Trainer Ringo Delling erkannte die Überlegenheit des Gegners in der Anfangsphase neidlos an: „Grundsätzlich geht der Sieg aufgrund der Spielanteile in Ordnung und man hat die Qualität bei beiden Gegentoren gesehen – die fallen sonst so wahrscheinlich nicht.“ Vor allem die defensiv organisierte Achse der SGD um die erfahrenen Akteure Niklas Kreuzer, Jonas Böhmert und Paul Milde beeindruckte den Rabensteiner Coach. Man habe deren Qualität „als Organisatoren gespürt“, so Delling.
Dennoch steckten die Hausherren zu keinem Zeitpunkt auf. Besonders nach dem Seitenwechsel und einer Gelb-Roten Karte gegen den Dresdner Marc Fischer (61.) witterte Rabenstein die Chance auf eine Wende. Die Gastgeber agierten nun mutiger und suchten den Weg nach vorne. „Nach vorn hat die letzte Durchschlagskraft bzw. Konsequenz gefehlt. Vor allem im zweiten Durchgang und mit der Überzahl wurde das Spiel ausgeglichener“, analysierte Delling. Bezeichnend für das fehlende Glück an diesem Tag war ein Lattenkopfball von Paul Schaltonat. Delling trauerte der Szene nach: „Mit dem Tor statt Lattenkopfball wird es nochmal interessant.“
Zusätzliches Pech ereilte die Handwerker in der 66. Minute, als Stammtorhüter Stefan Schmidt verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Der fällige Wechsel zwischen den Pfosten zu Johannes Hopfe hemmte laut Delling in einer Drangphase den Spielfluss. Für Hopfe endete der Arbeitstag zudem dramatisch, als er in der Schlussminute die Rote Karte sah.
Trotz der Niederlage zog Ringo Delling ein versöhnliches Fazit und blickte stolz auf den Rahmen der Partie: „Überragend war die Zuschauerzahl von über 1.100!“ Auch wenn Dynamo nun einen Vorteil im Titelrennen hat, bleibt für Rabenstein die Erkenntnis, dass man dem Favoriten über weite Strecken Paroli bieten konnte. „Es war nicht unmöglich, hier durch Nadelstiche und voller Überzeugung doch auch was mitzunehmen“, resümierte der Trainer.