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Dynamo Dresden: "Hat für mich null Einfluss auf dieses Spiel"

Trainer Thomas Stamm und Dynamo Dresden reisen trotz Erinnerungen an die Vorsaison zum Auftakt in der 2. Bundesliga selbstbewusst zum 1. FC Nürnberg.

von fue · 07.08.2026, 14:45 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Am 1. Spieltag der 2. Bundesliga trifft der 1. FC Nürnberg am Sonntag, den 09.08.2026, um 13:30 Uhr im Max-Morlock-Stadion auf die SG Dynamo Dresden. Rund 42.000 Zuschauer werden erwartet, darunter knapp 7000 Dresdner Fans. Nach einer Vorbereitung mit frühzeitigen Neuverpflichtungen und guten Testergebnissen reist Dynamo mit Zuversicht nach Franken. Wohl wissend, dass beim Hinspiel im April ein 2:0-Erfolg durch ein Eigentor und einen Treffer von Ben Bobzien gelang, während Nürnberg das erste Saisonduell der vergangenen Spielzeit noch mit 2:1 für sich entschied. Cheftrainer Thomas Stamm äußerte sich auf der offiziellen Pressekonferenz ausführlich zu Kaderfragen, zur Stärke des Gegners und zum Umgang mit Erwartungen von außen.

Blick auf die Rahmendaten

Der Saisonauftakt steigt am Sonntag, den 09.08.2026, um 13:30 Uhr im Max-Morlock-Stadion. Erwartet werden rund 42.000 Zuschauer, darunter etwa 7.000 mitgereiste Dynamo-Anhänger. Die sportliche Bilanz der Vorbereitung fiel für beide Teams positiv aus: Dynamo Dresden gewann unter anderem mit 14:0 gegen Budissa Bautzen, 14:0 gegen den LSV Neustadt/Spree, 4:0 gegen Hessen Kassel und 5:0 gegen den Grazer AK, verlor im Doppeltest gegen Cottbus einmal mit 1:2 und siegte im Rückspiel 2:1, bevor am vergangenen Samstag ein 2:1-Erfolg gegen Union Berlin folgte.

Der 1. FC Nürnberg wiederum setzte sich mit 10:0 gegen den TSV Kornburg, 5:1 gegen die SpVgg Ansbach und 3:2 gegen Waldhof Mannheim durch und gewann am vergangenen Sonntag mit 3:1 gegen den FSV Frankfurt. Beide Mannschaften reisen damit mit einer erfolgreichen Vorbereitung, aber auch mit offenen Fragen in der Startelf in den ersten Pflichtspieltag der neuen Saison.

Ruhiger Blick auf einen kurzen Sommer

Trotz einer intensiven Vorbereitungsphase mit früh eingetüteten Transfers wirkte die Sommerpause für Thomas Stamm rückblickend kurz. Auf der Pressekonferenz sagte er dazu: „Man freut sich dann auf ein paar Tage ohne Fußball, und die Tage mit Fußball und dann auch die Tage, wo es um Punkte geht, die kommen dann super schnell.“

Er betonte zugleich seine grundsätzliche Präferenz für den Ernstfall: „Ich bin eher ein Freund davon, in den Wettkampfmodus zu kommen, um Punkte zu spielen, und nicht in so einer Vorbereitungsphase zu sein.“

Fehlende Spieler kein Grund zur Sorge

Personell muss Dynamo zum Saisonstart auf einige Akteure verzichten. Wie auf der Pressekonferenz mitgeteilt wurde, befinden sich Lars Bünning nach seiner Hirnblutung sowie Kenneth Schmidt nach seinem Kreuzbandriss ebenfalls noch im Reha-Prozess. Tobias Raschl und Lennart Grill stehen wegen Trainingsrückstands nicht zur Verfügung. Allen anderen Spielern des Kaders bescheinigte Thomas Stamm auf der Pressekonferenz jedoch Einsatzbereitschaft und sprach von einer „Qual der Wahl“ bei der Aufstellung.

Nürnberg als technisch starker und intensiver Gegner

Ausführlich äußerte sich Thomas Stamm auf der Pressekonferenz zu den Stärken des 1. FC Nürnberg. Er beschrieb eine Mannschaft, „die fähig ist, in sehr hohe Intensität zu gehen“ und „im Normalfall sehr mutig gegen den Ball in unterschiedlichen Pressinglinien“ auftritt. Zugleich sprach er von einer „sehr, sehr technisch starken Mannschaft“ mit „Tempo in der letzten Linie“.

Mit Blick auf die Offensive erklärte Stamm auf der Pressekonferenz die Herausforderung am ersten Spieltag ausdrücklich als eine „Challenge“, die man „unbedingt annehmen“ wolle, und verwies auf die eigene Qualität in der Defensive: „Wir haben in unserer letzten Linie auch Qualität, um die Qualität von Nürnberg auch vom Tor wegzuhalten.“

Wenig Gewicht auf Eingespieltheit

Auf die Frage, ob die im Vergleich zur Nürnberger Abwehr eingespieltere eigene Viererkette ein Vorteil zum Saisonstart sein könne, reagierte Thomas Stamm auf der Pressekonferenz zurückhaltend: „Kann, aber muss nicht.“ Er relativierte die Bedeutung von Eingespieltheit grundsätzlich: „Ich glaube, es ist nicht ganz so wichtig, wie man oft denkt, sondern am Ende hat der einzelne Spieler die Zweikämpfe zu gewinnen.“

Kein Rückblick auf den Fehlstart der Vorsaison

Dass Dynamo die vergangene Saison ebenfalls in Franken, damals aber gegen Fürth eröffnet und dabei nach zwölf Sekunden ein frühes Gegentor kassiert hatte, spielt für Thomas Stamm laut Pressekonferenz keine Rolle für die aktuelle Vorbereitung: „Das hat nichts mit dem Saisonstart zu tun und wo man steht. Da haben wir einfach schlecht verteidigt.“ Er stellte klar: „Das hat für mich null Einfluss auf dieses Spiel, was am Sonntag auf uns wartet.“ Als Themen für die neue Saison nannte er stattdessen, defensiv bei Standardsituationen „nicht so anfällig zu sein“ und insgesamt „griffiger zu sein“.

Kein Blick auf externe Prognosen

Auf Vorschusslorbeeren von außen, etwa die Einschätzung, Dynamo sei ein Geheimfavorit der Liga, reagierte Thomas Stamm auf der Pressekonferenz gelassen. Er verwies auf frühere Fehleinschätzungen in Saisonvorschauen und erklärte: „Am Anfang von der Saison ist es, glaube ich, immer ganz, ganz schwierig in der zweiten Liga.“

Sein Fazit: „Für mich ist es nicht entscheidend, was andere sagen, weil von den jeweiligen Experten war keiner hier die letzten sechs Wochen.“ Er kündigte an, unabhängig vom Saisonstart bei der eigenen Linie zu bleiben: „Sollten wir sehr positiv starten, bleiben wir bei uns, und sollten wir vielleicht nicht so positiv starten, werden wir auch bei uns bleiben.“ Eine „sehr ausgeglichene, harte Zweitliga-Saison“ erwarte er ohnehin für die gesamte Liga.

Enger Konkurrenzkampf um die Startelf

Zum Kader zählen die Neuzugänge Nicolai Rapp, Robert Wagner, Thomas Keller und Ben Bobzien, die voraussichtlich in der Startelf stehen sollen, ergänzt um Kapitän Niklas Hauptmann, Stürmer Vincent Vermeij, Alexander Rossipal sowie Neuzugang Jonas Sterner auf den Außenverteidigerpositionen. Offen könnte dagegen die Besetzung des rechten Flügels zwischen Kaan Inanoglu und Jakob Lemmer sein sowie die Torhüterfrage zwischen Elias Bethke und Tim Schreiber.

Auf der Pressekonferenz bestätigte Thomas Stamm, dass der Kader noch nicht feststehe: „Wir haben morgen noch ein Training. Am Ende geht es immer um Leistung.“

Zur Torhüterfrage erklärte er, die Tendenz gehe zu den beiden Spielern, „die sehr viel gespielt haben“, verwies aber auf die wöchentliche Neubewertung: „Wir wollen Woche für Woche neu bewerten. Das sollen die Jungs spüren, dass, wenn Leistung belohnt wird, die Tür immer wieder offen ist.“

Lob für den Sportgeschäftsführer

Für die Transferarbeit des Sommers zeigte sich Thomas Stamm auf der Pressekonferenz ausdrücklich anerkennend gegenüber Sportgeschäftsführer Sören Gonther. Dessen Arbeit beschrieb er als „sehr professionell“, mit „einer klaren Idee mit seinem Team“ und „einem sehr hohen Fachwissen über Spieler“.

Auch charakterlich äußerte sich Stamm positiv: „Sehr transparent, sehr ehrlich, sehr direkt. Was ich sehr schätze. Er nimmt kein Blatt vor den Mund.“ Diese Direktheit bezeichnete er als wichtige Stärke im Umgang miteinander: „Man weiß, woran man ist. Auch wenn man dann vielleicht eine andere Meinung hat.“