
14 Spiele in Folge blieb die SSVg Velbert nach dem Aufstieg in die Regionalliga West im Sommer sieglos, ehe am vergangenen Wochenende nun der erste Dreier eingetütet werden konnte: In einem wahren Kellerkrimi gegen den SC Wiedenbrück gelang der Elf von Chefcoach Bogdan Komorowski ein dramatischer 2:1-Heimerfolg, wodurch der Neu-Coach in seinem vierten Spiel an der Seitenlinie der SSVg erstmals Zählbares verbucht. Was dieser Befreiungsschlag für das Ligaschlusslicht bedeutet und woran es nun anzusetzen gilt, macht der 39-jährige Übungsleiter im Gespräch mit FuPa Niederrhein deutlich.
Sieben Punkte trennten die beiden Kontrahenten Velbert und Wiedenbrück vor Spielbeginn voneinander, sowohl die Hausherren als auch die besser dastehenden Gäste standen unter Siegesdruck, schließlich konnten beide Teams zuletzt nicht überzeugen und drohten, den Anschluss an das rettende Ufer zu verlieren. Auf dem Feld war es dann zunächst SSVg-Verteidiger Jonas Büchte, der die Hausherren nach einer guten halben Stunde in Führung brachte (33.), ehe Gästeverteidiger Nikola Aracic aufgrund eines harten Foulspiels vorzeitig duschen musste (45+1.).
Doch auch in Unterzahl ließ Wiedenbrück nicht locker und kam durch Fabio Riedl nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich (56.), bevor Timo Böhm eine Viertelstunde vor Schluss denn umjubelten Siegtreffer zugunsten Velberts besorgte (77.). Wenig später musste dann auch der Siegtorschütze wegen eine wiederholten Foulspiels frühzeitig vom Platz (89.), was die Freude über den ersten Saisonerfolg aber nicht trübte. SSVg-Coach Bogdan Komorowski ordnet gegenüber dieser Redaktion die Leistung seiner Mannschaft und die Bedeutung des ersten Saisonerfolgs ein:
Vor gut einem Monat unterlag die SSVg Velbert Tabellennachbar SV Rödinghausen in einem ähnlichen Kellerkrimi knapp mit 2:3, damals noch unter Leitung von Aufstiegstrainer Ismail Jaroui. Dieser musste dann nach dem Niederrheinpokal-Aus gegen den 1. FC Bocholt gehen und Komorowski übernahm. Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie bedeutete der Erfolg gegen Wiedenbrück nun die ersten Punkte unter dem neuen Chefcoach, der sich nach Spielende sichtlich erleichtert zeigt: „Die Vorfreude auf das Spiel war groß. Wir als Sportler leben für solche Begegnungen, in denen es um viel geht. Dieses Energie wollten wir von Beginn an auf dem Platz zeigen, das ist der Mannschaft mit einer sehr engagierten und geschlossenen Leistung gelungen“, freut sich der Übungsleiter und resümiert:
„Die Jungs haben das richtig stark gemacht und gezeigt, wie intakt die Mannschaft ist.“ Bereits gegen Spitzenreiter FC Schalke 04 II und den 1. FC Köln II in den vergangenen beiden Auftritten zeigte die Komorowski-Elf bereits durch engagiertes Auftreten eine Entwicklung unter dem neuen Coach. Dass es nun im Kellerduell für drei Punkte gereicht hat, ist ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung: „Wir nehmen die positive Energie und das Selbstvertrauen aus dem Spiel mit und wollen in Paderborn direkt wieder punkten“, hebt Komorowski mit Blick auf das anstehende Duell gegen den SC Paderborn 07 II zuversichtlich hervor.
Bevor am Samstag dann der nächste Auftritt gegen die 2. Bundesliga-Reserve des SC Paderborn geht, gilt es für die SSVg, die positive Energie sowie das Selbstvertrauen aus den vergangenen Wochen mitzunehmen, um auch gegen Paderborn erfolgreich zu sein. Anschließend warten dann noch die Partien gegen die Sportfreunde Siegen und die Sportfreunde Lotte, ehe es Anfang Dezember in die Winterpause geht. Angesichts des nach wie vor großen Rückstands auf die Nichtsabstiegs-Ränge tut die SSVg gut daran, den Schwung aus dem Wiedenbrück-Spiel mit in die kommenden Wochen zu nehmen und weitere Punkte einzufahren.