
Gut, dass wir Neso Duric so kurz vor Rundenende angerufen haben. "Meine Jungs haben mir gesagt, dass wir in der Rückrundentabelle Dritter sind", sagt der Trainer des SV Sinsheim, der mit seiner Mannschaft immer besser in Fahrt gekommen ist, je länger die Runde gedauert hat. Nach der Vorrunde sah dies deutlich anders aus.
"Damals haben wir den Blick nach unten richten müssen", so Duric, der mit seiner Elf im Winter nur knapp über den Abstiegsrängen lag. Was folgte, war eine starke Vorbereitung dank nahezu perfekter Bedingungen im Sportpark. Der Coach berichtet: "Unsere Kunstrasenplätze sind ein großer Vorteil über die Wintermonate, da wir jede Einheit absolvieren konnten und die Spieler dementsprechend fit in die Rückrunde gestartet sind."
Das Abstiegsgespenst hat sich daher zügig aus der Kreisstadt verabschiedet, die ersten fünf Ligaspiele 2026 blieb der SV ungeschlagen. Später zeigte die Mannschaft eindrucksvoll, was sie an richtig guten Tagen leisten kann. Gegen den TSV Ittlingen, die Ausnahmemannschaft schlechthin, holte der SV ein 2:2-Unentschieden und gegen den TSV Steinsfurt führte er lange, eher er in der Schlussviertelstunde die Gegentreffer zur 1:2-Niederlage hinnehmen musste. "Wir haben gesehen, dass wir gegen jeden mithalten können und das hat meiner Mannschaft großes Selbstvertrauen gegeben", sagt Duric.
Dieser mentale Rückenwind soll in den beiden verbleibenden Begegnungen am Samstag beim VfB Bad Rappenau und eine Woche darauf zum Abschluss gegen den FVS Sulzfeld dabei helfen, noch um einen Rang auf Platz fünf nach oben zu klettern.
Doch bei all den positiven Aspekten gibt es auch Schattenseiten. "In der Vorrunde haben wir 0:4 gegen Bad Rappenau verloren", erinnert Duric an die Pleite gegen das Tabellenschlusslicht, das sein SV am Samstag theoretisch in die B-Klasse schießen könnte.
Perspektiv hat der im Juli 60 Jahre alt werdende Trainerfuchs noch einiges vor in "Sinse". "Ich bin nicht gekommen, um zehn Jahre in der A-Klasse zu bleiben", stellt er klar und glaubt an die Möglichkeiten, die rund um den SV Sinsheim gegeben sind. Er erläutert: "Wir müssen Ziele haben und unsere Bedingungen nutzen. Der Umbau innerhalb des Kaders läuft, wir wissen aber auch, dass dies Zeit benötigt und nicht sofort alles funktionieren kann."
Mehrere Routiniers im Kader geben die Richtung vor, hoffnungsvolle Jungspunde rücken nach und im Idealfall sollen sich willige Kicker dem SV anschließen. Die angesprochenen Top-Bedingungen können dabei ein schlagkräftiges Argument. Duric sagt abschließend ohne zu viel Druck aufzubauen: "Wir werden noch ein bisschen Geduld brauchen."