Fraglich, ob es diese Szenen in diesem Winter geben wird: SV Hellern gegen VfR Voxtrup beim Vetter-Cup 2019.
Fraglich, ob es diese Szenen in diesem Winter geben wird: SV Hellern gegen VfR Voxtrup beim Vetter-Cup 2019. – Foto: Helmut Kemme

Hallenfußball im Raum Osnabrück erneut vor dem Aus

GMHütter Weihnachtscup abgesagt / Folgen Vetter-Cup, Hüggelcup, Fortuna-Cup und Indoor-Cup?

Erst kam die 2G-Pflicht für Innenräume, jetzt kommt 2Gplus – und nun kommen erneut die ersten Absagen großer Hallenfußball-Events in dieser Region. Folgen bald auch Vetter-Cup, Fortuna-Cup, Hüggelcup und Indoor-Cup?

Angesichts rasant steigender Coronazahlen ist schon jetzt klar, dass der Weihnachtscup von Viktoria GMHütte – das traditionsreiche C-Junioren-Hallenturnier – auch 2021 nicht stattfinden wird. Und auch die großen Turniere Vetter-Cup, Hüggelcup, Indoor-Cup und Fortuna-Cup könnten wohl bald folgen.

Ab diesem Mittwoch ist das Betreten von Sporthallen angesichts des Erreichens von Warnstufe zwei im Landkreis Osnabrück nur noch für Geimpfte und Genesene möglich, die zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorweisen können. Das gilt gleichermaßen für Sportler und Zuschauer – eine weitere Einschränkung für alle Hallenfußballfreunde, die mit Blick auf die Corona-Entwicklung möglicherweise nicht die letzte bleiben wird.

Auch Not-Format in GMHütte fällt nun aus

Angesichts der Gesamtlage hat Roger Fischer, Vorsitzender von Viktoria GMHütte, den für den 12. Dezember geplanten Weihnachtscup bereits schweren Herzens abgesagt. In den vergangenen Tagen seien erste Rückzüge der teilnehmenden Teams bei Cheforganisator Christoph Bensmann eingetrudelt, berichtet Fischer – Tendenz steigend.

Mit Blick auf Corona hatte die Viktoria schon vorab nur ein Not-Format für dieses Jahr angedacht: Kein Qualifikationsturnier für Teams aus der Region, stattdessen lediglich das Hauptevent mit den großen Klubs aus ganz Deutschland in nur zwei statt ansonsten vier Sporthallen bei komplettem Zuschauerausschluss. Stattdessen sollten alle Spiele live ins Internet gestreamt werden.

Ein Format, das angesichts des reduzierten Infektionsrisikos zunächst auf Interesse stieß bei den großen Mannschaften: Die Viktoria hatte Mitte November Zusagen von 15 Klubs, darunter Borussia Dortmund und Schalke 04, der HSV und St. Pauli, Bayer Leverkusen und der SC Heerenveen. Deren Trainer sind in diesen Tagen auch auf der Suche angesichts der beschränkten Möglichkeiten für einen fordernden sportlichen Wettbewerb für ihre Schützlinge. Nun aber stieg auch dort offenbar die Sorge vor Ansteckungen – auch bei weiten An- und Abreisewegen. Das Event muss nun das zweite Jahr in Folge ausfallen.

Probleme: Organisatorischer Mehraufwand und das Geld

Dasselbe dürfte auch den großen Senioren-Events in Stadt und Land Osnabrück blühen. Auch, weil sich den ausrichtenden Klubs nicht nur der massiv steigende Organisations-Aufwand für ehrenamtliche Mitarbeiter bei immer mehr Restriktionen stellt – etwa die Organisation von Kontrollen der 2Gplus-Regeln. Für die Zuschauer beseht zudem Maskenpflicht (FFP2-Maske). Bei mehr als 15 Personen müssen in der Halle auch Kontaktdaten erfasst werden.

Dazu kommt auch das Problem der Wirtschaftlichkeit. Die Eintrittsgelder sind bei allen Turnieren ein entscheidender Einnahmefaktor für die ausrichtenden Vereine. Kommen angesichts strenger Regeln und der Angst vor Corona deutlich weniger Fans, schreiben sie rote Zahlen. Vor allem, wenn örtliche Behörden möglicherweise auch noch die Zuschauerkapazitäten in der Halle grundsätzlich reduzieren oder gar Besucher abseits der Teams ganz verbieten.

Als Alternative blieben dann nur Fußballspiele in leeren Hallen ohne Fans, die man ins Internet streamen könnte. Dann aber fehlt neben den Euros in den Vereinskassen eigentlich genau das, was den Hallenfußball ausmacht: Die Atmosphäre auf den Rängen, das Treffen und der Austausch der Szene zwischen allen beteiligten Vereinen bei Snacks und Kaltgetränken.

Noch in dieser Woche wollen die Ausrichter von Vetter-Cup, Hüggelcup, Indoor-Cup und Fortuna-Cup beraten und versuchen, eine Entscheidung abzustimmen, die möglichst für alle Turniere gilt – auch für das Anfang Januar (7.-9.1.) angedachte Masters, das eigentlich in der Schlosswallhalle in Osnabrück steigen soll. Die Zeit drängt – am Wochenende soll eigentlich die Qualifikation für den Vetter-Cup in Voxtrup starten.

Aufrufe: 01.12.2021, 09:00 Uhr
Neue Osnabrücker Zeitung / Benjamin KrausAutor

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