2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligavorschau
Kann der neue Trainer Eugenio Wild dem SV Kohlberg (in Grün) auf die Kürze der Zeit schon so viele neue Impulse geben, damit dieser dem FC Tremmersdorf (in Blau-Weiß) Zählbares abknöpft?
Kann der neue Trainer Eugenio Wild dem SV Kohlberg (in Grün) auf die Kürze der Zeit schon so viele neue Impulse geben, damit dieser dem FC Tremmersdorf (in Blau-Weiß) Zählbares abknöpft? – Foto: Dagmar Nachtigall

"Dumba" und Eschenbach hoffen im Derby auf die eigenen Gesetze

Kellerkinder messen sich in Nachbarduellen mit den Spitzenteams aus Auerbach und Grafenwöhr und trachten dabei nach existenziell wichtigem Punktegut +++ Trabitz in Reuth unter dem Druck des Gewinnenmüssens +++ Gelingt Kohlberg mit neuem Trainer der Turnaround?

Der vorletzte Spieltag der Vorrunde steht in der Kreisliga Nord an, dabei sehen die Fans in Kirchenthumbach und Eschenbach zwei Derbys, bei denen das Prestige eine eher untergeordnete Rolle spielt. Es geht in der "Dumba-Arena" - der SCK (13./8) erwartet den Ligaprimus aus Auerbach (1./28) - und in der "Rogers-Arena" - die Rußweiherstädter (12./10) prallen auf die SV Grafenwöhr (3./23) - vielmehr um wichtige Punkte im Buhlen um Klassenerhalt auf der einen und Aufstiegsplätze auf der anderen Seite. Hier wie dort sind die Gäste der "Papierform nach" Favorit, die Eigendynamik von Nachbarduellen lässt die beiden Gastgeber aber nicht chancenlos sein.

Zwei der drei Teams vom oberen Tabellenrand also im Derby, die dritte Mannschaft aus dem Kreis der "Vorderen", die SpVgg Trabitz (2./23), steht bei ihrem Gastspiel in Reuth (7./15) nach zwei Einbußen in den letzten drei Matches unter dem Druck des Gewinnenmüssens, um nicht noch mehr Boden zu verschenken.

Schauen wir noch auf die "Sorgenkinder" des Klassements: "Dumba" und Eschenbach in Nachbarduellen, der "Träger der Roten Laterne", der SV Kohlberg (14./4) hofft schon beim Gastspiel in Tremmersdorf (6./16) auf den positiven Effekt eines Trainerwechsels. Wie berichtet, leitet ja ab sofort Eugenio Wild (40) die Geschicke des Schlußlichts.

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen vor dieser Partie nicht sein: Hier der Gastgeber, der aus den letzten sechs Partien nur einen Punkt abschöpfen konnte, dort der Gast von der Landesgrenze, der nach seinem Coup in Trabitz mit extrem breiter Brust nach Oberfranken kommt. Dennoch steckt man bei den Mannen von Michael Kaufmann den Kopf nicht in den Sand, will Unwägbarkeiten, wie aktuell den unbefriedigenden Trainingsmöglichkeiten, trotzen und unternimmt gegen den favorisierten Rangvierten den nächsten Versuch, den Bock umzustossen. Die Grenzlandelf hingegen strotzt vor Selbstbewußtsein, ist sich andererseits aber bewußt, dass angeschlagene Gegner am gefährlichsten sind. Dennoch - man nimmt die fast 80 Kilometer lange Fahrt auf sich, um den vollen Ertrag mitzunehmen, alles andere wäre ja nicht logisch.

"Auch diese Woche war bisher keine Platznutzung möglich, was uns gerade aktuell natürlich alles andere als zu Gute kommt. Ich habe die letzte Niederlage schon intensiv aufgearbeitet und werde daher auch entsprechende Veränderungen vornehmen, die dann bestenfalls gleich im nächsten Spiel schon fruchten. Das nun ausgerechnet der treffsicherste Stürmer auf unsere schwächelnde Abwehr trifft, macht die Aufgabe indes nicht leichter. Man möchte die Jungs aktuell fast mit Kaiser Franz Worten auf den Rasen schicken: Geht's raus und spielt's Fußball. In der aktuellen Lage helfen nur Erfolgserlebnisse, die man sich aber halt hart erarbeiten muss. Und das können nun mal nur die Jungs selbst auf dem Rasen. Sie müssen die Situation annehmen und nur so kommen wir gemeinsam wieder da raus. Wir brauchen Punkte und wenn gegen Eslarn gleich einer rausspringen sollte, wäre ich damit natürlich sehr zufrieden. Ich gebe auf jeden Fall weiter mein Bestes, lebe das Spiel außen mit und bleibe auch optimistisch", so ASV-Coach Michael Kaufmann.

"Das zweite Auswärtsspiel in Folge für uns. Den ASV Haidenaab gilt es keinesfalls zu unterschätzen. Uns erwartet ein richtig ungemütliches Match. Wichtig wird sein, dass wir aus unseren Fehlern in Trabitz lernen, die Gegentore waren teilweise zu billig. Wir möchten jedenfalls dreifach punkten, alles andere wäre enttäuschend", sagt der Spielertrainer der Gäste, Peter Rackl.

Mit dem Auswärtsdreier in Haidenaab ist der FC in die Erfolgsspur zurückgekehrt und hat den Blick nach oben richten lassen. Dass gegen das bislang noch sieglose Schlußlicht nun gleich nachgelegt werden soll, versteht sich von selbst. "Im Vorbeigehen" wird man die Kohlberger allerdings nicht in die Knie zwingen. Der SVK hat trotz des zum Ende der Vorrunde nur spärlich gefüllten Punktesacks den Glauben an sich noch nicht verloren. Mit einem neuen Trainer soll nun eine Art Aufbruchstimmung erzeugt werden, so wie es beim kommenden Gastgeber geklappt hat. Klar ist, die Aufgabe am Samstag ist schwer, ein Punkt wäre sicherlich schon eine feine Sache.

"Nach dem erfolgreichen Auftritt in Haidenaab hofft man in Tremmersdorf auf den nächsten Dreier. Gegner Kohlberg, der am Samstag in Tremmersdorf seine Visitenkarte abgibt, ist zwar Tabellenschlusslicht, ist aber wie letzte Woche gegen Kulmain immer wieder für Überraschungen gut. Daher sollten die Gäste keinesfalls unterschätzt werden. Da in den nächsten Wochen einige angeschlagene Akteure nach und nach wieder auf den Rasen zurückkehren werden, geht man beim FCT optimistisch in die letzten Spiele der Hinrunde", sagt der Tremmersdorfer Vorstand Wolfgang Seitz.

"Wir kennen Tremmersdorf aus den letzten Jahren gut. Das waren immer enge, kampfbetonte Spiele. Nach schwierigem Saisonstart hat unser Gegner zur erwarteten Stärke zurückgefunden. Aber wir fokussieren uns auf uns, wollen den Schwung aus der letzten Woche mitnehmen und werden wieder versuchen, etwas mitzunehmen", so Martin Lehner, Spartenleiter der Gäste.

Das 1:1 in Kohlberg war natürlich enttäuschend, ein weiteres Mal in dieser Saison ist der SVK an seiner mangelhaften Chancenverwertung gescheitert. Nun, das Spiel ist abgehakt, der Fokus liegt auf dem Gastspiel der Vorbacher, die schon immer ein unbequemer, weil unglaublich kampfstarker Spielpartner waren. Um sich nun, wie erhofft, im oberen Tabellendrittel einzunisten, muss nach dem letzten Punktverlust unbedingt ein Dreier her, das ist klar. Der FCV musste zuletzt eine unfreiwillige Pause einlegen und reist "ausgeruht" in den Landkreis Tirschenreuth. Da der Abstand zum ersten Rele-Platz nur zwei Punkte beträgt, möchte man dort nicht leer ausgehen. Der Trainer zeigt sich sogar entschlossen, auf Sieg zu spielen.

"Wir sind aktuell gut drauf, auch wenn es gegen Kohlberg sicherlich zu wenig war, was herauskam. Die Punkte, die wir verschenkt haben, wollen wir uns gegen Vorbach nun wieder holen, hierzu müssen wir uns auf jeden Fall in puncto Chancenverwertung verbessern. Dann ist auch - so denke ich - was drin. Personell sieht es gut aus, wenn wir die Spielfreude, die wir aktuell an den Tag legen, behalten können, dann sollte etwas gehen. Mit einem Sieg könnten wir uns im vorderen Mittelfeld festsetzen, zudem kämen wir unserem ersten Etappenziel, nämlich 30 Punkten, ein ganzes Stück näher, was eine super Sache wäre", sagt der Kulmainer Übungsleiter Oliver Drechsler.

"Nach dem Spielausfall letzter Woche geht es für uns zum SV Kulmain, den ich vor der Saison auf jeden Fall im vorderen Drittel erwartet habe. Mit Julian Lautner haben sie sich offensiv gut verstärkt. Für mich sind sie aktuell etwas schwer einzuschätzen, aufgrund ihrer unterschiedlichen Ergebnisse. Dem klaren 3:0 gegen Tremmersdorf folgte zuletzt ein 1:1 in Kohlberg. Nach schwächerem Saisonstart haben sie sich auf jeden Fall gefangen und stehen jetzt auch da, wo ich sie erwartet habe. Nachdem bei uns einige Urlauber und angeschlagene wieder zurückgekehrt sind, hatten wir am Dienstag endlich wieder eine große Trainingsbeteiligung und konnten richtig intensiv trainieren. Nach wie vor ist unser Ziel, 15 Punkte in der Vorrunde zu erreichen und dies so schnell wie möglich. Klar ist, das wir Respekt haben und auch wissen, wie schwer die Aufgabe ist. Aber wir fahren auf jeden Fall nach Kulmain, um dort zu gewinnen", so Gästetrainer Peter Schramm.

Am letzten Wochenende pausierend, zuvor nur vier Punkte aus vier Partien geholt, der TSV kann mit dem bisherigen Abschneiden - es trennen ihn nur vier Zähler vom "Schleudersitz - selbstredend nicht so zufrieden sein. Bevor es zum Vorrundenfinale nach Grafenwöhr geht, soll nun, ja muss das Heimspiel unbedingt erfolgreich gestaltet werden, um nicht noch weiter auf der Tabellenleiter nach unten kraxeln zu müssen. Das Remis gegen Eschenbach hat den VfB nicht weiter gebracht im Bemühen, einen dickeren Keil zu den Abstiegsplätzen zu errichten. In Erbendorf nun hängen die Trauben hoch, denn der Gastgeber will ohne Wenn und Aber sein Punktekonto vor Beginn der Rückrunde noch aufbessern. Ein Punkt wäre für die Weidener Vorstädter schon eine gute Sache.

"Wir wollen - ganz klar - dreifach punkten am Wochenende. Rothenstadt hat trotz aller Abgänge immer noch eine sehr gute Kreisliga-Mannschaft. Wenn wir da nicht mit der nötigen Konzentration und Einstellung zu Werke gehen, dann werden wir auch nicht erfolgreich sein. Nach jetzt zweiwöchiger Zwangspause freut sich die Mannschaft auf das Spiel und wird von Beginn an aufs Tempo drücken! Es wird kein einfaches Spiel werden, aber im Gegenzug werden wir wieder alles versuchen, um erfolgreich zu sein", sagt der weiter verletzt ausfallende TSV-Coach Benny Scheidler.

"Wir sind seit drei Spielen ungeschlagen, konnten jedoch bislang keinen Sieg einfahren. Erbendorf ist eine erfahrene Kreisligamannschaft mit vielen starken Spielern - aber das gilt ebenso für unser Team. Meine Mannschaft freut sich auf diese Herausforderung und möchte sie natürlich so erfolgreich wie möglich gestalten", sagt VfB-Coach Manuel Funk.

"Weder Fisch noch Fleisch", so sagt man, war das Unentschieden für den SCE in Rothenstadt. Mit dem 1:1 kann man schon deshalb nur schwer leben, weil die drei kommenden Gegner Grafenwöhr, Auerbach und Trabitz heissen. Da wird das Punkten extrem schwer. Doch ein jedes Spiel muss erst gespielt werden, deshalb sieht man sich beim kommenden Derby nicht ohne Chancen, zumindest einen Zähler zu ergattern. Dass dabei aber vieles passen muss, steht außer Frage. Acht Punkte in vier Matches, 9:1 Tore dabei, punktgleich mit Trabitz - der Motor der Garnisonsstädter läuft derzeit rund, da ist es dann auch kein Wunder, dass die Bafra-Jungs an den Rußweiher fahren wollen, um drei Punkte ins Heimgepäck zu schnüren.

"Wir freuen uns aufs Derby gegen Grafenwöhr. Ziel ist es, bei unserem Heimspiel zu punkten. Fehlen werden sicher Hendrik Reindl und Arthur Quast. Fraglich ist Julius Richter", so in aller Kürze Mo Dal, der Coach des SCE.

"Nach dem verdienten Sieg gegen Dumba ist der Fokus jetzt auf das Derby in Eschenbach gerichtet. Eine schwere Partie wartet auf uns, den der SCE ist unangenehm zu bespielen. Zudem haben sie mit Richter und Schieder sehr gute Fußballer in ihren Reihen. Auch wenn wir auf dem Papier der Favorit sind, wird es kein leichtes Spiel für uns. Nichtsdestotrotz sind wir gut drauf, stehen hinten gut und haben auch in den letzten beiden Spielen auch das Toreschiessen entdeckt. Am Dienstag haben wir aufgrund von Krankheiten dosiert trainiert, zum Abschlusstraining am Freitag sollte der Kader wieder komplett sein. Wir fahren nach Eschenbach, um zu gewinnen", so Gästecoach Bobby Bafra.

Fünf Spieltage in Folge ist der SCK mittlerweile ohne Sieg und tritt damit im Tabellenkeller Woche für Woche auf der Stelle. Mit dem Tabellenführer wartet nun natürlich eine Riesenaufgabe, an die man allerdings ohne großen Druck herangeht, denn eigentlich erwartet kaum jemand, dass die Freiberger-Männer da was holen, gerade darin könnte die Chance liegen. Fünf Dreier nacheinander eingefahren, den Ligathron eingenommen, die Bergstädter schwimmen aktuell unbeirrt auf einer Erfolgswelle. In "Dumba" erwartet man nun einen Gastgeber, der mit dem Rücken zur Wand stehend alles nur Machbare auf den Platz bringen wird. So spielt neben der spielerischen Komponente sicherlich auch das Körperliche für den SVA eine Rolle, will er in der Erfolgsspur bleiben.

"Ein jedes Derby war bis jetzt eine besondere Herausforderung für uns, da wir noch keines für uns entscheiden konnten. Das Spiel am Sonntag wird vermutlich das schwerste von allen. Auerbach ist aktuell durch seine hohe Qualität, cleveren Spielzügen und eiskaltem Torwillen verdienter Spitzenreiter. Wir werden versuchen - wie in der ersten Halbzeit gegen Grafenwöhr - alles auf dem Platz zu bringen, um ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Personell werden wir weiter auf Stammkräfte verzichten müssen, die verletzungbedingt ausfallen", erklärt SCK-Chefanweiser Andreas Freiberger.

"Am vergangenen Wochenende hatten wir mit Reuth ein kämpferisch starkes Team gegen uns. Genau das Gleiche erwarten wir auch beim Derby gegen Kirchenthumbach. Es gilt von der ersten Sekunde an, hellwach zu sein. Gerade ein Derby kennt keine Tabelle. Nur mit einer hochkonzentrierten Leistung über 90 Minuten werden wir etwas Zählbares mit nach Hause nehmen", sagt der Trainer des Tabellenführers, Dani Maier.

4-3-4 lautet die ausgeglichene Bilanz des TSV vor dem Kirwa-Match gegen einen der Titelanwärter. So geht man frei von jeglichen Zwängen an diese Aufgabe heran und möchte dem favorisierten Gast so gut es geht Paroli bieten. Die SpVgg hat zuletzt Boden verschenkt und will nun auf keinen Fall den nächsten Rückschlag einstecken. Vertrauend auf die eigenen, großen Qualitäten und mit Steigerung sowohl im defensiven, als auch im offensiven Bereich reist die Baier-Crew nach Reuth, um nichts anderes, als den vollen Ertrag einzufahren.

"Trabitz ist für uns ein unbeschriebenes Blatt. Deren bisherige Ergebnisse sprechen aber für sich. Aktuell haben wir die Spiele, auf die man sich als Fußballer am meisten freut. Dafür sammelt man die ganze Saison Punkte, um dann nicht unter Druck zu stehen. Personell sind wir - Stand jetzt - zufrieden. Der ein oder andere krankheitsbedingte Ausfall bleibt im Herbst nicht aus", erklärt TSV-Spielertrainer Martin Bächer.

"Nach der bitteren 4:5-Niederlage gegen Eslarn wissen wir, dass wir Moral haben, aber leider auch zu viele Punkte leichtfertig hergeschenkt haben. Am kommenden Samstag steht uns eine richtungsweisende Auswärtspartie bevor: Wir sind beim TSV Reuth gefordert! Unser klares Motto lautet: Hinten besser stehen, vorne Chancen machen! Die individuellen Fehler der Vorwoche dürfen uns in Reuth nicht mehr unterlaufen – wir müssen die Abwehrkette konsequenter verteidigen. Genauso wichtig ist, dass wir unsere Dominanz in der Anfangsphase endlich in zählbare Tore ummünzen. Mit einer guten Einstellung wollen wir uns die Punkte beim TSV Reuth sichern. Volle Konzentration und Kampfgeist sind vom Anpfiff weg gefragt", so der Chefanweiser der Gäste, Thomas Baier.

Aufrufe: 010.10.2025, 09:00 Uhr
Werner SchaupertAutor