
Am vorletzten Spieltag der Sachsenliga kommt es zu einer Begegnung, die frei von tabellarischem Druck, aber reich an sportlicher Motivationsarbeit ist. Wenn der VfB Fortuna Chemnitz am kommenden Sonntag um 15:00 Uhr den VfL Pirna-Copitz 07 empfängt, begegnen sich die beiden am schlechtesten platzierten Mannschaften der Liga. Das sportliche Schicksal beider Traditionsvereine ist bereits besiegelt: Sowohl die Fortuna (13 Punkte, Platz 15) als auch die Gäste aus Pirna (sechs Punkte, Platz 16) stehen seit Wochen als Absteiger in die Landesklasse fest. Dennoch birgt das Kellerduell für die Gastgeber die Chance auf einen versöhnlichen Abschluss vor eigenem Publikum.
Trotz der anhaltenden Ergebniskrise – die Chemnitzer warten nach wie vor auf den ersten dreifachen Punktgewinn im Kalenderjahr 2026 – zeigt der Trend der spielerischen Leistungen nach oben. Sowohl beim knappen 2:3 gegen den Reichenbacher FC als auch bei der jüngsten 1:3-Niederlage beim Tabellenfünften FC Oberlausitz Neugersdorf agierte die Dittrich-Elf phasenweise auf Augenhöhe und belohnte sich lediglich aufgrund mangelnder Effizienz in den entscheidenden Momenten nicht. Trainer Rocco Dittrich richtet den Blick daher bewusst auf das Positive und formuliert die Marschroute unmissverständlich: „Klares Ziel diese Woche: an die Leistung anknüpfen von den letzten beiden Spielen und diesmal als Belohnung ein positiver Ausgang.“
Der kommende Gegner aus Pirna-Copitz reist mit einer schweren mentalen Last an. Am vergangenen Wochenende geriet der VfL im heimischen Willy-Tröger-Stadion gegen die SG Taucha 99 mit 0:5 unter die Räder, wobei Tauchas Felix Brügmann die Defensive der Hausherren mit einem Dreierpack fast im Alleingang demontierte. Mit nunmehr 70 Gegentoren stellt Pirna-Copitz nach der Fortuna (82 Gegentreffer) die anfälligste Abwehrreihe der Liga.
Dass der VfL dennoch kein schlichter Punktlieferant ist, zeigt der Blick auf das Hinspiel. In Pirna unterlag die Fortuna deutlich mit 0:0 (0:3), geschwächt durch eine frühe Rote Karte für Abwehrspieler Oliver Schwarz in der 48. Minute. Damals trafen Alexander Kaiser, Jakob Funken und Mousa Malin für den VfL. Für das Rückspiel gilt es aus Chemnitzer Sicht, diese Scharte auszuwetzen. Ohne das lähmende Gewicht des Abstiegskampfes im Nacken wollen die Fortunen den spielerischen Aufwand der letzten Wochen endlich in Zählbares ummünzen, um sich würdevoll aus der Sachsenliga zu verabschieden.