
Auch wenn Geremi Perera mit einem lädierten Fuß aus Sri Lanka zurückgekehrt ist, fällt im Rückblick immer wieder das Wort „unglaublich“. Unglaublich sei sie gewesen, die Erfahrung, die der 21-Jährige in Asien sammeln konnte. Unglaublich sei es, dass er nun offiziell Nationalspieler ist. Und unglaublich ist es, wie professionell „König Fußball“ im Indischen Ozean aufgestellt ist. „Du weißt, du spielst für ein ganzes Land – und das ist ein unglaubliches Gefühl.“
Dass der Mittelfeldspieler gleich in seinem ersten Länderspiel von Beginn an ran durfte, war für ihn insgesamt überraschend - auch wenn es sich gleich nach seiner Ankunft in Sri Lanka abgezeichnet hatte. „Ich bin am Sonntag angekommen, und am Montag hat mir der Nationaltrainer gesagt, dass ich wohl beginnen werde. Ein unglaubliches Gefühl!“, blickt Geremi Perera zurück. „Das hat mir enormes Selbstvertrauen gegeben!“
Und dann war er da, der große Tag. Am 9. Oktober streifte sich der Spieler in Diensten des SC Eltersdorf ein scheinbar fremdes Trikot über, und das auch noch mit enormen Stolz. Er lief Colombo Rececourse Stadium vor 2.440 Zuschauern ein, hörte die Nationalhymne, fühlte sich wie in einem Traum. Er war Nationalspieler! „Ich konnte bei der Hymne auch etwas mitsingen: Nicht nur deshalb war es unglaublich cool!“ Die Anspannung, die ungewohnte Hitze – alles Nebensächlichkeiten. Und als Perera auch noch merkte, dass er mithalten kann, war er schlicht und einfach glückselig.
„Wir sind sehr stolz auf Geremi“, lässt sich Sri Lankas Nationaltrainer Abdullah Al-Mutairi zitieren. „Er hat richtig gute 20 Minuten gespielt. Ein überzeugender Auftritt!“ Großes Lob von hoher Stelle, das keine Wünsche offen lässt. Nicht ganz! Denn leider konnte sich der fränkische Bub nur eine halbe Hälfte zeigen, ehe der Schock folgte: „Ich bin hoch zum Kopfball, und bei der Landung ist der Gegenspieler auf meinen Fuß gefallen.“

Das bittere Ergebnis: Ein ausgerenkter Zeh, Schwellungen, Prellungen, Überdehnungen. Insgesamt jedoch „nicht so dramatisch – auch wenn ich das zweite Spiel nicht mehr absolvieren konnte“. Anstatt das Rückspieles gegen Turmenistan zu bestreiten, reiste der Bayernliga-Spieler vorzeitig ab. „Mit einem strahlenden und einem traurigen Auge“, wie er verrät. Er weiß, dass das noch nicht alles war, sondern noch mehr kommen wird...
...mit dem SC Eltersdorf, weil Geremi Perera mit den Quecken noch viel vor hat. „Nächste Woche steige ich hoffentlich wieder ins Training ein. Dann möchte ich schon noch ein paar Tore machen, Assists geben und Spiele gewinnen.“ Und auch international geht es weiter – mit dem Länderspiel Mitte November gegen Thailand. „Wir hoffen, dass Geremi noch das ein oder andere Jahr für Sri Lanka auflaufen wird“, teilt Nationaltrainer Abdullah Al-Mutairi dazu mit. Unglaublich, oder?
