Einsteigen, bitte: Als Arminias U15 gegen Borussia Dortmund spielte, entstand dieser Schnappschuss. Bald sitzt Marlon Zacharias (hier im grünen Torwartdress) selbst im Dortmunder Mannschaftsbus. Foto: privat
Einsteigen, bitte: Als Arminias U15 gegen Borussia Dortmund spielte, entstand dieser Schnappschuss. Bald sitzt Marlon Zacharias (hier im grünen Torwartdress) selbst im Dortmunder Mannschaftsbus. Foto: privat

Ein Anruf bei Lars Ricken von Borussia Dortmund!

Das 14-jährige Torhütertalent Marlon Zacharias aus Herringhausen hat sich für Borussia Dortmund entschieden und blickt auf eine tolle Zeit in Bielefeld zurück.

Den Anruf bei Lars Ricken machte er selbst. Ein Telefonat nicht wie jedes andere, denn das, was der 14-Jährige dem Champions-League-Sieger von 1997 und jetzigen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums mitzuteilen hatte, bedeutet einen neuen Abschnitt in seinem Leben. Marlon Zacharias, seit 2014 Torhüter in den Jugendteams des DSC Arminia Bielefeld, wechselt zu Borussia Dortmund.

Am Dienstag nach Pfingsten geht es los. Weg von zu Hause, hinein ins Abenteuer. Nicht mehr Enger-Herringhausen, wo das Elternhaus steht, sondern Fußball-Internat mit 21 Mitbewohnern. Und statt SG FA Herringhausen/Eickum, wo die Fußball-Reise des talentierten Torhüters als Feldspieler begann, heißt es demnächst Moskau, wo Dortmunds U15 in der Saisonvorbereitung an einem internationalen Turnier teilnimmt.


»Ich denke, es wird eine spannende Zeit«


„Wir haben lange überlegt“, sagt Mutter Petra und gewährt einen kleinen Einblick in ihre Gefühlswelt. Blondschopf Marlon, Nachzügler zweier älterer Geschwister, zieht’s hinaus in die verlockende, jedoch ungewisse Fußballwelt. Doch dem 14-Jährigen, der im Februar 15 wird, ist nicht bange. „Ich denke, es wird eine spannende Zeit. An das Wohnen im Jugendhaus mit den anderen werde ich mich erst einmal gewöhnen müssen, und Leistung zeigen muss ich natürlich auch. Aber die Vorfreude ist riesig“, sagt Marlon Zacharias mit leuchtenden Augen.


Vater Oliver traut seinem Filius diesen Schritt zu. „Marlon ist sehr diszipliniert und hat Einstellung und den Willen dazu. Er hat schon in den vergangenen Jahren viel für den Fußball geopfert, da gab es kaum mal einen Kindergeburtstag, bei dem er dabei sein konnte. Man darf sich da auch nichts vormachen, schon in diesen Altersklassen geht es um Leistung.“


Letztere müssen beim jungen Torhüter gestimmt haben. Bereits 2014 ging für ihn mit dem Wechsel zur Arminia ein kleiner Traum in Erfüllung. Die U11 übersprang er und spielte bei den Älteren der U12, und in der Rückrunde der gerade beendeten Saison rückte er erneut vorzeitig auf in Arminias U15-Regionalligateam.


Sein wichtigstes Utensil: Marlon Zacharias wird bei Borussia Dortmund einige Torwarthandschuhe brauchen. Foto: privat
Sein wichtigstes Utensil: Marlon Zacharias wird bei Borussia Dortmund einige Torwarthandschuhe brauchen. Foto: privat
Sein wichtigstes Utensil: Marlon Zacharias wird bei Borussia Dortmund einige Torwarthandschuhe brauchen. Foto: privat


Diese Entwicklung blieb nicht verborgen. Auch der 1. FC Köln und RB Leipzig wollten das Torhütertalent holen. Und dann war da ja noch die Option bei Arminia Bielefeld zu bleiben, dort, wo Marlon schon als Sechsjähriger bei den Heimspielen auf der Tribüne mitfieberte, die Feriencamps bei Carsten Rump besuchte und zuletzt Sondertraining bei Marco Kostmann, dem Torwart-Trainer der Profis, erhielt. „Es war keine einfache Entscheidung, ich habe bei Arminia ja unheimlich viel erlebt“, sagt Zacharias junior und erzählt freimütig, wie er 2014 seinen Tränen freien Lauf ließ, als die Bielefelder in der Relegation gegen Darmstadt verloren und abstiegen.


»Wir sind Arminia unglaublich dankbar«


„Marlon lebte diesen Verein. Er hat ja selbst die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle häufig besucht. Das war für ihn wie eine zweite Familie, und wir sind Arminia unglaublich dankbar für diese tolle Zeit“, betont Mutter Petra. Und doch heißt es nun Abschied nehmen, denn die nächste Sprosse auf Marlons Laufbahnleiter wartet. „Nach fünf Jahren bei Arminia bin ich schon traurig. Ich glaube aber, dass es der richtige Schritt für mich ist.“


Der junge Gymnasiast (8. Klasse) hat übrigens ein interessantes Vorbild: Nicht Manuel Neuer oder Roman Bürki, sondern an Nikolai Rehnen orientiere er sich. „Er hat auch in Arminias Jugend begonnen und später einen Profivertrag bekommen. So ein Vorbild ist für mich irgendwie näher“, erklärt der junge Keeper, der auch schon an die Tür der DFB-Auswahl geklopft hat. Der Herringhauser war vor zwei Wochen in Kaiserau bei einem U14-Sichtungsturnier dabei und darf jetzt auf eine Einladung zu einem DFB-Lehrgang hoffen.
Marlon Zacharias – eine Fußball-Geschichte, die noch am Anfang steht, aber sehr interessant werden könnte.

Aufrufe: 010.6.2019, 06:00 Uhr
Andreas Gerth / FuPaAutor

Verlinkte Inhalte