2026-03-13T07:45:35.464Z

Ligabericht

Druckprobe bestanden: Westercelle bleibt souverän an Elstorf dran

Bezirksliga Lüneburg 2: Estetal feiert einen wichtigen Sieg, Altencelle bestärkt Klassenerhaltsträume

von Moritz Studer · Heute, 18:45 Uhr · 0 Leser
– Foto: Felix Schlikis

Druck? Keine Spur! Der VfL Westercelle tut dem TSV Elstorf nicht den Gefallen, den Tabellenführer davonziehen zu lassen. Noch spannender ist der Blick in den Tabellenkeller der Bezirksliga Lüneburg 2, wo sich der MTV Soltau mit einer Serie herausgearbeitet hat. Meckelfeld und Estetal feiern wichtige Siege - zudem gewinnt ein totgesagtes Team den Glauben zurück an den Ligaverbelib.

Steffen Westermann brachte die SGE in einem richtungsweisenden Spiel mit einem direkten Freistoß in die Spur. Anschließend spielte sich Estetal im ersten Abschnitt in einen Rausch und brach Elbmarsch auch, weil Tom Künzer nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstor von Konstantin Tomchik den alten Vorsprung wiederherstellte. Im zweiten Durchgang machte Janko Hinrichs mit einem ansehnlichen Lupfer vorzeitig den Deckel drauf.

SGE-Co-Trainer Sascha Mummenhoff: "Das war heute eine sehr starke Leistung. Und das unter dem Druck, der zuletzt auf der Mannschaft lastete. Wir sind hervorragend ins Spiel gekommen und haben nach fünf Minuten völlig verdient geführt. Wichtig war vor allem die direkte Reaktion auf das Gegentor. Wir haben sofort wieder nachgelegt und den Abstand wiederhergestellt. Das zeigt die richtige Mentalität. In der zweiten Halbzeit müssen wir uns lediglich die Chancenverwertung vorwerfen. Mit mehr Konsequenz wäre ein noch deutlicheres Ergebnis möglich gewesen. Nach den zuletzt schwierigen Ergebnissen ist es umso wichtiger, dass wir heute über weite Strecken nahezu perfekt gespielt haben. Schön ist, dass wir uns vor der Begegnung gegen den Spitzenreiter Elstorf am kommenden Sonntag noch einmal Selbstvertrauen holen konnten. Noch wichtiger ist allerdings, dass wir den Abstand zum Tabellenende gewahrt haben. Ein besonderes Kompliment gilt Isa Buzhala und Steffen Glade. Beide haben als Routiniers Verantwortung übernommen und der Mannschaft viel Stabilität gegeben. Auch die Tore waren zum Teil sehr sehenswert. Der Freistoß von Steffen Westermann zum 1:0 und der Lupfer von Janko Hinrichs über den Torwart zum 5:1 stehen exemplarisch für die Qualität, die wir heute gezeigt haben."

Im Keller wird es nochmal enger! Denn der SV Altencelle hat sich noch nicht aufgegeben und möchte nochmal mitmischen. Weil die Konkurrenz ihre Hausaufgaben ebenfalls erledigte, bleibt der Weg für den SVA weit. Nach dem Erfolg gegen die SG Estetal in der Vorwoche ist der Glaube beim Tabellenvorletzten aber zurück. Robin Ohlde kürte sich in der Schlussphase zum Matchwinner (82.).

Viertes Spiel, vierter Sieg! Der MTV Soltau arbeitet sich im Jahr 2026 zielstrebig aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Mittelfeld. Im ersten Durchgang brachte Mats Flick die Hausherren in die Spur (13.), kurz danach erhöhte Mika-Jaimi Gonzalez (26.). Nachdem Fynn-Ole Liebald für die Vorentscheidung sorgte (55.), verpassten Gonzalez (73.), Jelle Tödter (77.) und Jacob Appel (82.) den Gästen eine ordentliche Packung. Borstel rutscht damit auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

Immer wenn Eversen/Sülze den Meckelfeldern eine Nachlässigkeit anbot, war Kandal Kaval zur Stelle. Zunächst tankte sich der Unterschiedsspieler gegen mehrere Gegenspieler durch und vollstreckte trotz mehrerer Bewacher ins Kreuzeck (8.). Der Aufsteiger fand zwar die schnelle Antwort durch einen Elfmeter von Moritz Stahlmann (15.), der wenig später seine Möglichkeit zum Führungstreffer nicht nutzte.

Daraufhin leisteten sich die Gastgeber wieder einen Fehler, der zu einem Foulelfmeter führte. Kaval übernahm die Verantwortung und brachte die Bravehearts erneut in Front (24.). Eversen hielt den Druck hoch und belohnte sich schließlich nach einem Ball hinter die Kette über die rechte Seite, den Marc Gyüker vollstreckte (86.). Doch auf der anderen Seite bekamen die Meckelfelder einen weiteren Elfmeter zugesprochen, den Dreierpacker Kaval zum umjubelten 3:2-Sieg für die Gäste verwandelte (88.).

TuS-Coach Nils Rogge: „Wir sind meiner Meinung nach die spielbestimmende Mannschaft gewesen. Meckelfeld war nur nach Umschaltmomenten auffällig, wir selbst sind aber auch nicht zu nennenswerten Torchancen gekommen. Als wir den späten Ausgleich erzielt haben, dachten wir, dass wir das Spiel noch drehen können. Stattdessen leisten wir uns wieder ein unnötiges Foul. Am Ende wissen wir nicht, wie wir dieses Spiel verlieren können, weil wir drei Geschenke verteilt haben. Im Moment ist das Glück nicht auf unserer Seite – nächste Woche müssen wir nachlegen.“

Dass der TSV Elstorf bereits am Freitagabend vorlegte, ließ sich Westercelle kaum anmerken. Eric Schlubohm führte den VfL schon nach wenigen Minuten auf die Siegerstraße (3.), Marlon Vonau (25.) und Kolja Überheim (37.) brachten die Überlegenheit noch deutlicher auf die Ergebnistafel. Nach dem Seitenwechsel sorgten Max Hoppenstedt (49.) und Finn Johannesmann (59.) schnell für die Entscheidung, nach der sich die Hausherren höchstens einen noch deutlicheren Ausgang der Begegnung vorwerfen lassen mussten.

VfL-Cheftrainer Sebastian Zich: „Wir sind schnell in Führung gegangen und das Spiel lief eigentlich nur in eine Richtung. Düshorn hatte eine brenzlige Situation, die aber mit einer Abseitsposition endete. Wir selbst haben alles gut wegverteidigt und hätten noch deutlicher führen können. Nach der Pause ist der Gegner gar nicht mehr aus seiner Hälfte rausgekommen. Insgesamt war es ein dominanter Auftritt von uns, bei dem wir die Situationen teilweise schön ausgespielt haben.“

Erst scheiterte Jannik Thees noch am Pfosten (23.), dann löste Anton von der Lieth den Knoten für den FC Jesteburg-Bendestorf (35.). Dass Thees nur zwei Zeigerumdrehungen später mit einem direkten Freistoß nachlegte (37.), verschaffte den Gästen die nötige Sicherheit. Nach dem Seitenwechsel schnürte Thees seinen Doppelpack (68.) – JesBe erledigt seine Pflichtaufgabe, muss im engen Tabellenkeller aber weiter zittern.

Mit dem Anbruch der Schlussphase gelang es Ole Albers die Geduldsprobe für den MTV Egestorf zu lösen. Die Egestorfer festigen damit ihren dritten Platz, für Munster wird die Luft im Abstiegskampf wiederum dünner.

Im ersten Abschnitt leisteten sich die Elstorfer im Mittelteil eine kurze Durststrecke, in der der Jahn durchaus selbst am Führungstreffer schnupperte. Schließlich schaltete der Favorit vor der Pause doch nochmal hoch, ließen ihre ersten Hochkaräter aber doch liegen. Allerdings sicherte sich Jonah Genterczewsky dann doch noch den Höhepunkt des ersten Durchgangs, als er das Spielgerät aus 18 Metern wuchtig und unhaltbar in den Winkel hämmerte (45.).

Nach dem Seitenwechsel haderte der TSV mit einer Elfmeterentscheidung, die Julius Baden wie schon in der Vorwoche verlässlich für den Ausgleich nutzte (53.). Letztlich brauchten die Elstorfer eine Kuriosität, um sich in der Schlussphase doch noch spät auf die Siegerstraße zu begeben. TVJ-Torhüter Mattis von Kodolitsch meckerte mit dem Ball in der Hand in Richtung des Schiedsrichters, der daraufhin an dieser Stelle den Gästen einen indirekten Freistoß zusprach.

Der erste Versuch acht Meter vor dem Ziel landete noch in der Mauer, doch Klaas Krüger stand goldrichtig, um den Rebound im Kasten unterzubringen (78.). Zuletzt kam Krüger vermehrt für die Kreisliga-Reserve zum Einsatz, nachdem er zwischenzeitlich verletzt war und derzeit an seinem Master-Studium feilt. Nun hatte der Torjäger mit seinem Treffer den Dosenöffner parat, mit dem sich die Elstorfer in den entscheidenden Rausch spielten, um durch Melvin Krolikowski (81.) und Timo von Reith (84.) schnell die offenen Fragen zu beantworten.

Elstorf-Cheftrainer Michel Welke: „Am Ende war es sein Sieg des Willens, der Geduld und der Überzeugung. Nach dominanten Anfangsminuten verlieren wir den Faden, sodass es auch 2:0 für Schneverdingen hätte stehen können. Vor der Halbzeit gelingt uns dann aber der Turn und wir nehmen das Zepter wieder in die Hand. Wir wollten dann unsere defensive Stabilität ausspielen, was auch funktioniert hätte, wenn der Schiedsrichter mit dem Elfmeterpfiff nicht eine wahnsinnige Idee gehabt hätte. Dass Klaas dann direkt nach seiner Einwechslung trifft, freut mich mega für den Jungen – das war für uns der Dosenöffner.“