Mit 61 Punkten führt der SV Hollenstede die Liga nach 24 Spielen an – punktgleich mit SV Grafeld (Ab) und SC Achmer (Ab). Mittendrin: Justus Reinermann, 20 Jahre alt, 1,82 Meter groß, 77 Kilogramm schwer, in Ausbildung zum Physiotherapeuten und ausgebildet beim SV Hollenstede und BW Merzen. Ob als Stürmer oder über die linke Seite – der Offensivspieler liefert konstant.
Der 4:0-Erfolg gegen Alfhausen II wirkt klar, war aber, wie Reinermann selbst sagt, „ein ganz schönes Stück Arbeit“. Es folgte jedoch ein Rückschlag im Spitzenspiel gegen Grafeld (1:3), bei dem zwei Fehler früh entscheidend waren. Dennoch bleibt die Ausgangslage offen: Drei Teams, punktgleich an der Spitze, jedes Spiel mit enormer Bedeutung.
Justus Reinermann: Ja, 4:0 hört sich vom Ergebnis her gut an, aber es war trotzdem ein ganz schönes Stück Arbeit. In der ersten Hälfte haben wir stark gespielt und gehen verdient mit 2:0 in die Pause. In der zweiten Hälfte hat Alfhausen es deutlich besser gemacht als zuvor. Wir hatten Glück, dass kein 2:1 gefallen ist, und konnten am Ende noch zweimal kontern und die Tore erzielen.
Es folgte das 1:3 im Spitzenspiel gegen Grafeld – wie ist es gelaufen?
Reinermann: Wir sind leider durch zwei unnötige Fehler mit 0:2 in Rückstand geraten und konnten uns in der ersten Hälfte kaum Torchancen herausspielen. In der Halbzeit hat unser Trainer die richtigen Worte gefunden, und wir kamen mit viel Energie aus der Pause. Danach haben wir Grafeld gut unter Druck gesetzt und verdient das 2:1 erzielt. Leider konnte Grafeld sich anschließend wieder stabilisieren und nach einer Ecke das 3:1 machen. Danach sind wir offensiv nicht mehr entscheidend vor das Tor gekommen.
Wie bewertest du die sportliche Lage? Es ist ein Dreikampf an der Spitze. Wen siehst du am Ende vorne und warum?
Reinermann: Der Dreikampf an der Spitze macht richtig viel Spaß und ist sehr spannend. Ich denke, dass wir und Grafeld uns am Ende durchsetzen können, weil Achmer schon häufiger erst in den letzten Minuten gewonnen hat. Letztlich ist mir aber egal, wer sich durchsetzt – Hauptsache, der SV Hollenstede spielt nächstes Jahr in der Kreisliga.
Am Mittwoch geht es gegen den SC Achmer – sicher mit Wut im Bauch ...
Reinermann: Gegen Achmer wollen wir die Niederlage gegen Grafeld wiedergutmachen und die wichtigen drei Punkte im Pinthüttenstadion behalten. Das wäre ein starkes Signal im Aufstiegsrennen.
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Tabellensituation
1. SV Hollenstede 24 20-1-3 98:28 61
2. SV Grafeld (Ab) 23 20-1-2 76:18 61
3. SC Achmer (Ab) 24 20-1-3 69:27 61
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Du hast schon bei den Junioren alles kurz und klein geschossen. Jetzt in deiner ersten Senioren-Spielzeit bist du klar auf Kurs für mehr als 30 Tore. Wie viele sollen es denn werden?
Reinermann: In meiner ersten Herrensaison läuft es bisher besser als erwartet. Ich hoffe, dass noch einige Tore dazukommen, damit ich der Mannschaft helfen kann, das große Ziel Aufstieg zu erreichen.
Bist du damit in der richtigen Liga?
Reinermann: Ich wollte mein erstes Herrenjahr auf jeden Fall in meiner Heimat spielen, deshalb war mir die Liga zunächst egal.
Aber dein Handy sollte schon ab und an klingen? Wo spielst du denn in der kommenden Saison?
Reinermann: Ja, mein Handy hat in dieser Saison schon ein paar Mal geklingelt. Die Antwort an die Vereine war aber immer gleich: „Wenn wir aufsteigen, spiele ich auch nächstes Jahr in Hollenstede. Wenn nicht, überlege ich mir alles noch einmal.“
Du bist gerade mal 20 Jahre alt – wohin führt der Weg? Kannst du dir vorstellen, ein paar Ligen höher zu spielen?
Reinermann: Ich möchte es irgendwann versuchen, ein paar Ligen höher zu spielen. Mit 20 Jahren habe ich dafür aber noch Zeit und setze mich nicht unter Druck.