
Der VfR Aalen hat seinen ersten Test nach der Rückkehr in die Regionalliga mit einem bemerkenswerten Ergebnis abgeschlossen. Das 3:1 gegen den Drittliga-Aufsteiger Würzburger Kickers war mehr als ein gelungener Sommerauftakt: Es zeigte, dass der Oberliga-Meister auch gegen höhere Ansprüche bereits Widerstandskraft und Qualität klar sichtbar auf den Platz bringt.
Für Trainer Beniamino Molinari lieferte dieser Mittwochabend genau jene Hinweise, die man in einem ersten Vorbereitungsspiel sucht. Nicht alles muss im Juli schon sauber ineinandergreifen, aber gegen die Würzburger Kickers zeigte der VfR früh, dass er den Sprung in die Regionalliga nicht nur verwalten will. Aalen nahm den Vergleich mit dem künftigen Drittligisten an und blieb auch nach dem Rückstand stabil.
Liam Omore brachte Würzburg nach 33 Minuten in Führung, womit die Partie zunächst den erwartbaren Verlauf eines Tests gegen einen höherklassigen Gegner zu nehmen schien. Doch nach der Pause kippte Aalen das Spiel binnen weniger Minuten. Niklas Antlitz verwandelte in der 56. Minute einen Handelfmeter zum 1:1, nur drei Minuten später traf Tom Barth zum 2:1. Dass ausgerechnet einer der Neuzugänge diesen Treffer erzielte, passte zu einem Abend, an dem der umgebaute Kader erste positive Spuren hinterließ. In der 62. Minute sorgte Antlitz mit seinem zweiten Tor für den 3:1-Endstand.
Natürlich bleibt auch dieser Sieg ein Testspielergebnis, kein Versprechen. Doch nach dem Aufstieg und vor einer neuen Liga zählt jedes Signal, das Selbstvertrauen und Struktur verbindet. Aalen wirkte nicht wie eine Mannschaft, die ehrfürchtig nach oben schaut, sondern wie ein Aufsteiger, der seine neue Umgebung aktiv betreten will.
Molinari wird dennoch genügend Punkte für die Trainingswoche finden. Die Regionalliga wird andere Fragen stellen, regelmäßig und ohne die Nachsicht eines Sommerspiels. Aber der Auftakt gegen Würzburg war ein brauchbarer Befund. Gerade diese Nüchternheit dürfte dem Trainer gefallen haben nach intensiven ersten Tagen. Am Samstag geht es bei der Normannia Gmünd weiter, also gegen einen Oberligisten und damit gegen jene Ebene, die der VfR gerade verlassen hat. Nach diesem 3:1 reist Aalen dorthin mit Rückenwind, aber sicher nicht mit fertigen Antworten.