
Worms. Mit einer hohen Trefferquote in den Vorbereitungsspielen und reichlich Rückenwind startete Noah Maier Anfang August in die neue Saison. In der Sommerpause hatte der Neuzugang von der Arminia aus Ludwigshafen mit zahlreichen Toren geglänzt und seinen Trainer Anouar Ddaou auf Anhieb von sich überzeugt. Der Lohn: Als die Wormaten auf dem Betzenberg beim FCK II in die neue Spielzeit starteten, stand der 20-jährige Angreifer in der ersten Elf.
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Auch im ersten Liga-Heimspiel gegen Cosmos Koblenz und beim Pokalauftritt in Mainz beim FC Basara war das der Fall. Doch Maiers „Input“ hielt sich in Grenzen. Mert Özkaya brillierte hingegen nach seiner „Versetzung” von der linken Seite hinter der nominell einzigen Spitze. Nico Jäger überzeugte mit Geradlinigkeit in seinem Spiel sowie erfolgreichen Tiefenläufen und Marc Nauth stach mit Spielwitz und Torgefahr heraus. Und Noah Maier? Der schaffte es zunächst nicht, sich erfolgreich in Szene zu setzen. Wenige Abschlüsse, überhaupt kaum Torraumszenen, dazu leichte Ballverluste als Wandspieler – der Übergang von Test- zu Pflichtspiel wollte ihm nicht wirklich gelingen. Das änderte sich am vergangenen Spieltag. Doch dazu gleich mehr.
Ähnlich verliefen die „Startwochen“ für Bobby Edet, der Nummer zwei im Stürmerranking der Wormatia. Auch er blieb bei seinen Kurzauftritten zunächst unauffällig und wirkte nicht wirklich in das Spiel der Wormser eingebunden. Mit seinem Treffer im Pokalspiel in Mainz gelang ihm aber bereits früh ein erster Pflichtspieltreffer mit dem Drachen auf dem Trikot. Nun folgte gegen Diefflen am vergangenen Samstag der zweite Treffer. Die Quote, vier Teileinsätze zwei Tore, spricht für Edet.
Doch nicht nur Edet traf beim jüngsten 4:1-Erfolg das erste Mal im Ligaalltag. Seine Sturmkollegen Niklas Meyer und Noah Maier taten es ihm gleich. Niklas Meyer, bislang als Joker auf dem Flügel eingesetzt, erzielte als „Nummer neun“ auf dem Platz die 2:1-Führung. Noah Maier und Bobby Edet legten als Joker die Treffer drei und vier nach. Edet, der sich trotz eher geringen Einsatzzeiten schon großer Beliebtheit im Wormser Publikum erfreut, traf sogar in Tor-des-Monats-Manier aus knapp 35 Metern.
Trotz der drei „Stürmer-Statements“. Ihr Trainer Anouar Ddaou ordnet die Leistungen seiner Angreifer weiter sehr sachlich ein. Er malt nicht zu weiß und auch nicht zu schwarz. Die unauffälligen Auftritte seiner Stürmer zu Saisonstart wollte er ebenso wenig überbewerten, wie nun die drei Tore der drei Stürmer in einem Spiel. Noch vor der Partie gegen Diefflen hatte er seine Angreifer starkgeredet. Dass die Offensivreihe hinter der einzigen Spitze in seinem 4-2-3-1-System weitaus häufiger als Torschützen und „Chancenkreierer” in Erscheinung getreten war und Maier und Co zu Saisonbeginn weniger ins Offensivspiel eingebunden wirkten, beunruhigte ihn nicht. „Wir sind im Sturm gut aufgestellt”, hatte er auf Anfrage klargestellt und die vielen verschiedenen Optionen bei der Auswahl in vorderster Front betont: „Wir haben genug gute Spieler, die in der Spitze gut spielen können.” Neben Maier und Edet nannte Ddaou auch die Flügelstürmer Nauth und Jäger sowie Meyer, der daraufhin dort prompt seine Startelfpremiere feierte und diese mit seinem ersten Saisontor rechtfertigte.
Eine klare Rangordnung gibt es im Angriff der Wormaten nicht. Die Stürmer sind alle nah beisammen und je nach Gegner dürfte die Besetzung der vordersten Front variieren. Vor allem, wenn die Joker ihren Job wie gegen Diefflen so tadellos erledigen und mit neuem Selbstvertrauen in die Spiele gehen können. Noah Maier präsentierte sich, wie von Ddaou erhofft, bei seinem zehnminütigen Kurzeinsatz zielstrebig und schnörkellos. Die perfekte Antwort auf seinen ersten „Bankplatz” der Saison. „Noah arbeitet Tag für Tag hart und ist ein wichtiger Faktor für uns”, lobte der 45-jährige Trainer Maier auch für dessen Trainingsfleiß unter der Woche, der auch dessen Mitspielern nicht verborgen geblieben ist. „Ich freue mich besonders für Noah, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist”, äußerte sich Mittelfeldspieler Laurenz Graf nach dem Diefflen-Sieg. „Die Eingewechselten waren sofort da, was für uns super wichtig ist”, sagte Graf, der auch ein Lob an Niklas Meyer aussprach. „Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht.”
Mit Anlauf haben die Wormser Angreifer also ihre ersten Duftmarken gesetzt. Und damit ihrem Trainer die Entscheidung, wer denn nun im Doppelpack beim SC Idar-Oberstein, am Sonntag im Liga-, am Mittwoch im Pokalduell, anfangen soll, nicht gerade leichter gemacht.