
Die Serie des FC Langengeisling hat weiter Bestand. Im neunten Spiel hintereinander blieb die Truppe von Trainer Max Hintermaier ungeschlagen. Nach sechs Siegen und zwei Unentschieden gab es am Samstag ein 3:1 (1:1) gegen die SpVgg Altenerding. In diesem Derby war alles drin: vier Tore, drei Rote Karten, zwei heiße Teams und ein Elfmeter. Damit haben die Geislinger den Klassenerhalt fast in der Tasche.
Während die Veilchen nach dem Schlusspfiff mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen, sanken die meisten Langengeislinger erst mal zu Boden, schnauften durch und massierten sich ihre müden Waden, ehe es in die Jubeltraube ging. Sie waren mit ihren Kräften sichtlich am Ende. Keine 48 Stunden nach dem hart erkämpften 2:2 gegen Spitzenreiter Nord-Lerchenau mussten sie auch gegen Altenerding wieder an ihre Grenzen gehen.
Dabei war der Start für die Geislinger vor 400 Zuschauern alles andere als verheißungsvoll: Bereits in der 7. Minute war Leart Bilalli im FCL-Strafraum zu Boden gegangen. Schiedsrichter Johannes Oberrader entschied auf Elfmeter, den Leonardo Tunjic sicher verwandelte.
In der 11. Minute zögerte SpVgg-Torwart Lukas Loher mit dem Herauslaufen und stieß dann unglücklich mit Kilian Kaser zusammen – es sollte nicht das letzte „Treffen“ der beiden bleiben. Beide konnten nach kurzer Behandlungspause weiterspielen.
Nach einigen Chancen auf beiden Seiten, mit Vorteilen für die Gäste, jubelte erneut Altenerding – doch zu früh. FCL-Torwart Michael Hierl ließ einen Schuss von Ajdin Nienhaus abprallen, Christoph Luberstetter staubte ab, stand dabei jedoch im Abseits (20.). Nur kurz darauf musste Hierl sein ganzes Können aufbieten, nach einem Schuss von Bilalli aus spitzem Winkel.
Dann waren Geisling mit Jubeln dran – und dieser Treffer galt. Max Maier zog ab, Loher ließ den Ball fallen, Kaiser staubte zum 1:1 ab (27.). Der Gäste-Keeper konnte sich dann bei Schüssen von Valentin Bachmeier (27.) und Kaiser (35.) auszeichnen, ehe er sich erneut vor Schmerzen krümmte. Kaiser kam einen Schritt zu spät, checkte Loher um und sah Gelb (37.).
Kurz vor der Pause ging es richtig zur Sache. Der Schiedsrichter entschied auf Einwurf für Geisling, doch Samuel Kronthaler wollte den Ball nicht hergeben. Lucas Seeholzer wollte ihm das Leder aus der Hand reißen, woraufhin beide zu Boden gingen – Rudelbildung. Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, zückte der Referee Rot gegen Verursacher Kronthaler und Gelb gegen Seeholzer. Außerdem sah Geislings Rafael Jorge noch Rot, der fassungslos war und kopfschüttelnd den Platz verließ.
Kaum war wieder angepfiffen, rauschten Loher und Kaiser nach einer Freistoßhereingabe von Lenny Gremm schon wieder leicht zusammen, diesmal aber folgenlos. 20 Minuten vor Schluss bogen die Geislinger auf die Siegerstraße ein. Sebastian Schubert schnappte sich in der eigenen Hälfte den Ball, konnte nicht entscheidend gestört werden, zog am Altenerdinger Strafraum aus halbrechter Position ab, und vom linken Innenpfosten sprang der Ball zum 2:1 ins Netz.
Sieben Minuten später wälzte sich Geislings Max Maier schmerzverzerrt am Boden – fernab des Spielgeschehens. Schiri Oberrader befragte seinen Assistenten und schickte den Altenerdinger Bilalli mit Rot vom Feld. Nur drei Minuten danach die Entscheidung: Gremm schoss aufs kurze Eck, Loher war zwar noch dran, musste den Ball aber zum 3:1 für Langengeisling passieren lassen.
In den letzten Minuten spielten die Geislinger den Derby-Sieg locker nach Hause und hätten das Resultat in der fünfminütigen Nachspielzeit fast noch höher geschraubt. Doch ein abgefälschter Schuss von Paul Bucher ging knapp vorbei, und kurz darauf entschärfte Loher noch einen satten Schuss von Gremm.
Danach herrschte grenzenlose Enttäuschung bei Altenerding und bei den Geislingern erst Erschöpfung, ehe grenzenloser Jubel über den Derby-Sieg folgte.