2026-03-13T07:45:35.464Z

Spielbericht

Drei Oldies hauchen Union neues Leben ein

Was für ein Statement in der Landesklasse 2: Der FC Union Mühlhausen hat Tabellenführer FC Erfurt Nord mit 6:3 vom eigenen Platz geschossen – und dabei vor allem mit Erfahrung, Moral und einer furiosen Schlussphase in beiden Halbzeiten überzeugt.rnrn

von Christopher Plischka · Gestern, 23:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Brennpunkt Orange

Dabei begann die Partie alles andere als nach Plan für die Unioner. Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen durch Walter (21.) und Adams (26.) früh mit 0:2 in Führung...

Doch Union ließ sich davon nicht aus der Bahn werfen – auch dank dreier Routiniers, die dem Spiel eine besondere Note gaben. Trainer Toni Jurascheck lief selbst auf, dazu kamen Daniel Schmidt und der kurzfristig reaktivierte 43-jährige Dominique Sellmann. Und genau diese Mischung aus Erfahrung und Ruhe zeigte Wirkung. Noch vor der Pause schlug Mühlhausen zurück: Doppelpacker Daniel Schmidt verkürzte zunächst in der 37. Minute und glich nur sechs Minuten später zum 2:2 aus (43.).

Nach dem Seitenwechsel blieb es lange offen, ehe Union erneut in den entscheidenden Momenten zuschlug. Stein brachte die Hausherren per Elfmeter erstmals in Führung (76.), ehe erneut Schmidt mit seinem dritten Treffer des Tages auf 4:2 stellte (81.).
In der Schlussphase brachen dann alle Dämme: Franke (83.) und Hottop (86.) schraubten das Ergebnis auf 6:2, bevor Stolpe in der Nachspielzeit noch Ergebniskosmetik zum 6:3 betrieb (90.+3).

„Das sind die Geschichten, die der Amateurfußball braucht“

Im Mittelpunkt stand dabei die „Oldie-Achse“ um Jurascheck, Schmidt und Sellmann – und genau diese hob der Trainer nach Abpfiff besonders hervor: „Am Ende des Tages bin ich erstmal brutal stolz auf die Jungs, dass sie trotz alledem, was gerade abläuft, die Vorgaben immer wieder versuchen umzusetzen. Da ziehe ich wirklich den größten Hut davor.“

Kurz vor dem Spiel wurde es dabei sogar noch kurios: „Ich habe kurz vor Anpfiff noch mit Dominique Sellmann, einem 42-jährigen Unioner Urgestein, gesprochen und ihn überzeugt, dass er doch mit dabei ist, weil noch jemand ausgefallen ist. Er hat sofort gesagt: ‘Auf geht’s’ – und dann auch gute 60 Minuten durchgehalten. Das ist schon Wahnsinn.“ Gemeinsam mit Daniel Schmidt bildete Jurascheck selbst den erfahrenen Kern auf dem Platz: „Ich auf der Zehn, Daniel vorne – das sind dann diese Geschichten, wenn drei Alte da ein bisschen rumeiern und dann kommt der Spitzenreiter. Das ist einfach verrückt.“

Auch vom frühen Rückstand ließ sich der Coach nicht beirren: „Ich war die ganze Zeit überzeugt, dass wir heute nicht verlieren, auch nach dem 0:2 nicht. Wir waren gut im Spiel und hatten unsere Chancen. Klar, die jungen Spieler sind da kurz verunsichert, aber das ist normal. Die lernen das noch.“ Gerade die Mischung machte am Ende den Unterschied: „Ich glaube, die Jungs haben sich schon wohlgefühlt mit so ein paar alten Haudegen auf dem Platz, die die Richtung vorgeben. Das war am Ende rundum gelungen und auch in der Höhe verdient.“

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben bleibt Jurascheck realistisch: „Wir werden auch nächste Woche wieder improvisieren müssen. Der erste Schritt ist gemacht, aber es bleibt spannend. Jetzt fahren wir nach Borntal und schauen, dass wir da auch wieder was mitnehmen.“

Auf Seiten der Gäste fiel das Fazit deutlich knapper aus. Trainer Rico Methfessel brachte es auf den Punkt: „Mühlhausen wollte den Sieg einfach mehr als wir. Der Sieg geht absolut in Ordnung. Wir werden das intern aufarbeiten.“

Für Union geht es nun mit Rückenwind nach Borntal – und mit der Gewissheit, dass Erfahrung manchmal den entscheidenden Unterschied macht. Erfurt Nord erwartet das Derby gegen Gispersleben und mit Sicherheit die Zielsetzung schnellstens wieder zurück in die Spur zu finden.