
Für den Fußballfan sind die wöchentlichen Wasserstandsmeldungen aus der Landesliga gleichermaßen spannend wie unterhaltsam. Wie an der Spitze eines Radrennens wechseln die acht Top-Mannschaften immer wieder ihre Plätze, und dem Anhänger bleibt die optimistische Erkenntnis, dass der eigene Verein mit einer kleinen Siegesserie schnell Tabellenführer werden kann. Und genau diesem Spielchen verweigert sich Andreas Giglberger, Trainer des VfB Hallbergmoos. Vor dem Heim-Knaller gegen den TSV Murnau (Freitag, 19 Uhr) erklärt er den Blick auf das Tableau für sinnlos: „Ich schaue da nicht hin. Wir wollen unsere Spiele gewinnen – und wenn das gelingt, dann stehst du irgendwann zwangsläufig vorn.“
Das mit dem Spiele-Gewinnen ging zuletzt bei der Pflichtaufgabe in Karlsfeld gewaltig in die Hose. „Wir haben das sachlich analysiert und deutlich angesprochen“, so der Coach. Und Giglberger hat auch eigene Fehler angesprochen. Die Trainer wechselten zur Pause doppelt, weil ihnen der Auftritt in der ersten Hälfte zu wenig war. Durchgang zwei lief dann jedoch richtig schlecht – und Giglberger merkt selbstkritisch an, dass auch die Trainer da Fehler gemacht haben.
Noch bitterer als die verlorenen drei Punkte ist allerdings der Verlust von Emil Kierdorf, der sich eine Sehne im Oberschenkel gerissen hat. Für den Mittelstürmer ist damit die Saison 2025/26 beendet – und das kurz vor der heißen Phase der Saison. Sportlich hat sich der VfB bekanntlich deutlich breiter aufgestellt, sodass nun Assist-König Arian Kurmehaj oder Julian Kristo vorn angreifen dürfen. Mit Valentin Bamberger gibt es außerdem noch einen dritten Mittelstürmer und damit reichlich Optionen.
Nach einer nahezu perfekten Vorbereitung plagen die Hallberger nun auch einige Ausfälle. In Karlsfeld verletzte sich Moritz Sassmann an den Adduktoren, dürfte aber bald wieder dabei sein. Bei Jonas Mayr (Knorpelschaden) ist es abhängig von den Schmerzen, ob er wieder spielen kann. Auch bei ihm könnte die Verletzung das Saisonende bedeuten. „Natürlich haben wir einen breiten Kader“, sagt Coach Giglberger. „Aber mit den drei Spielern fehlen uns schon absolute Leistungsträger.“
Mit Murnau kommt eines der acht Teams, die von der Bayernliga träumen dürfen. Im Hinspiel wurde der VfB mit einem satten 2:5 wieder nach Hause geschickt. Deshalb ist davon auszugehen, dass dieses Heimspiel eine ganz harte Nummer wird. Trainer Andreas Giglberger will die Karlsfeld-Pleite (noch) nicht überbewerten: „Unsere gesamte Vorbereitung war überragend, und auch das erste Match gegen Garmisch war stark. Das Spiel in Karlsfeld war ein einziger Ausrutscher.“