
Der SSV Ulm 1846 Fußball steht nach einer dramatischen 2:3-Niederlage beim 1. FC Schweinfurt 05 vor einem emotionalen Scherbenhaufen. Im Kellerduell der 3. Liga verspielten die Spatzen am 28. Spieltag eine komfortable Führung und kassierten heute in der vierten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Gegentreffer. Während die Gastgeber den „Triumph des Willens“ feierten, herrschte auf Ulmer Seite nach dem Abpfiff fassungsloses Entsetzen. Trainer Pavel Dotchev fand eine deutliche Analyse für die prekäre Lage im Abstiegskampf.
Verpasste Gelegenheiten in einer intensiven ersten Hälfte
Die Partie begann ohne langes Abtasten. Bereits in der 4. Minute zischte ein Abschluss von Sebastian Müller nach Zuspiel von Lauris Bausenwein nur haarscharf am Pfosten des Ulmer Gehäuses vorbei. Die Spatzen antworteten prompt: Nach einer Flanke von Abu-Bekir Ömer El-Zein kam Leon Dajaku frei zum Abschluss, doch Schweinfurts Schlussmann Toni Stahl verhinderte den Rückstand (9.).
Kurz darauf verpasste Lucas Röser einen scharfen Querpass von Leon Dajaku nur um Zentimeter (11.). Trotz weiterer Großchancen durch Abu-Bekir Ömer El-Zein, der unter anderem einen Kopfball aus kürzester Distanz über den Kasten setzte (32.) und einen Flachschuss neben den Pfosten platzierte (37.), ging es torlos in die Kabinen.
Lucas Rösers Doppelpack lässt die Spatzen träumen
Nach dem Seitenwechsel belohnten sich die Ulmer zunächst für ihren Aufwand. In der 48. Minute schalteten die Spatzen nach einem Ballgewinn im Zentrum blitzschnell um. Leon Dajaku bediente Elias Löder, der querlegte, sodass Lucas Röser die Kugel zur 1:0-Führung nur noch über die Linie drücken musste.
Die mitgereisten Fans jubelten erneut, als Leon Dajaku in der 58. Minute den am langen Pfosten sträflich freien Lucas Röser fand. Der Stürmer löste sich und setzte seinen Kopfball gegen die Laufrichtung von Toni Stahl zum 2:0 ins Netz. Zu diesem Zeitpunkt schien der so wichtige Auswärtssieg für die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev in greifbarer Nähe.
Der bittere Einbruch in der Schlussviertelstunde
Doch die Schlussphase entwickelte sich für Ulm zum Albtraum. Der eingewechselte Nico Grimbs nutzte in der 73. Minute eine Kopfballvorlage von Michael Dellinger nach einer Ecke von Johannes Geis zum Anschlusstreffer. Die Nervosität bei den Spatzen stieg spürbar. In der 80. Minute entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für den 1. FC Schweinfurt 05, nachdem Tim Latteier gefoult worden war. Johannes Geis behielt die Nerven und glich zum 2:2 aus (81.). Ulm versuchte in einer hektischen Schlussphase noch einmal alles, doch ein Kopfball von Lukas Mazagg segelte knapp über das Tor (90.).
Emotionaler Totalschaden in der Nachspielzeit
In der vierten Minute der Nachspielzeit folgte der endgültige Tiefschlag. Nach einem Freistoß von Johannes Geis, den Thomas Meißner weiterleitete, traf Michael Dellinger per Kopf zum 3:2-Endstand für Schweinfurt. Während die Spieler von Jermaine Jones den Sieg feierten, starrten die Ulmer Akteure und Fans fassungslos ins Leere. Die Spatzen liegen nach diesem Spielverlauf sprichwörtlich am Boden.
Dotchevs deutliche Warnung vor dem Abstieg
Trainer Pavel Dotchev nahm nach der bitteren Pleite kein Blatt vor den Mund und schlug Alarm: „Wenn wir so weiterspielen, steigen wir ab.“ Mit 24 Punkten verharrt der SSV Ulm 1846 Fußball auf dem 18. Tabellenplatz und hat acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, das derzeit vom 1. FC Saarbrücken besetzt wird. Das Spiel gegen Schweinfurt, das trotz des Sieges abgeschlagen am Tabellenende steht, war ein Rückschlag der grausamsten Sorte. Für Ulm bleibt nur eine kurze Zeit der Wundenleckung, bevor am nächsten Sonntag das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 ansteht.