2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

Drama in der Nachspielzeit in Pönitz

Altenholz kassiert zwei Treffer zum 1:3 in der Overtime

von Ismail Yesilyurt · Heute, 14:18 Uhr · 0 Leser
Die SVG Pönitz holt sich die Nummer eins zurück.
Die SVG Pönitz holt sich die Nummer eins zurück. – Foto: Ismail Yesilyurt

Die Tabellenführung war futsch, die Uhr zeigte längst 90+beim Stande von 1:1 zwischen der SVG Pönitz und dem TSV Altenholz vor einer guten Zuschauerkulisse von 210 Fans – doch Fortuna meinte es gut mit der SVG. Ein Eigentor von Leon Pantel und ein Traumtor von Oscar Herzog sorgten schließlich in der 97. und 99. Minute für einen SVG-Erfolg. Mit einem 3:1 gegen den TSV Altenholz holten sich die Ostholsteiner die Tabellenführung in der Verbandsliga Ost zurück, die sie nach dem Freitagssieg der Probsteier SG zwischenzeitlich verloren hatten.

Chancen hüben wie drüben

Die erste Halbzeit war ein Duell auf Augenhöhe im ersten Punktspiel 2026 für beide Teams. Pönitz hatte leichte Feldvorteile, mehrere gute Möglichkeiten, doch auch Altenholz tauchte zweimal frei vor Kasulke auf. Der Keeper der SVG stand jedoch wie ein Türsteher ohne Gästeliste vor seinem Tor.

„Vielleicht ein hauchzarter Vorteil für Pönitz“, meinte auch Altenholzs Trainer Nils Lenschau später. „Aber wir hatten zwei Eins-gegen-eins-Situationen, die wir machen müssen.“ Auch Christian Born sah ein intensives, offenes Spiel: „Altenholz hatte gute Chancen, hier stand Kasulke aber wie ein Torwächter im Weg.“ Zur Pause blieb alles offen, nur die Gewissheit, dass hier Kleinigkeiten entscheiden würden.

Führung, Sand im Getriebe und ein verdienter Ausgleich

Direkt nach dem Seitenwechsel belohnte sich Pönitz. Nico Henkel traf in der 47. Minute zum 1:0. Die Gastgeber hatten danach Möglichkeiten zum Nachlegen, doch statt Durchmarsch folgte Stocken. Born sprach von „Sand im Getriebe“ nach der Vorbereitung. Glanz war an diesem Nachmittag kein Dauerzustand, also musste es über Kampf gehen.

Altenholz erhöhte in der Folge die Schlagzahl, dachte offensiver, investierte mehr. „Ab dem Ausgleich haben wir das Spiel bestimmt“, fand Lenschau. In der 78. Minute traf Jonas Schäfer folgerichtig zum 1:1.

Und plötzlich schien das Pendel eher Richtung Gäste auszuschlagen. Altenholz erspielte sich weitere Chancen, das 2:1 lag in der Luft. „Wir hätten es machen können und müssen“, sagte Lenschau.

Spätes Glück für die Elf von Christian Born

Dann begann die Nachspielzeit, offiziell fünf Minuten. Doch sie dehnte sich wie langgezogener Kaugummi. In der 97. Minute segelte ein Standard in den Strafraum: In dem Chaos vor dem Tor lenkte Leon Pantel den Ball unglücklich ins eigene Netz. 2:1 für Pönitz. Erinnerungen an das Hinspiel wurden wach, als SVG-Kicker Moritz Balzereit in der 93. Minute das Golden Goal gelang.

Szene aus dem Hinspiel - Ab durch die Mitte für Jonas Schäfer (TSV Altenholz) gegen Moritz Scholz (li.) und Simon Evers (SVG Pönitz).
Szene aus dem Hinspiel - Ab durch die Mitte für Jonas Schäfer (TSV Altenholz) gegen Moritz Scholz (li.) und Simon Evers (SVG Pönitz). – Foto: Ismail Yesilyurt

„Wie im Hinspiel entscheiden wir das Spiel erst bei 90+, gegen einen Gegner, der sich einen Punkt verdient hatte“, räumte Born fair ein. Altenholz warf nun alles nach vorne: Ordnung wich Risiko. Und Pönitz nutzte den freien Raum.

Oscar Herzog schickt Liebesgrüße ans Tornetz aus 55 Metern

In der neunten Minute der Nachspielzeit fasste sich Oscar Herzog ein Herz. Aus 55 Metern schickte er den Ball auf eine Reise, die im Netz endete. 3:1 mit dem Tor des Tages. Vielleicht Tor des Monats – Konkurrenz um die Trophäe kommt aus der Landesliga Schleswig von der SpVg Eidertal Molfsee.

„Das 3:1 war natürlich, weil wir hinten auflösen und alles nach vorne werfen“, erklärte Lenschau nüchtern. Der späte Nackenschlag tat weh, doch Lenschaus Fazit blieb positiv: „Der Weg der zweiten Halbzeit ist genau der richtige.“

Pönitz dagegen jubelte über die Rückeroberung der Spitze. Kein Spaziergang, sondern ein Arbeitssieg mit Schweißgeruch: Tabellenführung zurückgeholt. Sand aus dem Getriebe geschüttelt. Und mit einem Fernschuss in die Zukunft geschrieben, dass in Pönitz 2026 Großes passieren könnte.