
Keiner wusste, wie sich die bis zum Saisonende laufende Sperre für Seydou Sy, den Trainer des FC Dossenheim, auswirken würde. Mittlerweile steht fest, die Mannschaft hat die ungewohnte Situation souverän gemeistert und steht kurz vor dem anvisierten Klassenerhalt.
Es wird wahrscheinlich nirgends einen Fußballtrainer geben, der irgendetwas feiert, ehe es rechnerisch feststeht. So auch Dirk Hormuth vom FC Dossenheim. "Nein, wir haben nicht gefeiert, befinden uns aber auf einem richtig guten Weg zum Klassenerhalt", sagt der Co-Trainer, der an den Spieltagen den gesperrten Seydou Sy vertritt (die RNZ berichtete). Folgende Aussage trifft er aber: "Im Normalfall sollte nichts mehr passieren."
Das hat beim Aufsteiger jeder auf dem Schirm. "Klar, gerade in einer 18er Liga wissen wir, wie wichtig die 40er Marke als Ziel ist und die wollen wir jetzt vollmachen", sagt Hormuth. Die Chance dafür ist verlockend groß, bei der SG Kirchardt treffen die Dossenheimer jedenfalls auf eine Mannschaft, der in der Rückrunde fast gar nichts mehr gelingt und die beinahe wöchentlich Platzverweise hinnehmen muss. Der FCD-Coach merkt an, "dass es jetzt sehr gut passen würde, da wir danach mit Bammental und Srbija Mannheim zwei Bretter vor der Brust haben."
"Diese Situation war gerade am Anfang schon gewöhnungsbedürftig", gibt Hormuth zu und ergänzt, "das hat den ganzen Verein verständlicherweise aufgewirbelt." Mittlerweile hat sich der 36-Jährige auf seine neue Rolle eingestellt und sagt schmunzelnd: "Für mich war es Neuland Ansprachen vor der Mannschaft zu halten, ich habe aber positive Rückmeldungen bekommen und das freut mich natürlich."
Das Training läuft im gewohnten Rahmen. Sy ist der Chefcoach und Hormuth unterstützt ihn wie bereits vor der Sperre. "Wir bereiten uns gezielt auf das jeweils anstehende Spiel vor und sprechen auch immer am Tag davor ausführlich miteinander", so der Co. Am Spieltag selbst steht der 36-Jährige alleine in der Verantwortung, hält die Ansprachen und nimmt die Auswechslungen vor.
Sy sucht sich dann stets einen Platz auf der anderen Spielfeldseite. "Seydou hat von sich aus gesagt, dass er das bewusst so macht", sagt Hormuth und ergänzt, "rein theoretisch könnte er sich hinter der Bank im Zuschauerbereich aufhalten, aber das will er nicht."
Angeschlagene und Kranke gibt es. Das betrifft am Ende einer langen Runde und bereits 28 absolvierten Partien aber jeden anderen Klub ebenso. Hormuth nutzt die Gelegenheit, um vielmehr einen bestimmten Akteur hervorzuheben. "Max Bohneberg hat fast ein Jahr nicht in der Ersten gespielt und nun, nachdem wir ihn ins Kalte Wasser geworfen haben, als Innenverteidiger sensationell abgeliefert", freuen sich laut dem Co-Trainer, "alle für Max."