2026-01-09T09:36:09.492Z

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Es ging hin und her zwischen dem VfB Hallbergmoos und Rosenheim, mit dem besseren Ende für 1860.
Es ging hin und her zwischen dem VfB Hallbergmoos und Rosenheim, mit dem besseren Ende für 1860. – Foto: Stefan Schmiedel

🗣: Rosenheim erkämpft "kuriosen" Sieg – Hallberg hin- und hergerissen

Reaktionen zum 4. Spieltag

In Rosenheim sieht Wolfang Schellenberg ein kurioses Spiel, seine Mannschaft belohnt sicher aber für einen leidenschaftlichen Kampf. Hallbergmoos ist dagegen zwiegespalten: Der starke Einsatz macht Hoffnung, doch Gegentore fallen zu einfach. Garmisch-Partenkirchen gelingt zu Hause der erste Saisonsieg gegen Wacker München. Fabian Lamotte sieht bei seiner Mannschaft Licht und Schatten.

Dezimierte Dornen feiern einen Auswärtserfolg in Traunstein. Der TSV Kastl führt 3:1 gegen Aubing, lässt in der zweiten Halbzeit aber entscheidend nach. Der Kirchheimer SC belohnt sich für seine Geduld, während Murnau trotz Chancenplus mit nur einem Punkt dasteht. In Schwabing jubelt man dagegen über ein Remis, wo die Vorlage des Keepers nur das zweitbeste am Tor ist. Die Stimmen und Reaktionen der Landesliga Südost.

Sebastian Wastl, Trainer des SV Dornach: »Das Spiel gegen SB Chiemgau Traunstein war wie erwartet sehr schwer. Traunstein hat früh Druck gemacht, sehr hoch geschoben und das Spiel physisch geführt, um gleich zu zeigen, wer zuhause der Herr im Haus ist. Wir konnten aber mit Effizienz glänzen, die uns letzte Woche gefehlt hat, und haben aus den ersten zwei, drei gut ausgespielten Angriffen direkt zwei Tore erzielt. So sind wir verdient mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit gegangen. Nach der Pause haben wir durch einen klassischen Konter, der über zwei Stationen lief, das 3:0 nachgelegt. Am Ende wurde Traunstein noch einmal gefährlich und hat alles nach vorne geworfen, während uns aufgrund vieler Krankheits- und Verletzungsfälle sowie einiger Urlauber etwas die Kräfte ausgegangen sind. Wir haben aber alles reingeworfen, was wir hatten, und ich denke, das 3:2 am Ende ist für uns absolut in Ordnung.«

Fabian Lamotte, Trainer des FC Wacker München: »Wir haben über weite Strecken ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht, auch wenn uns die hundertprozentigen Chancen gefehlt haben, da der letzte Pass im letzten Drittel einfach nicht ankam. 1. FC Garmisch-Partenkirchen ist in der zweiten Halbzeit nach einer guten Kombination und einem schönen Tor verdient in Führung gegangen. Danach haben wir es nicht mehr geschafft, uns klare Möglichkeiten zu erspielen und waren am Ende nach einer Gelb-Roten Karte sowie einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe auch noch numerisch dezimiert. Ob die Entscheidungen gerechtfertigt waren, möchte ich nicht weiter beurteilen – daran hat es jedenfalls nicht gelegen. Die Niederlage müssen wir uns schon selbst zuschreiben. Trotzdem nehmen wir die Art und Weise, wie wir phasenweise aufgetreten sind, ins nächste Spiel mit und hoffen, zu Hause wieder zu punkten. Glückwunsch an Garmisch.«

Markus Ansorge, Trainer des 1. FC Garmisch-Partenkirchen: »Ich kann mich Fabi im Großen und Ganzen nur anschließen. Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel mit vielen intensiven Zweikämpfen. Uns war bewusst, dass Wacker München über eine starke Offensive verfügt, deshalb haben wir mit einer Viererkette agiert und defensiv sehr gut gestanden. So konnten wir Wacker kaum Chancen ermöglichen, hatten aber selbst auch nicht viele Möglichkeiten. Auf beiden Seiten gab es zwei, drei Chancen, bei denen jeweils ein Tor hätte fallen können. Letztlich hat in der zweiten Halbzeit eine starke Aktion über Philipp Solleder und Jonas Schrimpf, der das 1:0 erzielte, den Unterschied gemacht und uns den Sieg gebracht. Dass Wacker am Ende mit zwei Spielern weniger agieren musste, hat uns natürlich in die Karten gespielt, wobei ich – wie Fabi – nicht bewerten kann, was da genau passiert ist. Wir nehmen es natürlich gerne mit und sind froh, dass wir in Überzahl die letzten zehn Minuten das Spiel für uns entscheiden konnten. Der erste Dreier war für uns wichtig, um den Anschluss ans Mittelfeld zu finden und auch für die Moral der Mannschaft. Wacker wird seinen Weg gehen, davon bin ich überzeugt.«

Kastl hadert mit Remis nach 3:1 – »So wird es schwer«

Harald Mayer, Trainer des TSV Kastl: »Wir sind gegen Aubing gleich nach 30 Sekunden mit 0:1 in Rückstand geraten – keine Ahnung, was meine Verteidigung da gemacht hat. Danach haben wir das Spiel auf 3:1 gedreht und hatten in der ersten Halbzeit riesige Chancen, um auf 4:1 oder 5:1 zu erhöhen. Die vergeben wir kläglich, da muss das Spiel eigentlich schon entschieden sein. Nach der Pause kassieren wir direkt das 2:3 und bekommen am Ende verdient das 3:3. In der zweiten Halbzeit haben wir aufgehört, Fußball zu spielen, wollten nur noch verwalten und haben keinerlei Entlastung mehr bekommen. Am Ende ist das 3:3 gerecht, und wir verlieren auch noch im Elfmeterschießen. Glückwunsch nach Aubing für das gewonnene Elfmeterschießen. Wir haben jetzt gegen zwei Top-Mannschaften jeweils einen Punkt geholt, aber es ist ärgerlich: Letzte Woche kassieren wir in der 94. Minute ein dummes Gegentor, heute geben wir eine 3:1-Führung aus der Hand. So wird es in dieser Saison schwer mit dem Klassenerhalt. Aber am Freitag geht es weiter.«

Kirchheim siegt verdient und übersteht »wacklige Minuten«

Steven Toy, Trainer des Kirchheimer SC: »Im Großen und Ganzen ein verdienter Sieg. Ich der ersten Halbzeit haben wir das Spiel unter Kontrolle, machen aber unsere Torchancen nicht oder der letzte Pass ist nicht genau genug. In der zweiten Halbzeit überstehen wir 15 wacklige Minuten und machen dann die Tore zum richtigen Zeitpunkt. Wir sind über die gesamte Spielzeit geduldig geblieben und haben uns als Mannschaft auf unsere Aufgabe konzentriert.«

Schwabing jubelt nach Seitfallzieher-Treffer in der 94. Minute

Steven Zepeda, Trainer des FC Schwabing: »Heute sind wir in der ersten Halbzeit deutlich verhaltener aufgetreten, als wir uns das vorgenommen haben. Die Konsequenz war dann auch der Zwei-Tore-Rückstand. Der Anschluss kurz vor der Pause war entsprechend wichtig für den Kopf. In der zweiten Halbzeit haben wir den Ball dann schneller und druckvoller laufen lassen. Zwar hatten wir zwei Hochkaräter, in Summe waren wir im Schlussdrittel aber zu ungenau. Dass der Ausgleich am Ende dann durch einen Kopfballassist von unserem Torhüter auf unseren Innenverteidiger entsteht, der den Ball dann per Seitfallzieher in den Winkel haut und das in der 94. Minuten , ist einfach geil. Ein gerechtes Unentschieden!«

94. Minute per Seitfallzieher zum Ausgleich – und der Torhüter machte in Schwabing die Vorlage.
94. Minute per Seitfallzieher zum Ausgleich – und der Torhüter machte in Schwabing die Vorlage. – Foto: Martin Alberer

Murnau belohnt sich nicht – Unterhaching »mit Herz und Leidenschaft«

Martin Wagner, Trainer des TSV Murnau: »Beide Teams haben viel investiert, meiner Meinung nach waren wir über weite Strecken die aktivere und bessere Mannschaft. Trotz Chancenplus gehen wir leider nur mit einem Punkt nach Hause. Gerade im letzten Drittel hat uns die Konsequenz und vielleicht auch der letzte Wille gefehlt.

Gegen den Ball waren wir sehr fleißig, sehr diszipliniert, deshalb hatte Haching kaum Chancen. Das war richtig gut. Und trotzdem muss man auch sagen: Haching hat mit Herz und Leidenschaft verteidigt. Die Jungs haben sich reingeworfen, alles gegeben, und sich den Punkt auch irgendwie verdient. Respekt dafür. Es war ein intensives, faires Spiel, das vom Schiedsrichter sehr souverän geleitet wurde.«

TSV 1860 Rosenheim schlägt VfB Hallbergmoos in "kuriosem Spiel"

Wolfgang Schellenberg, Trainer des TSV 1860 Rosenheim: »Insgesamt haben wir ein sehr kurioses Spiel gesehen. Wir sind früh durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten, haben aber bis zur Halbzeit eine sehr gute Leistung gezeigt und verdient das 1:1 erzielt. Kurz vor der Pause gab es dann eine Gelb-Rote Karte für unseren Spieler Tutic, was die Statik des Spiels natürlich verändert hat und uns zwang, uns mehr aufs Verteidigen zu konzentrieren. Trotzdem konnten wir zwei wunderschöne Tore erzielen und mit 2:1 sowie 3:1 in Führung gehen. Hallbergmoos war dann natürlich am Drücker und kam durch zwei weitere individuelle Fehler in unserer Abwehr zum 3:2 und 3:3, wobei der Ausgleich in der 90. Minute fiel. Praktisch im Gegenzug, direkt nach dem Anstoß, haben wir mit einem Distanzschuss von der Mittellinie noch das 4:3 erzielt – das war natürlich glücklich. Aber aufgrund der Leidenschaft, der gezeigten Moral und vor allem der wirklich starken ersten Halbzeit in Gleichzahl war es aus meiner Sicht ein nicht unverdienter Erfolg.«

VfB Hallbergmoos zwiegespalten: Aufopfernde Leistung bringt keine Punkte

Andreas Giglberger, Trainer des VfB Hallbergmoos: »Es fällt einem gerade nicht so leicht. Wenn man das Spiel von Anfang an betrachtet, sind wir sehr gut gestartet, waren präsent und aggressiv. Wir gehen durch eine Pressing-Aktion von Emil Kierdorf, der dann cool bleibt, mit 1:0 in Führung. Das 1:1 kassieren wir, weil wir außen an der Grundlinie nicht gut verteidigen – es geht einfach zu leicht, dass der Ball in die Mitte gespielt wird, und der Stürmer verlängert ihn überragend mit der Hacke ins lange Eck. Dann bekommt Rosenheim in der 40. Minute Gelb-Rot, sodass wir in Überzahl in die zweite Halbzeit gehen. Rosenheim stand dann extrem tief und hat das Zentrum dicht hat.

Wir haben es trotzdem gut gespielt, viel über die Breite und mit Flanken agiert, aber es ist einfach nicht leicht, gegen einen so tief stehenden Gegner durchzukommen. Das 2:1 kassieren wir wieder durch eine Einzelaktion über außen, wo wir uns zu leicht ausspielen lassen, und dann folgt ein individueller Fehler, bei dem unser Keeper den Ball nicht festhalten kann und der Gegner ihn ins leere Tor schiebt. Das 3:1 war ein sehr guter Abschluss, aber auch da verteidigen wir nicht gut, wenn der Gegner 20 Meter vor dem Tor frei zum Schuss kommt. Das ist für den Kopf natürlich nicht einfach. Danach haben die Jungs aber Moral bewiesen, über die Flügel gespielt und viele Flanken geschlagen. Beim 3:2 hatten wir etwas Glück durch ein Eigentor, und ihr Keeper hält vorher noch überragend. Nach einer Ecke machen wir in der 90. Minute das 3:3, und dann bekommen wir direkt nach dem Anstoß einen weiten Ball über unseren Keeper zum 4:3 – praktisch der direkte Gegenzug.

So verlieren wir am Ende 3:4. Unterm Strich bleibt eine Niederlage, und das Fazit ist, dass wir von acht Gegentoren vier wirklich selbst verschuldet haben – das ist einfach zu viel. Auch sonst haben wir einige Tore zu leicht kassiert, da müssen wir viel präsenter und aggressiver verteidigen. Daran werden wir arbeiten und mit aller Macht das Tor verteidigen, was aktuell noch nicht zu 100 Prozent klappt. Wenn du so viele individuelle Fehler machst, reicht es in dieser Liga einfach nicht.

Nichtsdestotrotz möchte ich der Mannschaft für die Moral ein Kompliment machen – trotz Unterzahl und einem 1:3-Rückstand haben sie Widerstandskraft gezeigt, sich auswärts zurückgekämpft und in der 90. das 3:3 gemacht. Da denkt jeder, das Spiel ist vorbei, und dann verlierst du es noch direkt nach dem Anstoß. Wir werden trotzdem weitermachen, weiter hart arbeiten, die Entwicklung vorantreiben – aber jetzt brauchen wir auch Punkte, das ist klar.«

Aufrufe: 04.8.2025, 13:32 Uhr
Boris ManzAutor