
Der Derbysieg war nicht nur emotional wichtig, sondern auch ein Signal an die Liga, dass der Aufsteiger angekommen ist. Ebenso konnte letzte Woche auch Wacker 90 Nordhausen endlich den ersten Saisonsieg einfahren (2:1 gegen Borsch). Mit gleicher Ausgangslage - nach dem ersten Ligaerfolg - treffen nun zwei Fußballwelten aufeinander.
Westvororte-Trainer Daniel Gehrt blickt auf den 3:2-Erfolg in Weida mit Stolz, aber auch mit Bodenhaftung: „Für uns war das Spiel in Weida das kleinere Derby, unser großes Derby kommt erst in drei Wochen. Dennoch war es ein wichtiges Spiel. Ein Stück weit war der Sieg überraschend, wenn man vergleicht, wie Weida arbeitet und welche Truppe da auf dem Platz steht. Aber wir arbeiten gut, machen viele Sachen richtig und konnten uns in der Vergangenheit nicht richtig belohnen.“ Vor allem die Umsetzung des eigenen Plans und die mannschaftliche Geschlossenheit gefielen dem Coach: „Wir sind nicht wie ein Tabellenvorletzter aufgetreten. Wir waren wacher, haben das Spiel ernster genommen und unsere Umschaltmomente genutzt. Es hat sich ein Stück weit reifer angefühlt. Sicher war es ein Riesending zu gewinnen, aber es war nur ein Spiel. Wir hoffen, dass es Kräfte freisetzt.“
Der TSV-Trainer erwartet ein hitziges Duell zweier Teams, die beide unbedingt nachlegen wollen: „Ich rechne mit einem umkämpften, engen Spiel, in dem es auf Kleinigkeiten ankommt. Beide Teams haben zuletzt gewonnen, in gewisser Weise teilen wir also das gleiche Schicksal. Wir wollen den ersten Sieg vor unseren Fans – das ist unser Ziel.“
Trotz aller Euphorie nach dem Derby bleibt der Fokus in Westvororte klar: Entwicklung statt Druck. Der TSV sieht sich auf einem nachhaltigen Weg – unabhängig von Tabellenplätzen oder Ligazugehörigkeit. „Mit der Entwicklung bin ich mega zufrieden. Wir haben in der Landesklasse gezeigt, dass wir nur als Mannschaft stark sind – und so sind wir auch aufgestiegen“, betont Gehrt. „Bei uns geht es nur mit Wille, Leidenschaft und darum, alles für den Verein zu geben.“
Der TSV will die Thüringenliga genießen, ohne den eigenen Kurs aus den Augen zu verlieren „Es ist bei uns ein Prozess, der nicht unbedingt an einer Liga hängt. Was die Jungs im Training und im Spiel abreißen, macht mich als Trainer unglaublich stolz. Die Liga ist für uns ein Erlebnis – und genau so gehen wir sie an. Wir schauen weiter von Woche zu Woche.“
