
So schnell sieht die Fußballwelt schon wieder völlig anders aus. Vor drei Wochen musste man beim FC Zuzenhausen befürchten, dass es diese Runde gegen den Abstieg gehen könnte. Drei Begegnungen und neun Punkte später belegen die Grün-Weißen den fünften Tabellenrang und befinden sich im starken Aufwind. Am Sonntag führt die Bürger-Truppe die Reise nach Mannheim zum SV Waldhoff II, wo der nächste Dreier eine sehr realistische Ausgangssituation darstellt. Anpfiff ist um 15 Uhr im altehrwürdigen Seppl-Herberger-Stadion am Alsenweg. Nicht ganz so viel deutsche Fußballhistorie hat der Kunstrasenplatz auf dem Köpfel vorzuweisen. Dennoch geht es auch dort um drei Verbandsliga-Punkte, wenn zeitgleich der VfB Eppingen sein Gastspiel bei der DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal beginnt. Diese Partie ist seit kurzem eine mit einer spannenden Rivalität. 2024 liefert der damalige Landesligist aus "Ziegele" den Eppingern einen heißen Kampf und warf den Favoriten aus dem Pokal. Vergangene Runde revanchierte sich der VfB mit zwei Ligasiegen sowie dem Erfolg in der diesjährigen zweiten Pokalrunde Ende Juli. Zwei Monate treffen sich die beiden Klubs also schon wieder.
Drei Siege in Folge sind mehr als gut, aber der Gegner befindet sich ebenfalls im Aufwind. "Die haben Bruchsal geschlagen, das sagt schon alles aus", meint Andreas Bürger und muss daher überhaupt nicht warnen vor dem kommenden Gegner. Vielmehr gilt es auf die eigene Leistung zu schauen, die trotz des 2:0-Siegs gegen Durlach-Aue reichlich Verbesserungspotenzial aufweist. Der Zuze-Trainer dazu: "Der Sieg tat gut, aber spielerisch war selbstverständlich nicht alles gut, da haben wir Luft nach oben. Unsere Sinne sind jedenfalls geschärft."
Wer zwischen den Zeilen liest, der könnte zu dem Schluss kommen, dass es ohne eine Leistungssteigerung nichts werden dürfte mit etwas Zählbarem in der Quadratestadt. Anscheinend hat der Drittliga-Reserve der Trainerwechsel von Aytac Sulu zu Akin Kilic gutgetan. Bürger sagt: "Das ist eine junge, hungrige Mannschaft, die im Sommer nicht so viele Änderungen im Kader hatte, wie man es von einer U23 erwarten kann."
Extrem positiv: Der Zuze-Kader nimmt eine immer breitere Form an. Neben den beiden Langzeitverletzten Brandon Gurley und Norman Refior fehlt am Sonntag, sofern kurzfristig nichts passiert, lediglich noch der urlaubende Dominik Zuleger.
Zuletzt stand Philipp Knapp im Kasten und machte seine Sache gut. "In den letzten drei Partien kassierte Philipp nur einen Gegentreffer und das war ein Elfmeter", sagt sein Trainer, der die Torhüterfrage aber bewusst offenlässt, "die Entscheidung, ob Philipp oder Fabi Hess spielt, steht noch aus."
Derweil kommt der Kapitän immer besser in Fahrt. Marvin Braasch hat sein im Frühjahr angerissenes Kreuzband komplett auskuriert und bereits wieder zwei Partien über die volle Distanz absolviert. Wie wichtig der Innenverteidiger ist, weiß nicht nur sein Coach: "Seit Marvin wieder dabei ist, haben wir kein Spiel mehr verloren."
Das spielfreie Wochenende nach der Niederlage in Spielberg kam für David Pfeiffer gar nicht mal so ungelegen, obwohl man gemeinhin nach schwächeren Spielen eher wieder früher als später antreten möchten. "Die Jungs haben im Training einen sehr guten Eindruck hinterlassen und vor dem Heimspiel gegen Eppelheim haben wir eine ähnliche Anspannung wie vor einem Saisonstart gespürt", sagt Pfeiffer.
Letztlich war es relativ viel Anspannung, denn die erste Halbzeit gegen den Aufsteiger hat dem Eppinger Übungsleiter überhaupt nicht gefallen: "Wir hätten zur Pause durchaus zurückliegen können, da uns der letzte Zug in unseren Aktionen gefehlt hat." Dafür lief es nach dem Seitenwechsel rasch besser, Nabil Mouhssines 1:0 in der 47. Minute sollte der erste und einzige Treffer des Tages bleiben.
Somit fahren die Eppinger als Sechster und punktgleich mit dem kommenden Gegner in den Heidelberger Osten. "Die Aufeinandertreffen mit Ziegelhausen waren zuletzt sehr intensive Spiele und dort auch immer sehr stimmungsvoll", rechnen Pfeiffer und seine Schützlinge mit einer besonderen Atmosphäre, auch wenn die Partie in Schlierbach und nicht auf dem Köpfel, der bis Ende Oktober einen neuen Kunstrasen bekommt, stattfindet.
Um dort einen ruhigen Kopf zu bewahren, ist Routine auf dem Platz ein wichtiger Aspekt. Daher wäre ein Einsatz von Mattia Trianni Gold wert, der 33-Jährige Angreifer musste jedoch gegen Eppelheim mit einer erneut aufgebrochenen Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden. Es könnte dementsprechend eng werden mit einem stürmenden Trianni am Sonntag.
Derweil gilt es noch rund vier Wochen auf Akar Akin zu verzichten. Der zu Saisonbeginn sehr stark auftrumpfende Torhüter laboriert nach wie vor an seinem vor vier Wochen gegen Heddesheim erlittenen Jochbeinbruch. Für den 25-Jährigen stand seitdem Nick Blabusch zwischen den Pfosten.