
In der Landesliga Schleswig hat die SpVg Eidertal Molfsee ihre Ambitionen untermauert und einen souveränen 4:0-Heimsieg gegen den TSV Hattstedt eingefahren. Während die Gastgeber damit den Anschluss an die Spitzengruppe halten, wird die Lage für den Aufsteiger aus Nordfriesland im Tabellenkeller immer bedrohlicher. Dass die Hattstedter stark ersatzgeschwächt anreisten, unterstrich eine besondere Personalie: Cheftrainer Sebastian Kiesbye musste sich selbst als einzigen Feldspieler auf die Bank setzen und kam in der Schlussphase sogar zu seinem nächsten Pflichtspieleinsatz.
Trotz der personellen Misere verkaufte sich der TSV Hattstedt im ersten Durchgang teuer. Gut geordnet lauerten die Gäste auf Konter und hätten nach gut einer Viertelstunde beinahe für die Überraschung gesorgt. Niklas Völker und Niklas Ludwig scheiterten jedoch in einer Doppelchance am glänzend reagierenden Eidertaler Keeper Mika Mohr und einem Block eines Abwehrspielers.

Eidertals Trainer Nedim Hasanbegovic gab nach dem Spiel zu, dass seine Elf Anlaufzeit benötigte: „Wir hatten am Anfang so ein bisschen Probleme reinzukommen und nach vorne durchzukommen. Die standen tief und haben gekontert, da wurde es zweimal gefährlich.“ Erst kurz vor der Halbzeit knackten die Hausherren den Abwehrriegel. Joel Prempeh erwies sich in der 41. Minute als Zielspieler und traf nach feinem Zuspiel von Salih Ramo zum 1:0. Nur zwei Minuten später legte Ramo nach Vorarbeit von Tobias Fölster das 2:0 nach. Für Hasanbegovic war dies der entscheidende Moment: „Das war der Dosenöffner. Es war natürlich einfacher, in eine zweite Halbzeit mit so einer Führung reinzugehen.“
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der Oberliga-Absteiger das Geschehen fast nach Belieben. Während Hattstedt kaum noch Entlastung fand, erspielte sich die SpVg Chancen im Minutentakt. Salih Ramo krönte seine starke Leistung in der 72. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 3:0, ehe der eingewechselte A-Jugendspieler Nikita Podlipnikov kurz vor Schluss den 4:0-Endstand markierte (85.).

sanbegovic zeigte sich mit der Dominanz seiner Schützlinge zufrieden: „Wir hatten deutlich mehr Chancen, das Ding schon vorher zuzuziehen. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Jungs. Sie haben sich den Sieg redlich verdient.“
Für Hattstedts Spielertrainer Sebastian Kiesbye war es ein gebrauchter Nachmittag, der die prekäre Situation des Aufsteigers widerspiegelte. Ohne echte Wechseloptionen fehlte in der zweiten Halbzeit die Kraft, um gegen die spielstarken Kieler gegenzuhalten. Dennoch bleibt dem TSV wenig Zeit zum Wundenlecken – der Kampf um den Klassenerhalt geht unmittelbar weiter, wobei Kiesbye hoffen wird, bald wieder mehr Akteure auf dem Platz statt auf der Verletztenliste zu sehen.
Stimmen zum Spiel
Nedim Hasanbegovic (Trainer SpVg Eidertal Molfsee
SpVg Eidertal Molfsee: Mohr – Ramo, Foelster, Braesch (71. Hoeckendorff), Kristen – Wiegand, Cetintürk (76. Podlipnikov) – Mortensen (76. Alberts), Laugwitz, Bruns (71. Smit) – Prempeh.
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
TSV Hattstedt: Boy Boysen – Poschkamp, Ruda Jaber (85. Kiesbye), Thiesen, Völker, Ludwig, Sander, Nour Jaber, Wetzel, Jonas Heider, Gasko.
Trainer: Sebastian Kiesbye.
SR: Gerrit Steinmetz (Osterrönfelder TSV)
Ass.: Maik Tams, Bozidar Macic.
Z.: 60.
Tore: 1:0 Joel Prempeh (41.), 2:0 Salih Ramo (43.), 3:0 Salih Ramo (72.), 4:0 Nikita Podlipnikov (85.).