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Transfers

Dörfer zurück auf der Trainerbank - wieder in der Oberliga

Marcus Dörfer ist zurück auf der Oberliga-Bühne.

von André Hofmann · 04.01.2026, 21:56 Uhr · 0 Leser
In der Vorsaison war Dörfer noch Trainer in Zorbau, stieg aber mit dem Verein aus der Oberliga ab.
In der Vorsaison war Dörfer noch Trainer in Zorbau, stieg aber mit dem Verein aus der Oberliga ab. – Foto: © Björn Roddeck

Ab der Rückrunde übernimmt der 42-Jährige den FC Grimma in der Oberliga Nordost Süd. Für den im Bürgeler Ortsteil Ilmsdorf (Saale-Holzland-Kreis) wohnenden Coach ist es nach einem bewussten halben Jahr Auszeit die nächste anspruchsvolle Aufgabe – und zugleich die Rückkehr in eine Liga, die er aus seiner jüngsten Vergangenheit bestens kennt.

Zuletzt stand Dörfer bis Sommer beim SV Blau-Weiß Zorbau an der Seitenlinie, ebenfalls in der Oberliga, schaffte jedoch mit dem Verein nicht den Ligaverbleib. Danach folgte eine Pause vom klassischen Traineralltag, die der B-Lizenz-Inhaber jedoch intensiv nutzte. „Ich habe die Zeit trotzdem mit ganz viel Fußball verbracht, nur eben anders als in Verpflichtung. Ich habe mehrere Lehrgänge besucht, bei Freunden hospitiert und natürlich Spiele gesehen. Es war eine lehrreiche Zeit, Dinge auch aus einer anderen Perspektive zu sehen“, so Dörfer, der unter anderem bei seinem langjährigen Freund Thomas Wirth in Bad Langensalza hospitierte.

Dass es nun Grimma geworden ist, überrascht nicht. Die Verbindungen waren bereits vorhanden. „In Grimma sind einige Weggefährten wie Tommy Kind oder Benjamin Förster, zudem haben wir mit Zorbau mehrfach gegeneinander gespielt. Dadurch kannte man sich schon im Vorfeld recht gut“, erklärt Dörfer. „Am Ende muss das die ganze Familie mittragen. Der Aufwand ist nicht klein, aber es zieht sich ja etwas durch meine Vita, dass ich Herausforderungen nicht scheue. Mich erwarten in Grimma ein super Umfeld und ein wirklich sympathischer Verein.“

Tiefe Thüringer Wurzeln

Gerade in Ostthüringen ist der Name Marcus Dörfer bestens bekannt. Seine Trainerlaufbahn begann bei der SG ThalBürgel, wo er bis Sommer 2015 arbeitete. Es folgten Stationen beim SV Elstertal Silbitz/Crossen (2015–2017), beim TSV Gera-Westvororte (2017–2019) sowie bei der BSG Wismut Gera (2019–2022). Über Jahre prägte Dörfer damit den höherklassigen Fußball im Osten Thüringens, führte Teams durch Landes-Spielzeiten, schaffte mit Westvororte einst den Aufstieg in die Verbandsliga und machte sich den Ruf eines akribischen und entwicklungsorientierten Trainers.

Diese Erfahrung soll nun dem FC Grimma helfen. Dort tritt Dörfer zur Rückrunde die Nachfolge an der Seitenlinie an, während Interimstrainer Benjamin Förster – den Dörfer aus gemeinsamen Zorbauer Zeiten bestens kennt – künftig wieder als spielender Co-Trainer fungiert. „Ich bedanke mich für das Vertrauen des Vorstands und werde versuchen, dies vollends zu rechtfertigen“, so Dörfer. „Wenn wir als Team die Kräfte bündeln und die Mannschaft Woche für Woche sowohl im Training als auch im Wettkampf an ihre Grenzen geht, ist der Klassenerhalt mit diesem Kader ein absolut realistisches Ziel.“

Klassenerhalt als oberste Priorität

Der FC Grimma spielt seine siebte Oberliga-Saison in Folge und kämpft wie in den Vorjahren um den Ligaverbleib. Zur Halbserie belegen die Muldenstädter den möglichen Relegationsplatz, drei Punkte vor dem Thüringer Aufsteiger vom 1. SC 1911 Heiligenstadt. Entsprechend klar formuliert Dörfer die Zielstellung: „Über allem steht der Klassenerhalt, egal was dafür nötig ist. Wir müssen es schaffen, mehr Torchancen zu kreieren und die des Gegners zu verhindern. Da geht es um Intensität. Natürlich bin ich ein Freund von Spielkontrolle mit dem Ball, aber das steht erstmal hinten an. Es wird um einen roten Faden gehen, an dem sich die Spieler orientieren können – und um ganz viel Leidenschaft.“

Auch im Grimmaer Lager ist man überzeugt, mit Dörfer die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Wir hatten frühzeitig sehr konstruktive und vertrauensvolle Gespräche geführt und sind davon überzeugt, dass Marcus Dörfer in unserer aktuellen Situation genau der richtige Mann ist, um das absolute Saisonziel Klassenerhalt erreichen zu können“, erklärt Andy Seydel aus dem geschäftsführenden Vorstand in der Vereinsvorstellung des neuen Trainers. „Wir freuen uns sehr, dass er diese Aufgabe angenommen hat.“

Für den Thüringer Fußball bleibt Marcus Dörfer damit weiterhin präsent – nun zwar jenseits der Landesgrenze, aber mit direkter sportlicher Verbindung: Im Abstiegskampf der Oberliga trifft Grimma schließlich auch auf die Konkurrenz aus Heiligenstadt.