Solche Szenen haben sie in Waldram satt: Hier bei der 0:3 Niederlage im Kellerduell gegen den SC Polling
Solche Szenen haben sie in Waldram satt: Hier bei der 0:3 Niederlage im Kellerduell gegen den SC Polling – Foto: Rudi Stallein

Neues Trainerteam und neuer Kader - DJK Waldram will an alte Erfolge anknüpfen

Umbruch nach Klassenerhalt

Dem Abstieg in die Kreisklasse konnte der DJK Waldram grade noch entfliehen. Ein neues Trainerteam und eine Vielzahl neuer Spieler sollen den Erfolg bringen.

Waldram – Ein ganz großer Trümmerhaufen ist ihnen gerade noch erspart geblieben. Trotzdem ist die Fußballabteilung der DJK Waldram nach dem Klassenerhalt in letzter Sekunde gewaltig mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Ein „weiter so“ kann es nicht geben nach zwei Spielzeiten, in denen der Weg immer tiefer in den Tabellenkeller führte. Weil zudem einige erfahrene Spieler nicht mehr für die DJK auflaufen, habe das neue Trainer-Duo Dominik Irmer/Günther Mücke einen „XXL-Umbruch“ zu bewältigen, wie es der Sportliche Leiter Peter „Pele“ Kunzmann formuliert.

Die vergangenen Jahre haben nicht nur an seinen Nerven gezehrt. „Nach zwei Corona-Jahren mit viel Gemurkse auf dem Rasen braucht der Waldramer Fußball wieder eine eigene Identität, einen Wiedererkennungswert“, fordert er. Letzterer bestand in der jüngeren Vergangenheit in erster Linie in der Aneinanderreihung von Niederlagen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Es begann damit, dass die Waldramer Abteilungsleitung glaubte, nach dem Ende der Ära Ralf Zahn, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, indem sie die vakante Trainerstelle und die verwaiste Position eines torgefährlichen Mittelstürmers mit Ex-Landesliga-Goalgetter Johann Latanskij besetzte. Ein kolossaler Irrtum, wie sich rasch herausstellte.

Nach nur sechs Monaten: Wege trennen sich zwischen Guido Herberth und der DJK Waldram

Nach nur sechs Monaten wurde die Zusammenarbeit beendet. In der Winterpause übernahm Guido Herberth die Aufgabe, den sportlichen Einbruch, der sich schon andeutete, aufzufangen und die Mannschaft zu stabilisieren. Das gelang – trotz Corona-Zwangspausen. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden arbeitete sich das Team von Abstiegsrang 13 bis zum Saisonabbruch auf den achten Platz vor. Entgegen der ursprünglich nur bis zum Saisonende geltenden Vereinbarung, führten Verein und Trainer die Zusammenarbeit für eine weitere Spielzeit fort – und die Negativspirale setzte sich wieder in Gang.

Im Frühjahr dieses Jahres war auch für Herberth Schluss. „Zu weit lagen Trainer und Mannschaft auseinander, in sportlichen Fragen wie im zwischenmenschlichen Bereich“, sagt Peter Kunzmann rückblickend. „Die Trennung war folgerichtig, zumal der Trainer einen Teil der Mannschaft, darunter Leistungsträger und Meinungsführer, nicht hinter sich hatte.“

Luca Fagenello (mi.) soll in eine Führungsrolle wachsen
Luca Fagenello (mi.) soll in eine Führungsrolle wachsen – Foto: Rudi Stallein

Zudem gab es einige Ausfälle zu verkraften: Benedikt Bergmoser hatte sich zu Saisonbeginn zu seinem Heimatverein SV Eurasburg-Beuerberg verabschiedet. Im Winter wechselte mit Lukas Hauptmann eine weitere torgefährliche Offensivkraft zum Bezirksligisten MTV Berg. „Da hätten wir vielleicht mehr tun müssen, um ihn zu halten“, gibt sich Daniel Dankesreiter, zweiter Abteilungsleiter der DJK-Fußballer, selbstkritisch. „Das war so was wie unser Genickbruch.“ Für einen Neuanfang mit den alten Spielern sei dies zu viel Ballast gewesen, meint Kunzmann. Auch für den neuen Trainer erwies sich die Hinterlassenschaft als gewaltige Hypothek. „Es war mir schnell klar, was zu tun ist“, sagt Irmer, „aber ich habe nicht erwartet, dass es so schwierig wird.“

Zwar sei der Klassenerhalt vom Ergebnis her okay. Aber in puncto spielerischer Dominanz und selbstbewusstem Auftreten sei die Mannschaft weit hinter seiner Erwartung zurückgeblieben. „Die letzten drei Spiele war es besser. Aber man darf nicht vergessen: Das waren Spiele gegen Noch-Kreisklassisten“, relativiert der DJK-Coach die Leistung der Niederlagen gegen Hausham und dem 2:0 gegen Unterammergau, das ihm im zehnten Spiel unter seiner Regie den ersten Sieg und den Klassenerhalt bescherte. „Trotzdem hat man gesehen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber es wird einen längeren Zeitraum brauchen.“

Benedikt Bergmoser kehrt zur DJK Waldram zurück
Benedikt Bergmoser kehrt zur DJK Waldram zurück – Foto: Rudi Stallein

Der anstehende Umbruch sei unausweichlich, da einige erfahrene Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen. Bernhard Kresta (32) suche eine neue Herausforderung in der Bezirksliga beim MTV Berg, Zwillingsbruder Sebastian wolle aus privaten Gründen zumindest eine Pause einlegen, sagt Dankesreiter. Somit endet eine weitere Ära bei der DJK, waren die Kresta-Brüder doch in der vergangenen Dekade so etwas wie die Dreh- und Angelpunkte. Ebenfalls mit dem Fußball aufhören wolle Paul Schlott.

DJK Waldram: Großes Fragezeichen rund um die Studenten

Zudem sei fraglich, wie die Waldramer Studenten – unter anderem Johannes Gebel, Lukas Schwesig, Matthias Stingl und Lukas Thalbauer – verfügbar seien. Simon Schmid und Matthias Herberth haben ihren Verbleib in Waldram bestätigt, „bei beiden muss man aber abwarten, wie sich ihre Verletzungen entwickeln“, sagt Dankesreiter. Der Rückzug erfahrener Spieler bietet jüngeren Gelegenheit zu wachsen. „Jetzt müssen andere wie Luca Faganello oder Lukas Schwesig lernen, Verantwortung zu übernehmen“, betont DJK-Coach Irmer.

Zudem soll die Mannschaft durch Nachrücker aus der U 19 wie Josef Blöckner, Jonathan Schulz, Francis Booth, Luke Sotzeck oder Benedikt Schiegl verjüngt werden. Unterstützung erhalten sie von zwei prominenten Ex-Waldramern: Benedikt Bergmoser und Wolfgang Wenus kehren aus Eurasburg zurück. „Der Umbau des Kaders muss jetzt mit aller Konsequenz durchgezogen werden“, betont Kunzmann. „Das ist für das neue Trainerteam eine Mammutaufgabe – aber auch die perfekte Gelegenheit, eigene Vorstellungen einzubringen und der Mannschaft eine Handschrift zu verleihen.“

Aufrufe: 023.6.2022, 07:31 Uhr
Rudi StalleinAutor