Bei der DJK Vilzing zählte Daniel Völkl über Jahre zu den festen Größen.
Bei der DJK Vilzing zählte Daniel Völkl über Jahre zu den festen Größen. – Foto: Charly Becherer

"Ossi" Luge, Putzs "Schwinger" und eine kuriose "Kugelblitz"-Ecke

Meine Top-11: Vilzings Abwehrrecke Daniel Völkl nominiert seine persönliche Wunschauswahl +++ "Reinhard Schreder war zusammen mit Stephan Hain wohl das Beste, was wir damals in unserer Region an Spielern hatten"

Im Laufe einer langen Fußballerkarriere trifft man den einen oder anderen besonderen Menschen, mit dem man gemeinsam auf dem Platz um Punkte kämpft. Wir lassen in der FuPa-Serie "Meine Top-Elf" Spieler zu Wort kommen, die elf Akteure vorstellen, die bei ihnen nachhaltig Eindruck hinterlassen haben - egal ob sportlich oder gesellschaftlich. Heute: Daniel Völkl (31) von der DJK Vilzing.

Tor:

Max Putz (DJK Vilzing):
"'Putze' ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und das nicht nur wegen seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten im Tor. Wenn Max seinen "Schwinger" auspackt, befördert er den Ball präzise auf den Millimeter genau an sein gewünschtes Ziel. Meiner Meinung nach einer der wichtigsten Transfers der DJK Vilzing in den letzten Jahren. Ich kann nur hoffen, dass ihn seine bessere Hälfte noch ein, zwei Jahre höherklassig kicken lässt. Als Fans des TSV 1860 München verbindet uns auch eine lange und gemeinsame Leidenszeit."

Ersatz:
Reinhold „Blue“ Völkl:
"Ein besonderes Bedürfnis für mich ist es, auch meinen Vater in die Top-Elf zu nominieren. Ohne "Blue" - wie er seit Jahrzehnten in meinem Heimatdorf Böbrach genannt wird - wäre ich wohl niemals im höherklassigen Amateurbereich gelandet. Meine Ausbildung unter anderem im Stützpunkt habe ich nur ihm zu verdanken. Ließ ich mal ein Training unbegründet mit den besten Talenten im Landkreis sausen, gab es richtig Ärger. Unvergessen ist auch sein Rat im Jahre 2013, als ich mich zwischen Bogen und Vilzing entscheiden musste. Mein Vater pochte auf die DJK, weil ihm damals schon bewusst war, dass in Vilzing nachhaltiger gearbeitet wird. Für mich entpuppte sich diese Entscheidung als Volltreffer. Mein Vater ist ohne groß zu überlegen einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, wenn nicht der Wichtigste."

– Foto: Werner Grübl



Abwehr:

David Romminger (DJK Vilzing):
"Romml war bei meiner persönlichen Entwicklung eine äußerst wichtige Stütze. Für mich ist er nach wie vor ein Phänomen, weil er im gehobenen Fußballeralter keinerlei Anzeichen von Schwächen zeigt. Seine Fehler in den letzten zehn Jahren Vilzing sind an einem Finger abzuzählen. Durch seine unglaubliche Routine als Ex-Profi fiel es mir neben ihm in der Innenverteidigung sehr leicht. Zusammen mit mir wird David nun auch die DJK verlassen, aber ich bin mir sicher, dass man von ihm als Trainer noch einiges hören wird."

Christoph Schwander (DJK Vilzing):
"Unser Capitano darf nicht in meiner Top-Elf fehlen. Chris und ich sind aktuell zusammen mit David die dienstältesten DJK-Spieler im Kader. Darauf bin ich sehr stolz. Ich habe viele Höhen und wenig Tiefen zusammen mit ihm erlebt. Unvergesslich bleibt unser Bayernligaaufstieg 2014 mit dem allerletzten Aufgebot, das wir zur Verfügung hatten. Die linke Flügelzange Schwander/Luge ist für mich das Beste, was die Bayernliga Nord zu bieten hat."



– Foto: Simon Tschannerl



Sebastian Niebauer (1. FC Bad Kötzting):
"Für mich das Mentalitätsmonster schlechthin. Niebe ist nicht unterzukriegen und für jede Mannschaft ein absoluter Fels in der Brandung. Unvergessen immer wieder die Aussage von unserem Trainer Sepp Beller nach einer starken Aktion von ihm: "Niebe für Deutschland" - das schrie Sepp auch gerne mal über den ganzen Platz. Auch neben dem Rasen ist Basti ein sehr feiner Typ und ich bin sehr froh, dass ich lange Jahre neben ihm spielen durfte."



Mittelfeld:

Tobias Oisch (DJK Vilzing):
"Oischi darf natürlich in meiner Top Elf nicht fehlen. In Vilzing werden er und ich gerne mal "der Bayerwald-Express" genannt, da wir nahezu die letzten Spieler aus dem tiefsten Bayerischen Wald sind. Leider verlässt auch er nach dieser Saison die DJK. Für mich eines der besten Talente in seinem Alter, wenn nur diese Verletzungen nicht wären. Tobi ist und war für mich die wichtigste Bezugsperson unter anderem in der Kabine, da ich auch neben ihm sitze. Ab der kommenden Saison werden wir - er in Geiersthal und ich in Regen - Konkurrenten sein. Ich freue mich auf spannende Duelle in der Kreisliga, Kollege!"

Erich Vogl (Co-Trainer DJK Vilzing):
"Ein weiterer Dauerbrenner aus dem Bayerwald. Mittlerweile nicht mehr als Spieler aktiv, sondern im Trainerstab der DJK, wird er meiner Meinung nach auch als Trainer seinen Weg gehen. Früher zog er im Mittelfeld die Fäden und heutzutage an der Seitenlinie. Erich, Oischi und ich hatten über Jahre eine Fahrgemeinschaft und diese wird mir sicher fehlen."





Reinhard Schreder (TSV Regen):
"Zu meiner Bayernligajugendzeit in Ruhmannsfelden der Stratege schlechthin. Zusammen mit Stephan Hain wohl das Beste, was wir damals in unserer Region an Spielern hatten. Seine Spielintelligenz war und ist immer noch beeindruckend. 'Rein' ist in Zukunft mein Spielertrainerkollege in Regen und ich hoffe wir können an die Erfolge von damals nochmals anknüpfen. Ich freue mich drauf."



Beim TSV Regen sammelte Völkl seine ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Zur neuen Saison kehrt er dann als Co-Spielertrainer zum Kreisligisten zurück.
Beim TSV Regen sammelte Völkl seine ersten Erfahrungen im Seniorenbereich. Zur neuen Saison kehrt er dann als Co-Spielertrainer zum Kreisligisten zurück. – Foto: Harald Deubert


Patrick Gegenfurtner (SV Geiersthal):
"Ein großes Anliegen ist es auch, meinen kongenialen Jugendfreund und Teamkameraden bei meinem Heimatverein TSV Böbrach zu nominieren. Unsere Taktik damals in der E- und D- Jugend war so simpel wie genial. Langer Abstoß von mir über das gesamte Kleinfeld direkt vor die gegnerische Box, wo sich Pat gekonnt die Kugel runter pflückte und sich nur noch eine Ecke aussuchen musste. Diese Taktik hat dann sogar mal für die Vizemeisterschaft gereicht (lacht). Aktuell kickt Pat noch in der Kreisliga und ich hoffe er hängt noch ein Jahr dran, denn dann ist es tatsächlich möglich, dass wir uns auf dem Platz gegenüberstehen."

Sturm:

Roald Hönicke (Karriereende):
"Eine ganz spezielle Nominierung verbirgt sich hinter diesem Namen. Bei FuPa als "Ronald Hönicke" hinterlegt, verbreitet er als Stürmer in der Reserve Angst und Schrecken – nicht. Müsste ich mich bei ihm auf einen Spitznamen festlegen, würde das definitiv auf "Kugelblitz" hinauslaufen. Durch seinen etwas tieferen Schwerpunkt setzt er seine brasilianische Hüfte gerne für den einen oder anderen Übersteiger ein. Problem ist nur, dass nach dem zweiten Übersteiger sein Luftkontingent bereits aufgebraucht ist. Roald war in der Ruhmannsfeldener Jugend mein Teamkollege und wegen einer unfassbaren Aktion ziehe ich ihn heute noch auf. Damals wollte er in der C-Jugend eine Ecke treten, die aber leider völlig schief und in Richtung Mittelkreis ging. Zu allem Übel leitete er dadurch den direkten Angriff des Gegners ein. Ich hoffe wir sind auch nach dieser Veröffentlichung noch Freunde." (lacht)

Als Innenverteidiger hielt Völkl lange Jahre den Vilzinger "Laden" zusammen.
Als Innenverteidiger hielt Völkl lange Jahre den Vilzinger "Laden" zusammen. – Foto: Charly Becherer



Andre Luge (DJK Vilzing):
"Unser geliebter "Ossi" Andre Luge hatte anfangs leichte Eingewöhnungsschwierigkeiten, aber schlug dann sportlich und menschlich ein wie eine Bombe. Andre ist für mich einer der Top 3-Spieler in der Bayernliga und ein sogenannter Unterschiedsspieler. Hier ist auch eine Freundschaft entstanden und mir werden seine lockeren Sprüche definitiv sehr fehlen."



Tobias Kordick (ASV Cham):
"Last but not least nominiere ich einen Neuzugang der DJK, der seine Zelte schon zum zweiten Mal in Vilzing aufschlägt. Mit 'Kordl' verbindet mich mittlerweile auch eine enge Freundschaft, die mir wirklich was bedeutet. Einerseits sehr schade, dass wir nicht mehr in einem Team zusammenspielen werden, aber andererseits bin ich sehr froh, dass ich dann definitiv nicht mehr von ihm gebeinert werden kann (lacht). Ich freue mich auf die Zeit nach Corona, wenn ich als Zuschauer zurück ins Stadion komme und ihn dann über außen die Liga aufmischen sehe. Der Verein und die Zuschauer können sich auf einen top ausgebildeten Trickser aus der Region freuen, der nun auch die nötige Erfahrung hat, in einer noch höheren Liga eine wichtige Rolle spielen zu können."



– Foto: Dirk Meier



Trainer:

Sepp Beller (DJK Vilzing):
"Auch bei dieser Nominierung fällt es mir sehr einfach. Sepp hatte mich sowohl in der Ruhmannsfeldener Bayernligajugend als auch vier Jahre lang in Vilzing unter seinen Fittichen. Roland Dachauer und er haben mir 2013 die Chance gegeben, dass ich mich höherklassig beweisen konnte. In meinem ersten Jahr in Vilzing durften wir mit dem Bayernligaaufstieg gleich den bisher größten Vereinserfolg feiern. Ich hoffe insgeheim immer noch für diese Saison, dass der Aufstieg in die Regionalliga realisierbar ist. Der Verein, die Mannschaft und die sportliche Leitung um Roland und Sepp haben es sich einfach verdient. Coach Beller prägte meine Amateurkarriere wie kein anderer Trainer und deshalb möchte ich ihn hier hervorheben. Unter Sepp habe ich mich zu einem etablierten Bayernligaspieler entwickeln können und dafür bin ich ihm sehr dankbar."

Zur Person:
Der aus dem TSV Böbrach hervorgegangene Daniel Völkl kam über den Nachwuchs des TSV Regen zur SpVgg Ruhmannsfelden, mit der er als A-Jugendlicher unter Coach Sepp Beller in der Bayernliga kickte. Seine erste Station im Seniorenbereich war wiederum der TSV Regen, mit dem der groß gewachsene Innenverteidiger gleich in seinem ersten Jahr den Sprung in die damalige Bezirksoberliga schaffte.

2013 folgte Völkl dann dem Ruf seines Förderers Beller und wechselte zum Landesligisten DJK Vilzing, wo er auf Anhieb den Aufstieg in die Bayernliga feierte. Am Huthgarten war Völkl lange Zeit in der Innenverteidigung eine fest Größe, ehe ihn einige Verletzungen etwas einbremsten. Bislang absolvierte der 31-Jährige für die Gelb-Schwarzen 134 Bayern- und 30 Landesligaspiele, in denen er elf Tore erzielen konnte. Zur kommenden Saison kehrt Daniel Völkl als Co-Spielertrainer zum TSV Regen zurück.

– Foto: Paul Hofer

3355 Aufrufe2.5.2021, 08:30 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor

Verlinkte Inhalte