„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so beschreibt Ursensollens Spielertrainer Thomas Kotzbauer (links) sein Gefühl im Hinblick auf einen doch noch stattfindenden Re-Start der kuriosen Saison 2019/21.
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so beschreibt Ursensollens Spielertrainer Thomas Kotzbauer (links) sein Gefühl im Hinblick auf einen doch noch stattfindenden Re-Start der kuriosen Saison 2019/21. – Foto: Richard Weigert

»Wir wünschen uns den Fußball zurück, wie wir ihn kennen und lieben«

Kommt noch ein Re-Start, oder müssen die Amateurfußballer in unserer Region vor der Pandemie und den damit verbundenen hohen Inzidenzwerten doch letztendlich kapitulieren? Die FuPa-Redaktion Kreis Weiden/Amberg hat sich bei einigen Vereinen umgehört und Stimmen eingefangen.

Die Aussichten für die Amateurkicker bleiben unverändert düster. Nach der Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung vom Donnerstagabend bleibt es bis mindestens einschließlich 28. März 2021 beim Status quo: Die für jeden Ort festgestellten 7-Tages-Inzidenzen entscheiden auch weiterhin, wer überhaupt zum kontaktfreien Training auf den Fußballplatz darf. Betrachtet man insgesamt die aktuelle Entwicklung der Inzidenzwerte (der bayerische Durchschnitt überschritt am Freitag erstmals wieder den Wert von 100), dann wäre es nicht überraschend, wenn bei den kommenden Beratungen von Bund und Ländern am kommenden Montag die angekündigte „Notbremse“ gezogen wird, will heißen, Lockerungen wieder zurück genommen werden. Dies wäre dann wohl endgültig das Signal für alle Fußballer, sich darauf einzustellen, dass bis auf weiteres die „schönste Nebensache der Welt“ nicht ausgeübt werden kann, ein herbeigesehnter Re-Start dürfte in weite, ja unerreichbare Ferne rücken.

Auch in Ursensollen werden die Fußballer in ihrem Tatendrang ausgebremst, wünschen sich wie alle Kicker, bald wieder miteinander trainieren und spielen zu können. Thomas Kotzbauer, zusammen mit Andreas Graml Spielertrainer beim Kreisklassensechsten DJK, vermisst dabei nicht nur das Sportliche, sondern auch das Kameradschaftliche, halt die sozialen Kontakte, die eine Mannschaftssportart ermöglichen. Wenn er sich, wie seine Jungs, auch nach der Normalität sehnt, das gemeinsame Mithelfen, die pandemiebedingt schwierige Situation zu verbessern, genießt bei der Elf des 30jährigen Torjägers aber immer noch höchste Priorität, wie er im folgenden Interview unter anderem erzählt.

Thomas, wie bewertest Du die aktuelle Situation?

Ich glaube, jeder sehnt sich nach der langen Zeit nach Normalität und genauso geht es mir auch. Dazu gehört neben Familie und Freunde treffen natürlich auch der Fußball. Daher hoffe ich, dass wir, sobald die Inzidenzwerte es zulassen, auch wieder mit der Mannschaft durchstarten dürfen.

Ist Dir schon langweilig so ohne Fußball?

Langweilig in dem Sinne nicht - man hat ja immer das ein oder andere zu tun. Aber natürlich fehlt mir der Fußball sehr - er ist und bleibt einfach ein wichtiger Teil in meinem Leben.

Glaubst Du noch an einen baldigen Re-Start, macht er überhaupt noch Sinn?

Das ist schwierig zu sagen, wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht. Natürlich wollen wir alle, dass es bald wieder los geht aber man darf in der jetzigen Lage auch nichts übers Knie brechen.

Besteht aus Deiner Sicht eine erhöhte Verletzungsgefahr, sollte nun wirklich noch gespielt werden, weil Deine Jungs Wettkampf-Bewegungen einfach nicht mehr gewohnt sind?

Auf jeden Fall, es wurde jetzt über ein Jahr nicht richtig trainiert, da erhöht sich das Risiko natürlich. Man muss die Bewegungsabläufe erst wieder einstudieren, das geht nicht von heute auf morgen.

Wie lange müsste Deiner Meinung nach die Vorbereitungsphase vom ersten Trainingstag bis zum ersten Pflichtspiel dauern?

Ich denke mindestens vier Wochen - besser sind natürlich sechs um, wie vorhin beschrieben, das Verletzungsrisiko zu minimieren und die Kondition entsprechend aufzubauen.

Wie sieht das aktuelle Trainingsprogramm bei Euch aus, hast Du Hausaufgaben verteilt? Kannst Du Dich da auf Deine Jungs verlassen, hat da ein jeder den notwendigen Ehrgeiz und die Selbstdisziplin, für sich selbst zu arbeiten?

Ich weiß, dass die Jungs sich bewusst sind, auch selbst was tun zu müssen. Andreas Graml und ich bieten freitags immer ein Workout für die Jungs an - ansonsten verlassen wir uns auf die Truppe und können stolz sagen, dass auch jeder die nötige Motivation an den Tag legt.

Wann denkst Du, wird der BFV reagieren und über eine Fortsetzung bzw. Einstellung des Spielbetriebs entscheiden?

Das ist schwer zu sagen. In unserer Region ist die Inzidenz momentan sehr hoch und leider sind dem Verband dadurch die Hände gebunden. Ich persönlich hoffe natürlich, dass wir bald wieder angreifen dürfen, auch wenn die Situation momentan sehr schwierig ist.

Wie ist die Stimmung in Deiner Truppe?

Was ich mitbekomme, ist die Stimmung den Umständen entsprechend gut. Der persönliche Kontakt ist im Mannschaftssport natürlich das A und O und kann trotz aller Möglichkeiten über Social Media nicht ersetzt werden. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.

Gibt es im personellen Bereich Interessantes aus Deiner Truppe zu berichten, vielleicht schon im Hinblick auf die neue Saison?

Stand jetzt hat sich nichts getan - aber es passiert ja allgemein momentan recht wenig.

Gibt es sonstige Neuigkeiten in Eurem Verein - trotz der vielen Einschränkungen?

Neuigkeiten in dem Sinne nicht. Wir ziehen alle an einem Strang, in dem wir die Vorgaben und Kontaktbeschränkungen nach besten Wissen und Gewissen einhalten, damit sich die Gesamtsituation bald verbessert. Wir wünschen uns einfach den Fußball zurück, so wie wir ihn kennen und lieben.

Aufrufe: 22.3.2021, 09:00 Uhr
Werner SchaupertAutor

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