Auch Thomas Kotzbauer (links), Spielertrainer und auch Torjäger der DJK Ursensollen, würde sich gerne einmal mit Thomas Müller auf ein Bier und einen Plausch treffen.
Auch Thomas Kotzbauer (links), Spielertrainer und auch Torjäger der DJK Ursensollen, würde sich gerne einmal mit Thomas Müller auf ein Bier und einen Plausch treffen. – Foto: Richard Weigert

Deftiges Essen vor dem Spiel stärkt seine Treffsicherheit

Vom Gegner gefürchtet, für die eigene Mannschaft Gold wert. FuPa stellt die Torjäger unserer Region vor. Der nächste Gesprächspartner ist Thomas Kotzbauer von der DJK Ursensollen.

Nach drei Interviews mit Goalgettern aus dem Spielkreis Weiden, hat sich FuPa für das vierte Gespräch mit einem „Knipser“ aus unserer Region einen Torgaranten aus dem Süden ausgesucht. Thomas Kotzbauer, Spielertrainer der DJK Ursensollen und mit 22 Treffern an der Spitze der Torjägerliste in der Kreisklasse Süd, hat sich gerne bereit erklärt, ein paar Fragen für uns zu beantworten und gewährt damit nicht nur Einblick in seine sportliche Karriere, sondern auch in sein Privatleben. Da erfährt der Leser unter anderem, dass er entgegen der gängigen Meinung, vor einem Fußballspiel nur salzhaltige und leichte Kost zu sich zu nehmen, einen deftigen Schweinebraten bevorzugt. Bei seiner DJK lobt er besonders die Kameradschaft unter den Spielern.

Thomas Kotzbauer hat nahezu sein komplettes Fußballerleben bis zum heutigen Tag bei der DJK Ursensollen verbracht. In frühester Kindheit hat er dort seine ersten Schritte getan, hat alle Jugendmannschaften durchlaufen, wo sein außergewöhnliches Talent schon sehr bald erkennbar war. Nach mehreren Jahren im Herrenbereich in Kreisklasse und Kreisliga wagte er 2014 den Sprung zur DJK Ammerthal, wo er neben Einsätzen in der zweiten Mannschaft (14 Tore in 15 Spielen) auch Bayernligaluft in der „Ersten“ schnuppern durfte (9 Einsätze). Nach dem Abstieg der Grün-Schwarzen in die Landesliga gehörte er in der Spielzeit 2015/16 dem Stamm der Landesligaelf an und durfte dabei insgesamt 26 mal, meist als Einwechselspieler, mithelfen, den sofortigen Wiederaufstieg in die Bayernliga zu meistern.

Der Zeitaufwand, den der Fußball auf hohem Niveau mit sich bringt und der mit seinem beruflichen Fortkommen nur schwer zu vereinbaren war, war schließlich der Hauptgrund für Thomas Kotzbauer, im Sommer 2016 wieder zu seinem Heimatverein nach Ursensollen zurückzukehren. 2017 übernahm „Tom“ bei der DJK den Posten des Co-Trainers, nachdem der damalige Coach während der Saison seinen Abschied erklärte, schlüpfte er schließlich in die Funktion des Cheftrainers. Seit der Saison 2018 bekleidet er nun den Job des Chefanweisers bei der DJK zusammen mit Andreas Graml, wobei beide Coaches auch als wichtige Spieler mit Erfahrung in höheren Klassen auf dem Feld ihren Mann stehen und die Qualität hoch halten.

Der Ursensollener Torjäger hat erst vor ein paar Tagen seinen 30. Geburtstag gefeiert. Er wohnt im nahen Amberg, ist - wie erwähnt - frisch verheiratet und arbeitet als Teamleiter in der Qualitätssicherung. Nach seinen Hobbies außerhalb des Kickens gefragt, kommt - wie es sich für einen Trainer gehört - natürlich Sportliches, wie Tennis und Laufen. Und wer vor einem Spiel das „schwere“ Essen nicht scheut, der frönt natürlich auch gerne dem Grillen.


Tom, wo und in welchem Alter hast Du denn mit dem Fußball begonnen? Warst du schon in den Anfängen ein so treffsicherer Schütze?

Ich habe mit 6 Jahren bei der DJK Ursensollen zum Kicken begonnen - damals jedoch alles andere als treffsicher. Aber es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.


Reden wir über die Gegenwart. Was gefällt dir an deinem Verein ganz besonders, was zeichnet ihn besonders aus?

Eindeutig die Kameradschaft unter uns Jungs – die meisten kenne ich bereits seit der Grundschule. Das ist für mich echt was Besonderes.


Welches Saisonziel hast du Dir für die aktuelle Saison persönlich und für Deine Mannschaft gesetzt?

Als persönliches Ziel natürlich Tore schießen. Und als Mannschaft so Fußball zu spielen, dass wir selbst mit unseren Leistungen zufrieden sind. Dann schmeckt ein kühles Getränk nach dem Spiel auch gleich viel besser.


Du bist Goalgetter, da werden sicher auch Vereine aus höheren Klassen auf Dich aufmerksam. Hat es Angebote gegeben und warum hast Du dann doch deinem Verein die Treue gehalten?

Angebote hin oder her – wichtig ist, dass man einen Verein hat, der einem den Rücken stärkt und Vertrauen schenkt. Das hat die DJK stets getan und dafür bin ich bin ich sehr dankbar.


Gibt es ein Vorbild unter den ehemaligen oder aktuellen Torjägern für Dich?

Früher ganz klar Gerd Müller und Ronaldo, derzeit Robert Lewandowski. Da kann man wirklich nur staunen.


Was war Dein größter sportlicher Erfolg und was war Deine größte sportliche Niederlage?

Als schönste Erfolge habe ich auf jeden Fall unsere Aufstiege im Kopf – die bleiben einfach unvergesslich. Die Tatsache, dass wir in den letzten drei Jahren jeweils Dritter in der Liga wurden, würde ich zwar nicht als sportliche Niederlage bezeichnen – nichtsdestotrotz steckt man das nicht ohne weiteres weg.


Welches Ritual hast Du vor einem Spiel?

Deftig essen - mag für den ein oder anderen seltsam klingen, aber ein Schweinebraten hat mir schon zu so manchem Tor verholfen.


Wo ist das unangenehmste Auswärtsspiel und warum?

Wenn mit „unangenehm“ auch „herausfordernd“ gemeint ist, dann sind das vor allem unsere Auswärtsderbys. Eine gewisse Anspannung gehört einfach mit dazu.


Wer ist der Kabinen-DJ bei Euch im Team und wie ist die Musik?

Unser Steve (Stefan Wölfl, Bem. d. Red.). Bei seiner Playlist ist wirklich für alle was dabei.


Wenn Du Bundestrainer wärst: Welchen Mitspieler würdest Du für die Nationalmannschaft nominieren und warum?

Da will ich mich nicht festlegen. Da jeder Spieler aus unserem Team seine individuellen Stärken hat, könnte ich eigentlich jeden mitnehmen.

Was sagst Du zum Coronavirus?

Ja, was soll man dazu sagen? 2020 war sicherlich für uns alle ein besonderes Jahr – aber zusammen bekommen wir auch das gemeistert.


Wie nutzt Du die freigewordene Zeit am liebsten? Wie sieht Dein aktueller Alltag mit der derzeit schwierigen Situation aus?

Sportlich gesehen, heißt es für mich nach meiner Knie-OP im Sommer hauptsächlich Muskelaufbau zu betreiben und allmählich wieder in Form zu kommen. Und das private Glück kam trotz Corona dieses Jahr auch nicht zu kurz: Meine Freundin und ich haben heuer geheiratet.


Was darf in Deinem Kühlschrank nicht fehlen?

So manche Leckereien, mehr will ich nicht verraten.


Schlager, Klassik, Techno oder andere Musikrichtung?

Die Mischung macht´s.


Mit welchem Sportler würdest Du gerne mal einen Kaffee oder ein Bierchen trinken?

Thomas Müller wäre mein Favorit für ein Bierchen zu zweit.


Wie sieht für Dich der perfekte Abend aus?

Jogginghose, gutes Essen, Film oder alternativ Fußball schauen.


Was vermisst Du derzeit am meisten? Ist es schwierig, auf Fußball zu verzichten?

Das normale Miteinander, wie man es kennt. Freunde treffen, Feste besuchen und so weiter. Natürlich auch den Fußball – all das fehlt mir schon sehr.


Wie beurteilst Du die Entscheidung, die Saison nicht abzubrechen?

Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt dafür, weiterzuspielen. Wenn man jedoch sieht, wie sich die Lage entwickelt hat, müssen derzeit alle Lebensbereiche zurückstecken. Da gehört der Fußball eben auch dazu.


Denkst Du, dass wir nach der Krise wieder normal Fußball spielen werden oder verändert sich etwas in der Gesellschaft, wo auch der Fußball nicht mehr derselbe sein wird?

Ich würde es mir wünschen, dass das gesellschaftliche Leben - und damit auch der Fußball - wieder einen Weg in die Normalität findet. Wie diese letztendlich aussieht, wird sich zeigen. Man muss aus dem was man darf, einfach das Beste machen.


Dein ganz persönlicher Wunsch für die kommende Zeit?

Ganz klar Gesundheit - das ist das wichtigste im Leben.

Aufrufe: 8.12.2020, 12:00 Uhr
Werner SchaupertAutor

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