Verstehen sich blind: Nico (l.) und Stefan Bach
Verstehen sich blind: Nico (l.) und Stefan Bach – Foto: Verein

Der Doppelbach der DJK Schlatt

Seit Januar spielt Stefan Bach mit Sohn Nico im selben Team

Dass ein Vater und sein Sohn in derselben Fußballmannschaft aktiv sind, kommt häufiger vor – in den meisten Fällen als Trainer-Spieler-Gespann. Dass ein Vater und sein Sohn gemeinsam als Spieler auf dem Platz stehen, ist dagegen seht viel seltener der Fall. Seit dieser Saison tritt dieses Mehrgenerationen-Phänomen in der vierten Staffel der Kreisliga B auf: Stefan Bach, 40 Jahre alt, schnürt seit zwei Jahren die Kickschuhe für den DJK Schlatt. Sein Sohn Nico, 19 Jahre alt, hat sich dem Kreisligisten vergangenen Winter angeschlossen.

„Es war immer mein Traum, mit meinem Sohn in einem Team zu spielen“, sagt Stefan Bach. Nach der Saison 2017/18 hat der Familienvater beim Bezirksligisten FC Neuenburg seine Trainerlaufbahn beendet und ist nach Schlatt gewechselt. Im familiären Umfeld des Kreisligisten will Bach Senior seine Spielerkarriere ausklingen lassen. Der Junior ist davon noch ein Stück entfernt. Nico bestreitet seine zweite Aktivensaison, zuvor hat der Mittelfeldspieler in der Jugend der SG Hausen gespielt. „Es macht super viel Spaß, mit Papa auf dem Platz zu stehen“, schwärmt auch er von der Vater-Sohn-Konstellation. „Das Zusammenspiel mit ihm klappt richtig gut.“

Aber nicht nur auf dem Platz harmonieren die Bachs miteinander. „Wir haben generell ein sehr enges Verhältnis“, sagt Vater Stefan, und Sohn Nico ergänzt: „Nach den Spielen trinken wir ganz normal mit den Mannschaftskollegen unser Bier, da gibt es keine Sonderbehandlung oder komische Situationen.“ Was nicht heißt, dass der Papa im Spiel nicht auch mal laut werden kann. „Natürlich spreche ich die Dinge an, die auf dem Platz besser laufen müssen“, sagt der Abwehrspieler. „Ich versuche da schon, meine Erfahrung an Nico weiterzugeben.“ Dies beschränke sich allerdings nicht nur auf seinen Sohn, sondern gelte für das gesamte Team.

Überreden musste Stefan Bach seinen Sohn übrigens nicht, zu ihm nach Schlatt zu wechseln. „Das ist mir enorm wichtig, dass ich Nico da nicht zu etwas gedrängt habe, was er gar nicht wollte“, sagt der Vater, und lobt gleichzeitig die fußballerischen Qualitäten seines Sohnes: „Als Sechser hat Nico ein wahnsinniges Ballgefühl und eine große Ruhe am Ball.“ Nur manchmal wünsche er sich, dass sein Sprössling, dessen Vorbild Sergio Busquets ist, etwas mehr Ehrgeiz an den Tag legen würde. „Dann bin ich sicher, dass er es aus der Kreisliga B rausschafft.“

In dieser Saison will Stefan Bach es gemeinsam mit seinem Sohn, der momentan ein freiwilliges soziales Jahr im Herzzentrum in Bad Krozingen absolviert, unter die ersten zehn Mannschaften schaffen. Stand jetzt ist dieses Ziel erreicht: Nach sechs Spieltagen belegt Schlatt mit sechs Punkten ebenjenen zehnten Tabellenplatz. Wie lange das Vater-Sohn-Duo noch zusammen kicken wird? „Ich hoffe, dass ich nach dieser Runde noch ein Jahr dranhängen kann“, sagt Stefan, und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Knochen machen da auf jeden Fall mit, die Schnelligkeit eher nicht mehr.“ Außer im ersten Saisonspiel beim FC Steinenstadt, „als Nico irgendwann völlig platt war“, wie Stefan berichtet. „Da musste ich für ihn in die Bresche springen, bin mit nach vorne gelaufen und habe prompt getroffen.“ Immerhin: Das erste Saisontor des Routiniers beim 7:1-Kantersieg gegen Steinenstadt konnten im Anschluss wieder beide Bachs im Doppelpack bejubeln.

Aufrufe: 016.10.2020, 10:55 Uhr
Niko Rhein (BZ)Autor

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