– Foto: Meiki Graff

Die DJK Mehr-Niel hält sich an ihr Motto

„Auf das Durchhalten kommt es an“, sagte Vorsitzender Jupp Gertzen 1953 bei der Gründung der DJK Mehr-Niel. Das hat für den Verein noch heute Gültigkeit, der seit einigen Jahren nur noch in der Kreisliga C aufläuft.

„Op de Dörhalde kömmt et on.“ Auf das Durchhalten kommt es an – das sagte der erste Vorsitzende Jupp Gertzen im November 1953 bei der Gründungsversammlung der DJK Mehr-Niel. Und diese Devise hat auch nach fast 70 Jahren immer noch Gültigkeit, wie der jetzige Klubchef Dieter Tenhaef sowie Fußball-Geschäftsführer Hendrik van de Sand betonen.

Zwar ist die DJK mittlerweile nur noch in der Kreisliga C vertreten, aber der Klub will den Spielbetrieb – auch wenn er nur noch in der untersten Klasse läuft – so lange wie möglich aufrechterhalten.

Nach der Gründung wurde die Erste Mannschaft in die damalige Dritte Kreisklasse eingeteilt. Im Jubiläumsjahr 1978 gelang der Sprung in die Zweite Kreisklasse. Unter Trainer Paul Kaiser stieg die DJK 1985 sogar in die Kreisliga A auf, 1989 folgte der Abstieg. 1997 ging es dann unter Coach Ingo Pauls noch einmal hinauf in die A-Liga, die man wegen der Einführung einer eingleisigen Klasse wieder verlassen musste. Zwischendurch konnte der Verein eine zweite und sogar für eine kurze Zeit eine dritte Mannschaft ins Rennen um Punkte schicken. Beide Teams mussten später wieder abgemeldet werden, weil nicht genug kickendes Personal vorhanden war.

DJK Mehr-Niel bis 1990 mit eigener Jugend

Bis 1990 hatte die DJK eine eigene Jugend-Abteilung. Aber aufgrund fehlender Baugebiete in den Ortschaften Mehr und Niel für junge Familien sowie weiterem Nachwuchsmangel konnte der Verein aus den eigenen Reihen nicht mehr ausreichend Spieler für Jugend-Teams stellen. Deshalb gründete man mit dem Nachbarklub SV Donsbrüggen eine Spiel-Gemeinschaft, um konkurrenzfähige Mannschaften zu bilden.

Etliche Mehrer und Nieler Jungs kickten dann in Donsbrüggen. Und einige Akteure kehrten nach ihrer Jugendzeit nicht mehr zum Stammverein DJK Mehr-Niel zurück. Sie blieben beim SV Donsbrüggen. Dieses Schicksal ereilte damals so manch anderen kleinen Verein im Kreis Kleve, der eine Spiel-Gemeinschaft im Jugendbereich eingegangen war.

Ab der Saison 2000/2001 spielte die DJK in der B-Liga, aus der man zweimal abstieg, jedoch sofort die Rückkehr in die Klasse schaffte. Aber seit 2011 ist die DJK nun Dauergast in der untersten Fußball-Etage. Derzeit existiert nur eine A-Jugend der Vereine TuS Kranenburg, SV Nütterden sowie der Spielgemeinschaft SG DJK Mehr-Niel/Wyler-Zyfflich im gesamten Kranenburger Gemeindegebiet, was früher undenkbar war.

Mit den Sportfreunden aus Wyler-Zyfflich begann die DJK zur Spielzeit 2013/14 eine Kooperation im Senioren- sowie im Jugendbereich. „In der jetzigen A-Jugend kicken acht Akteure aus unserer Spiel-Gemeinschaft. Drei Jungs kommen im Sommer aus dieser Altersklasse heraus. Die Spiel-Gemeinschaft ist für beide Vereine eine gute Sache. Und die Zusammenarbeit klappt hervorragend“, sagt Dieter Tenhaef, der als Vorsitzender, Fußball-Obmann und Platzwart der schmucken Sportanlage in Personalunion fungiert.

DJK Mehr-Niel stand 2012 kurz vor der Auflösung

2012 stand der Verein kurz vor der Auflösung, weil kein neuer Vorsitzender gefunden werden konnte. Doch dann übernahm in letzter Minute der heute 70-jährige Dieter Tenhaef das Ruder. „Mein Herz schlägt schwarz-gelb – schon seit 51 Jahren“, sagt der Vorsitzende des Klubs, der 230 Mitglieder hat.

Eine zweite Mannschaft wurde zur Saison 2018/19 als Neuner-Team angemeldet. Wie berichtet hört Coach Peter Fehlemann bei den Vereinigten nun nach dreijähriger erfolgreicher Tätigkeit auf. Ein Trainertrio, bestehend aus Sascha Fehlemann, Hubert Vos sowie Udo Daams, übernimmt ab der neuen Saison das Kommando am Mehrer Feldweg.

„Wir hofffen, auch in Zukunft weiter bestehen zu können. Es werden noch mehr Traditionsvereine in die C-Liga absteigen. Ein Aufstieg in die B-Liga ist für uns kein Muss, wir wollen aber oben mitspielen. Beide Mannschaften trainieren zusammen und bilden eine Einheit“, sagt Hendrik van de Sand, der sich Gedanken über die Corona-Krise macht. „Es ist schon eine lange Zeit ohne Fußball vergangen. Hoffentlich kommen alle wieder zurück, wenn wir wieder auf den Platz können.“

Im Platzhaus werden mit Mitteln aus dem Programm „Moderne Sportstätten NRW“ die Sanitär- und Heizungsanlage saniert. Das zweite Spielfeld erhielt in Eigenleistung für 3000 Euro eine Beregnungsanlage, ebenso wurde es gesandet und neu eingesät.

Die DJK Mehr-Niel ist auch im Breitensport aktiv. In drei Gruppen – Turnen, Gymnastik und Aerobic – halten sich die Mehrer und Nieler Damen fit. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Freunden aus Wyler und Zyfflich, das sich immer weiter entwickelt. Es würde dem Verein wieder Auftrieb und Aufschwung geben, wenn irgendwann ein Aufstieg gelänge“, sagt Dieter Tenhaef.

Und das Motto gilt halt immer noch, wie bei der Gründung vor fast 70 Jahren: Auf das Durchhalten kommt es an.

Aufrufe: 1.5.2021, 14:00 Uhr
RP / Peter NienhuysAutor

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