Nicht nur wegen Corona, sondern auch sportlich gesehen, blickt man bei der DJK Ebnath (in blau-weiß) auf ein unbefriedigendes Jahr 2020 zurück.
Nicht nur wegen Corona, sondern auch sportlich gesehen, blickt man bei der DJK Ebnath (in blau-weiß) auf ein unbefriedigendes Jahr 2020 zurück. – Foto: Dagmar Nachtigall

In Ebnath haben sich einige anderen Hobbys zugewandt

FuPa möchte im Rahmen einer Befragung Einblicke geben, wie die Vereine das wegen Corona mehr als verrückte Fußballjahr 2020 erlebt und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben.

Robert Söllner, seines Zeichens Spielleiter und Vorstand des Kreisligisten DJK Ebnath, gibt als nächster Gesprächspartner ein Statement ab, wie man im äußersten Norden der Oberpfalz die zurückliegenden Monate erlebt hat. Dabei zeichnet er ein düsteres Bild und macht deutlich, dass Corona gerade bei der Fichtelgebirgself, ihrem Umfeld und auch in seinem eigenen beruflichen Bereich eine ganze Reihe von negativen Nebenwirkungen erzeugt hat.

Robert, das Fußball-Jahr 2020 - ein Jahr, das man ohne Zweifel in die Kategorie „schnell vergessen“ einordnen kann. Wie sieht Dein ganz persönliches Resümee aus?

Robert Söllner (65): In jeder Hinsicht negativ! Großer Kostenaufwand war zu betreiben für Trainer, Sportplätze und so weiter und dann keine Einnahmen. Und dann hatten einige Spieler den Trainingsbetrieb quasi satt und haben sich anderen Hobbys zugewandt.


Auch wenn nur wenige Spieltage absolviert wurden, bist Du zufrieden mit der sportlichen Ausbeute heuer?

Nein, keinesfalls. Hatten zu lange Anlauf gebraucht, um Leistung zu bringen. Und dann haben wir die ersten Spiele komplett verschlafen.


Wie war die Reaktion Euerer Mannschaft auf die hohen Fallzahlen in unserer Region? Gab es Spieler, die keinesfalls trainieren oder spielen wollten, oder andere, die unter Einhaltung der Hygienebestimmungen dennoch „ganz normal“ weiter machen wollten?

Fast alle wollten weiter machen. Es gab ja auch keine Ansteckungen während des Spiel- und Trainingsbetriebs.


Gibt es schon Planungen, wie es nach einer hoffentlich erfolgenden Freigabe des Trainingsbetriebes ab Dezember weiter gehen wird bei Euch?

Wir rechnen nicht mit einer Aufnahme des Trainingsbetriebes vor Januar.


Wie haltet ihr euch während der Winterpause fit?

Jeder für sich. Laufen in der Whats-App-Gruppe ab Mitte Dezember.

Wie haltet ihr überhaupt Kontakt in Zeiten von Corona?

Es besteht da kaum Kontakt.


Wie bewertest Du die Entscheidung des BFV, als einziger Landesverband in Deutschland die Saison nicht abzubrechen?

Einfach gesagt: Einfach nicht nachvollziehbar! Ein Abbruch wäre die einzig sinnvolle Maßnahme gewesen!


Eine Möglichkeit, dem pandemie- oder wetterbedingten Terminstress mit womöglich vielen Nachholspielen zu entgehen, wäre der Wegfall des Ligapokals. Wie stehst Du dazu? Seid Ihr noch dabei oder habt Ihr Euch schon abgemeldet?

Wir haben uns abgemeldet. Einmal wären zu viele Kosten entstanden und dann hast du bei dieser Jahreszeit keine Zuschauer.


Habt Ihr Sorgen, dass einige Spieler im neuen Jahr überhaupt keine Lust mehr auf Fußball haben? Oder haben sich gar schon welche verabschiedet?

Diese Sorgen sind begründet, wie ich anfangs schon erklärt habe.


Hat Corona negative Auswirkungen im finanziellen Bereich bei Deinem Verein erzeugt? Wenn ja, könnt ihr die Ausfälle überhaupt kompensieren?

Corona hat bei uns jede Menge negative Auswirkungen. Es fehlen 13 Heimspiele! Dazu entfällt unser Preisschafkopf mit 120 Teilnehmern, die Weihnachtstombola kann nicht durchgeführt werden, und und und.


Wie gehst Du ganz persönlich mit der Pandemie um?

Vorsichtig so weit möglich. Habe ein Sportgeschäft und somit auch hier finanzielle Einbußen ohne Ende.

Aufrufe: 17.11.2020, 09:00 Uhr
Werner SchaupertAutor

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