Nach sechs Spielen ist Schluss für Karim Farhan beim ATSV Erlangen.
Nach sechs Spielen ist Schluss für Karim Farhan beim ATSV Erlangen. – Foto: Ernst Blank

Aus für Farhan beim ATSV - Vereinsführung schweigt zu den Gründen

Raum für Spekulationen +++ Reinhard Staab: ""Es ist alles noch etwas in der Schwebe"

"Da müsst ihr beim Verein nachfragen", sagt ein enttäuscht klingender Karim Farhan am FuPa-Telefon, der sich zur Sache nicht äußern möchte. Nur so viel: Die Freistellung kam aus seiner Sicht "völlig unerwartet nach dem Abschlusstraining" vor dem letzten Spieltag.

Doch die Vereinsführung schweigt bislang. Weder Abteilungsleiter Jörg Markert, der trotz mehrmaliger Anfragen nicht reagierte, noch sein Stellvertreter Reinhard Staab nennen die Motive für die Entscheidung. "Es ist alles noch etwas in der Schwebe", gibt sich Staab zunächst orakelhaft - und ergänzt dann: "Er wird nicht mehr Trainer sein, doch ich möchte zu den Gründen jetzt nichts sagen."

Heimlich, still und leise hat der ATSV Erlangen den dritten Trainerwechsel in dieser Bayernliga-Nord-Saison vollzogen - und Karim Farhan, der erst im Dezember zum Nachfolger des in der Winterpause zum Regionalligisten FC Memmingen gewechselten Fabian Adelmann auserkoren wurde, entlassen. Bereits beim 4:3-Auswärtssieg gegen Don-Bosco Bamberg am vergangenen Sonntag war der 31-Jährige schon nicht mehr dabei. Dies berichtete am Montag der "Fränkische Tag".

Farhan, der vor seiner Berufung zum Chefcoach als Adelmanns Co-Trainer an der Seitenlinie die Fäden zog und somit als interne Lösung bei den Mittelfranken zum Zuge kam, erhielt noch im Dezember des vergangenen Jahres große Vorschuss-Lorbeeren von Vereinsseite: "Karim wird uns mit seiner akribischen Art weiterhelfen", hieß es damals im "kicker".

Die Bilanz in den bisherigen sechs Spielen, die Farhan als Trainer zu verantworten hat, fällt dabei mehr recht als schlecht aus: vier Siege und zwei Niederlagen standen bis dato zu Buche. Derzeit rangiert der ATSV mit 57 Punkten auf Platz drei der Liga - jeweils drei Punkte hinter dem Tabellenzweiten Vilzing und dem Liga-Primus FCE Bamberg, der bislang zwei Spiele weniger bestritten hat. Der Aufstiegszug mit Platz eins ist zuletzt wohl etwas weiter in Entfernung geraten, doch abgefahren ist er durchaus noch nicht - immerhin sind noch sieben Partien übrig.

Ob das Farhan-Aus überraschend kommt, darüber kann man wohl streiten. Die einen sagen Ja, weil die Vereinsführung vor Saisonbeginn personell zwar groß aufgerüstet hatte, gleichzeitig aber immer betonte, wie bodenständig man beim ATSV sei und dass der Aufstieg in die Regionalliga kein Thema ist. Die anderen meinen Nein, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt eben nicht mehr daran glauben, dass der Schritt in die nächsthöhere Klasse mit ihm noch möglich sei.

Wie es für Karim Farhan weitergeht, darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht, wie er gegenüber FuPa mitteilt. Die nächste Trainerstelle wird für den noch jungen Fußball-Lehrer aber vielleicht schon bald kommen...

Aufrufe: 012.4.2022, 17:10 Uhr
Stephan HörhammerAutor