
Eigentlich wollte Shqipran „Chippo“ Skeraj die trainingsfreie Zeit für eine Hospitation bei der TSG Hoffenheim nutzen und den Kopf frei bekommen. Doch als die DJK Don Bosco Bamberg anrief, änderte sich der Fahrplan des 40-jährigen Ex-Profis schlagartig. Nach den ersten Gesprächen mit Sportchef Gerd Schimmer stand die Entscheidung fest: „Im Verein steckt unheimlich viel Potenzial. Das Angebot hat sportlich wie persönlich gepasst – da habe ich gleich zugesagt.“
Nach seinem Blitz-Abschied beim ATSV Erlangen nutzte er die Pause bewusst für die Familie. Zu seinem Ex-Klub hat er nach wie vor ein gutes Verhältnis. „Ich hatte dort eine sehr gute Zeit, weiß aber, wie der Fußball läuft. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Für mich war das Ende deshalb schnell abgehakt“, so Skeraj. „Mein Ziel war es trotzdem weiter dranzubleiben, ohne mich aktiv bei Vereinen aufdrängen zu müssen. Das eine oder andere Angebot gab es – aber es muss bei mir vor allem sportlich passen.“ Das tut es in Wildensorg.
„Ich wurde mega freundlich empfangen“, sagt Skeraj. Beim ersten Training spürte der neue Trainer aber die Hypothek der vergangenen Spiele noch in den Köpfen der Mannschaft. „Es wurde dann aber schnell besser: Die Jungs waren am Ende voll fokussiert und konzentriert. Mit dem Team ist sehr viel möglich.“
Große Zukunftsversprechen vermeidet Skeraj dennoch. Der Blick geht nur auf die nächsten Wochen: „Don Bosco ist ein Verein, der langfristig denkt. Aber für mich zählt erstmal nur das Hier und Jetzt. Die kurzfristigen Ziele stehen im Vordergrund: Schnelles Zusammenfinden, unsere Spielidee umsetzen und die ersten drei Punkte holen.“
Unterstützung bekommt Skeraj dabei von Mauris Dransfeld als Co-Trainer. Dransfeld trat jüngst als Cheftrainer bei der SpVgg Erlangen aus gesundheitlichen Gründen zurück. „Es war mein Wunsch, dass er mitkommt. Ich musste ihn aber echt überzeugen“, so Skeraj. „Er soll mich unterstützen, wo er kann – ganz ohne Druck. Ich glaube, wir haben eine ideale Rolle für ihn.“
Beim Bayernliga-Aufsteiger wartet auf das Duo nun eine anspruchsvolle Aufgabe: Don Bosco Bamberg ist nach wie vor sieglos und steckt tief im Tabellenkeller. Skeraj bleibt keine Zeit für eine lange Kennenlernphase, denn schon am Freitag wartet der Würzburger FV.
So schnell verschieben sich Prioritäten im Fußball. Die Hospitation bei der TSG ist gestrichen, ab sofort zählt für Skeraj nur noch der Klassenerhalt mit der DJK.