Mit »Goaßnachten« und FIFA 17: Altenkirchens Super-Serie

Seit 16 Monaten ungeschlagen: U17 der SG DJK Altenkirchen durchlebt sensationellen Lauf und schielt in Richtung Kreisliga

Normalerweise berichten wir ja an dieser Stelle über Transfers, Trainerwechsel oder sonstige interessante Geschichten aus dem Seniorenfußball. Heute wollen wir jedoch mal einen Blick in Richtung Nachwuchs werfen. Denn dort sorgt die U17 der SG DJK Altenkirchen seit einiger Zeit für ordentliche Furore. Seit dem 18. Oktober 2015 ist das Team um Kapitän Manuel Gangkofer bereits ungeschlagen. Nach dem Aufstieg in die Kreisklasse im vergangenen Sommer ist die SG auch dort das Maß aller Dinge und führt die Tabelle zur Winterpause mit einem Punkt Vorsprung auf den SV Neuhausen/Offenberg an.

Acht von neun Spielen entschieden die Altenkirchener im bisherigen Saisonverlauf mit einem Torverhältnis von 30:6 für sich, einzig bei der JFG Ohetal Kickers musste man sich mit einem torlosen Remis zufrieden geben. "Für uns ist das natürlich eine unheimlich tolle Sache wie es momentan läuft. Meine persönliche Zielsetzung wäre ein Platz unter den Top Drei, aber die Spieler träumen von der zweiten Meisterschaft hintereinander. Da steckt allerdings noch viel Arbeit dahinter", weiß Trainer Alexander Zapp, der seine Jungs deshalb bereits am 7. Februar zum offiziellen Trainingsauftakt versammelte. Schon zuvor verbrachte das Team weite Teile des Winters mit diversen Hallenturnieren und -trainings, beim Cageball oder mit gemeinsamem Lauftraining inklusive Koordinationsübungen. Man merkt schon: der Erfolg kommt nicht von ungefähr und das Geheimrezept liegt dabei am besonders intensiven Zusammenhalt innerhalb der Truppe. "Unsere Mannschaft zeichnet die gute Kameradschaft sowie das Für- und Miteinander aus. Die Jungs haben selbstständig einen eigenen Strafenkatalog erstellt, mit dem vor kurzem das "Goaßnachten" bezahlt wurde. Mit bayrischer Musik und Brotzeit und natürlich mit Goaßmaß hat man sich zum Feiern getroffen. Dazu haben wir eine sehr hohe Trainingsbeteiligung, von 20 Spielern sind regelmäßig 16-17 im Training. Des weiteren schauen wir zahlreiche Fußballspiele bei mir zuhause, gehen Spaghetti essen, organisieren ein gemeinsames Frühstücken oder spielen FIFA 17-Turniere auf der PS4. Auch die Eltern sind aktiv dabei und verkaufen zum Beispiel bei Heimspielen Kuchen. Mit dem eingenommenen Geld werden die Abendausflüge im Trainingslager finanziert, wie Trampolinpark, Bowlen oder Hallenbad. Die Jungs sind wirklich vom Elternhaus her sehr gut erzogen", berichtet Zapp, der gemeinsam mit Co-Trainer Helmut Grassinger das Zepter schwingt.

»Meine persönliche Zielsetzung wäre ein Platz unter den Top Drei, aber die Spieler träumen von der zweiten Meisterschaft hintereinander. Da steckt allerdings noch viel Arbeit dahinter.«

Die Geschlossenheit ist also die große Stärke der Mannschaft, auch wenn man mit Kapitän Manuel Gangkofer, Vizekapitän Christoph Staffler und Torhüter Florian Brunner natürlich auch drei Akteure hat, die in engen Partien den Unterschied machen. "Die Leistungsdichte bei uns ist schon sehr hoch und ich habe oft die Qual der Wahl, wen ich spielen lasse und wer evtl. zuschauen muss", erzählt Alexander Zapp. Neben der DJK Altenkirchen sind übrigens auch der TSV Frontenhausen und der TSV Marklkofen an der Spielgemeinschaft beteiligt. Jeder Verein tritt jeweils einmal federführend auf. In der C-Jugend Frontenhausen, in der B-Jugend Altenkirchen und in der A-Jugend Marklkofen. "Die SG besteht in dieser Form seit etwa vier Jahren und die Zusammenarbeit, die von der C- bis zur A-Jugend praktiziert wird, läuft sehr gut. Alle drei Jugendleiter machen hier eine sehr gute Arbeit. Natürlich möchte jeder von der Jugendarbeit Früchte ernten, man kann aber nicht sagen, dass jeder nur auf sich schaut", so Zapp. Die Frühjahrsrunde beginnt für die SG DJK Altenkirchen am 19. März mit dem Heimspiel gegen Osterhofen. Zuvor sind acht Vorbereitungsspiele geplant sowie erstmals auch ein Trainingslager in Linz vom 3. bis 5. März. "Das hat es in dieser Form in der SG noch nicht gegeben", betont ein sichtlich stolzer Coach Zapp. Die SG DJK Altenkirchen - ein Vorzeigebeispiel dafür, dass sich Nachwuchsarbeit lohnt.


Die Fieberkurve der SG Altenkirchen in dieser Saison:

Aufrufe: 015.2.2017, 11:11 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor