
Am vergangenen Donnerstag gab der Fußballbezirk Hochrhein den diesjährigen Finalort des Bezirkspokals der Männer und des Kleinfeld-Wettbewerbs der Frauen bekannt. Neben der Entscheidung für Lauchringen als Austragungsort sorgte das Datum (das im Rahmenterminkalender vor der Saison festgelegt worden war) für Diskussionen. Statt wie in den Vorjahren an Christi Himmelfahrt sollten die Endspiele diesmal an Fronleichnam (4. Juni) stattfinden.
Das Kleinfeld-Finale der Frauen zwischen der Spvgg Wutöschingen und dem FC Wittlingen II hätte um 13 Uhr angepfiffen werden sollen, das Männerduell des TuS Lörrach-Stetten und des SV Waldhaus um 16 Uhr. Für das Endspiel des Frauen-Bezirkspokals (SF Schliengen gegen TuS Kleines Wiesental) blieb bisher eine Nennung des Finalorts und der Anstoßzeit aus.
Der TuS Lörrach-Stetten kritisierte den geplanten Spieltermin ebenso wie den Austragungsort mit deutlichen Worten und zog sogar einen gegebenenfalls kurzfristigen Verzicht in Erwägung (Kritik an Ort und Termin: Verzichtet der TuS Lörrach-Stetten auf das Pokalfinale?). Wie der Fußballbezirk nun mitteilte, hätten weitere Finalisten ihre Sorge geäußert, am geplanten Finaltermin eine Mannschaft stellen zu können. Nach Rücksprache mit den Finalisten hat man sich demnach nun auf einen alternativen Spieltermin geeinigt - den der Bezirk in seiner Mitteilung allerdings noch nicht benannte.
Nachfolgend die Mitteilung des Fußballbezirks Hochrhein:
In den vergangenen Tagen wurde in der Öffentlichkeit wiederholt über den Termin und den Austragungsort der Endspiele um den Bezirkspokal Hochrhein diskutiert. Anlass waren unter anderem Stellungnahmen einzelner Vereinsvertreter, unter anderem auch des sportlichen Leiters des TuS Lörrach-Stetten.
In diesem Zusammenhang wurde sinngemäß ausgeführt, dass der entsprechende Termin zwar im Rahmenterminkalender (RTK) enthalten gewesen sei, diesem jedoch nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Diese Einschätzung teilt der Bezirksfußballausschuss (BFA) nicht.
Der Rahmenterminkalender stellt eine verbindliche und zentrale Planungsgrundlage für den Spielbetrieb dar. Viele Vereine erkundigen sich bereits frühzeitig nach dessen Veröffentlichung, um ihre sportlichen und organisatorischen Abläufe für die jeweilige Saison entsprechend abstimmen zu können.
Der für die laufende Saison gültige RTK wurde zu Beginn des Jahres 2025 auf insgesamt fünf Halbjahrestagungen vorgestellt und anschließend durch die Mehrheit der Vereine bestätigt. Die darin enthaltenen Termine sind somit für alle Vereine sowie für den BFA verbindlich. Das Finale um den Bezirkspokal war eindeutig auf den 04.06.2026 festgelegt.
Die Terminierung dieses Finalspieltages erfolgte aus sachlichen Gründen. Unter anderem wurde berücksichtigt, dass zu Beginn des Monats Juni die Abiturprüfungen sowie deren Vorbereitungsphase stattfinden. Vor diesem Hintergrund wurden die Endspieltermine der Aktiven und der Jugend bewusst getauscht.
Auch die Vergabe der Ausrichtung der Endspiele erfolgte nach einem transparenten und klar geregelten Verfahren. Alle Vereine im Bezirk wurden durch den Vorsitzenden des BFA zur Abgabe einer Bewerbung eingeladen. Die Entscheidung über den Austragungsort trafen die Mitglieder des BFA anschließend in einem schriftlichen Umlaufverfahren. Jedes Mitglied entschied dabei ohne Vorgaben nach eigenem Ermessen. In diesem Jahr sprach sich die Mehrheit für den SC Lauchringen als Ausrichter aus.
Im weiteren Verlauf wurde dem BFA mitgeteilt, dass mehrere Finalisten – darunter auch der TuS Lörrach‑Stetten – aufgrund des Terminansatzes Probleme sehen, am vorgesehenen Spieltag eine Mannschaft zu stellen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass Endspiele nicht sportlich ausgetragen, sondern formal entschieden worden wären. Diese Situation stellte aus Sicht des BFA eine unbefriedigende Lösung dar und entsprach nicht dem grundlegenden Anspruch, sportliche Wettbewerbe nach Möglichkeit auf dem Platz zu entscheiden.
Vor diesem Hintergrund hat sich der BFA intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine sportlich faire Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden werden kann. Ziel war es, innerhalb des gegebenen Rahmens eine Alternative zu ermöglichen, ohne dabei die grundsätzliche Verbindlichkeit des RTK in Frage zu stellen.
Daher unterbreitete der BFA allen beteiligten Vereinen einen Vorschlag zur Durchführung der Endspiele an einem alternativen Termin. Die Rückmeldungen hierzu fielen überwiegend positiv aus. Wäre diese Zustimmung nicht zustande gekommen, hätte der BFA an dem ursprünglich festgelegten Finaltermin festgehalten, mit den entsprechenden ordnungsgemäßen Konsequenzen für nicht antretende Vereine.
Der Bezirksfußballausschuss möchte in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Rahmenterminkalender für den Spielbetrieb maßgebend ist. Eine Nichtbeachtung kann – unabhängig von Einzelfällen – zu sportlichen Folgen führen. Dies gehört zu einer verlässlichen und gleichbehandelnden Verbandsarbeit.
Der Bezirksfußballausschuss betont ausdrücklich, dass die in diesem Zusammenhang gefundene Lösung keine Abkehr von bewährten Verfahren darstellt und keine Signalwirkung für zukünftige Spielzeiten besitzt. Der Rahmenterminkalender bleibt auch weiterhin die verbindliche Grundlage für den Spielbetrieb im Bezirk. Der vorliegende Vorgang begründet daher keinen Präzedenzfall und hat keinerlei Auswirkungen auf die zukünftige Handhabung von Terminierungen oder Wettbewerbsorganisation.
Der BFA dankt den weiteren Finalisten SV Waldhaus, TuS Kleines Wiesental und Spvgg. Wutöschingen ausdrücklich für ihre Bereitschaft, eine sportliche Entscheidung auf dem Platz zu ermöglichen.
Der Bezirksfußballausschuss distanziert sich ausdrücklich von der Austragung organisatorischer Themen über die Öffentlichkeit. Eine konstruktive Zusammenarbeit lebt aus Sicht des BFA vom direkten, sachlichen und frühzeitigen Austausch. Der BFA steht allen Vereinen jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um im Sinne des Sports gemeinsam tragfähige und faire Lösungen zu erarbeiten.