Florian Baumgartl ist nur mehr bis zum Saisonende Chefanweiser des FC Dingolfing
Florian Baumgartl ist nur mehr bis zum Saisonende Chefanweiser des FC Dingolfing – Foto: Charly Becherer

Dingolfing: Baumgartl hört am Saisonende auf

Der 42-jährige Übungsleiter wird sich bei den BMW-Städtern nach vier erfolgreichen Jahren verabschieden

Im Sommer heißt es für den FC Dingolfing Abschied nehmen. Cheftrainer Florian Baumgartl (42) geht von Bord und übergibt das Steuerbord an einen noch nicht feststehenden Nachfolger. Darauf verständigten sich der sympathische Übungsleiter und die Dingolfinger Verantwortlichen. Bis zum Ende der Liaison hat man aber noch ehrgeizige Ziele. Dank eines Formhochs zum Jahresende hat man sich trotz anhaltender Personalsorgen eine gute Ausgangslage für die Rückrunde erspielt.

"Nach vier Jahren wird es nun, für mich und den Verein, Zeit für Veränderungen. Im Sommer geht für mich persönlich dann eine super Zeit zu Ende“, meint Baumgartl, der vor seinem Engagement bei den BMW-Städtern die SpVgg Landshut coachte. "Flo ist als Trainer und vor allem als Mensch ein hervorragender Typ. Dementsprechend ist uns die Entscheidung zur neuen Saison getrennte Wege zu gehen, unheimlich schwer gefallen. Wir haben immer vertrauensvoll und konstruktiv zusammen gearbeitet. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass wir gemeinsam zum Entschluss gekommen sind, dass es nach vier sehr intensiven Jahren die passende Zeit für eine Veränderung ist“, berichtet Dingoflings Sportchef Manuel Wimmer.

Baumgartl kam im Sommer 2019 zum FCD. Nach zwei vierten Plätze unter Holger Götz und Marco Kenneder galt es damals in der Entwicklung der Mannschaft den nächsten Schritt zu setzen. "Wir haben in diesem Zeitraum die Mannschaft umgebaut und vor allem enorm verjüngt. Die zukunftsorientierte Philosophie des Vereins, Spieler aus der Zweiten Mannschaft und der U19 externen Verstärkungen vorzuziehen, haben wir konsequent durchgezogen und wurden meiner Meinung für diesen Mut auch regelmäßig belohnt“, berichtet Baumgartl. Derweil waren die sportlichen Umstände stets von unglücklichen Begleiterscheinungen geprägt. In der ersten Saison durften die Blau-Weißen wegen des Corona-bedingten Abbruchs keine Relegation spielen und auch die realistische Chance, Eggenfelden noch einzuholen, wurde ihnen verwehrt. Das zweite Jahr wurde aufgrund der Pandemie komplett gestrichen. Im dritten Jahr haben selbst herausragende 67 Punkte nicht zur Meisterschaft gereicht. In der Relegation musste man über vier Spiele gehen. Letztendlich kassierte man nur eine Niederlage und musste dort schwer geknickt die Landesliga-Träume begraben.


In der aktuellen Spielzeit wollte man einen neuen Anlauf starten, jedoch hat man mit den Nachwehen des Relegationsmarathons zu kämpfen. Eine extreme Verletztenmisere suchte den FCD heim. Dennoch ist man als Dritter in unmittelbarer Schlagdistanz zum Relegationsplatz. "Wir werden gemeinsam versuchen, nach dem Winter nochmals alles aus uns herauszuholen um ein Wörtchen um den Relegationsplatz mitreden zu können. Die Meisterschaft sollte jedoch unter normalen Umständen entschieden sein“, schwört Baumgartl auf seinen letzten Tanz mit den Blau-Weißen ein. Unabhängig des Ausgangs kann Baumgartl auf eine hervorragende Bilanz zurück blicken. Im Umfeld ist der Coach hoch geschätzt, vor allem auch, weil Baumgartl weiß sich ins Vereinsleben einzubringen. Auch während der Pandemie war der Coach auch bereit mit anzupacken und nach dem Re-Start sah man ihn auch bei diversen Jugendteams auf dem Trainingsplatz.


Das Scheitern in der Landesliga-Relegation war für den FCD und seinen Coach sehr bitter
Das Scheitern in der Landesliga-Relegation war für den FCD und seinen Coach sehr bitter – Foto: Alfred Brumbauer




"Egal wie die Rückrunde läuft, werde ich die vier Jahre nur positiv in Erinnerung behalten. Menschlich bleiben für mich viele Freundschaften und ich bin stolz diesen Traditionsverein und speziell die Mannschaft, Trainerkollegen, Betreuer und Verantwortlichen über so eine lange Zeit begleiten zu dürfen“, blickt Baumgartl zurück. "Dem Verein werde ich auf jedem Fall auch über den Sommer hinaus verbunden bleiben. Kurz- und mittelfristig sehe ich für den FCD eine rosige Zukunft, bei der die herausragende Arbeit in der Jugendabteilung weitere Früchte im Seniorenbereich tragen wird. Der Schritt auf Landesebene sollte zeitnah möglich sein. Mich jedenfalls würde das sehr freuen“, meint der Dingolfinger (Noch-)Übungsleiter.




Wie es für den Sypathieträger Baumgartl über den Sommer hinaus weitergeht, will sich dieser noch offen halten. Auch beim FCD herrscht angesichts der bevorstehenden Trennung im Sommer Wehmut. "Unabhängig vom Ausgang der Saison, hat es Flo geschafft, das Team und auch den Verein insgesamt weiterzuentwickeln. Dafür sind wir ihm jetzt schon dankbar. Wir freuen uns auf die noch restlichen spannenden Monate mit Flo und werden ihn bis zum Schluss zu hundert Prozent unterstützen“, erzählt Wimmer.


Wie man Baumgartls Nachfolge gestalten will, dazu hält man sich im Dingolfinger Lager noch bedeckt? Die eine oder andere Möglichkeit steht im Raum. Wofür man sich entscheidet, will man gemeinsam abstimmen. "Was die Nachfolge von Flo betrifft, werden wir uns in Ruhe Gedanken machen und zeitnah Gespräche führen“, verrät Wimmer. Den eingeschlagenen Weg mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs will man aber so fortführen und bastelt bereits am Aufgebot für die neue Spielzeit. "Die Kadergespräche laufen unabhängig von der Trainerpersonalie sehr gut, sodass wir auch über den Sommer hinaus eine eingespielte und ambitionierte Truppe stellen werden“, so Wimmer abschließend.

Aufrufe: 027.11.2022, 14:00 Uhr
PM / Sebastian Strohmaier Autor