
Mehr Zündstoff geht zum Abschluss einer Saison eigentlich nicht mehr. Ortschaften, die keine 20 Kilometer voneinander entfernt sind, konkurrieren um einen von zwei freien Plätzen in der Kreisliga 1. Hinzu gesellt sich die Tragik aus der Spielzeit 2024/25, als eben diese beiden Kontrahenten am letzten Spieltag der Kreisklasse 3 im Rennen um die Meisterschaft die Hauptrollen spielten. Die SG war als Tabellenführer ins Saisonfinale gegangen, musste sich beim SV Raisting II trotz einer 2:0-Führung mit einem 2:2 begnügen. Nutznießer waren die Murnauer, die durch einen 6:2-Erfolg gegen Wielenbach/Pähl an Antdorf/Iffeldorf vorbeizogen und damit in die Kreisliga aufstiegen. Für die SG kam es anschließend noch schlimmer: In der Relegation scheiterte sie sang- und klanglos. Es knistert also gewaltig, wenn die SG Antdorf/Iffeldorf in der Kreisliga-Relegation auf die Reserve des TSV Murnau trifft.
Fraglos möchte die von Jürgen Staiger trainierte Spielgemeinschaft dieses Mal die Gunst der Stunde nutzen und im zweiten Anlauf binnen eines Jahres die Rückkehr in die höchste Spielklasse des Zugspitzkreises schaffen. In dieser Liga kickte der ASV Antdorf über zwei Jahrzehnte lang, von 1995 bis 2019. Um den Sprung dorthin zu schaffen, muss die SG aus dem Scheitern im vergangenen Jahr lernen, als sie gegen den WSV Unterammergau nach indiskutabler Leistung im Hinspiel (0:5) sang- und klanglos scheiterte.
Der erste Akt dieses Relegationsduells steigt am heutigen Dienstag an der Poschinger Allee in Murnau (19.30 Uhr). Das Rückspiel wird am kommenden Freitag, 5. Juni, in Antdorf ausgetragen (18.30 Uhr). Im Lager der SG mischen sich dieser Tage Anspannung und Vorfreude. „Aber die Vorfreude überwiegt“, stellt SG-Coach Jürgen Staiger fest. Aus gutem Grund: Vergangenes Jahr musste die SG mit der Bürde der verspielten Meisterschaft in die Saisonverlängerung. Das war letztlich zu viel Ballast für die Spieler, wie sich schnell herausstellte.
Diesmal dürften die Antdorfer und Iffeldorfer wesentlich selbstbewusster in die K.o.-Spiele gehen. Vier Siege und ein Unentschieden in den letzten fünf Kreisklassen-Partien sorgen für die nötige Zuversicht. „Dieses Jahr wollen wir es besser machen“, betont der SG-Coach. „Es ist eine neue Chance.“ Für Staiger bleibt nur eine, gleichwohl sehr entscheidende Frage offen: „Kann man alles abrufen?“ Was die Unterstützung von außen betrifft, hofft er auf die bedingungslose Treue des eigenen Anhangs. „Ich hoffe, es kommen viele Leute von uns, das wäre ein großer Anreiz.“
Prinzipiell beziffert Staiger die Aufstiegschancen auf 50:50, „auch wenn wir etwas der Außenseiter sind“, wie er betont. Zur Verfügung steht ihm nahezu der komplette Kader. Die zuletzt angeschlagenen Kicker wähnt er „bei 70 bis 80 Prozent“. Die offensiven Hoffnungen ruhen wenig überraschend auf Denny Krämer. „Er ist unser Fixpunkt“, unterstreicht der SG-Coach. „Er muss aber auch unterstützt werden.“ Die Rollenverteilung innerhalb des Teams bringt Staiger auf einen ganz einfachen Nenner: „In diesem Spiel hat jeder eine wichtige Aufgabe. Du brauchst alle, sonst geht es nicht.“ Gegner Murnau nahm der 57-Jährige bei dessen abschließender Kreisliga-Partie am vergangenen Samstag bei dessen 1:3-Niederlage in Berg unter die Lupe. Fazit: „Eine gute junge Mannschaft, technisch stark, und es kommen wohl noch einige dazu.“