
Nur wenige Tage nach der Trennung von Fahrudin Kuduzovic hat Rot-Weiss Wittlich einen neuen Trainer gefunden: Yusuf Emre Kasal übernimmt den aktuellen Tabellenzweiten der Rheinlandliga. Der 37-jährige Deutsch-Türke war einst als Profi in der Regionalliga bei Waldhof Mannheim sowie eine Etage höher beim SSV Jahn Regensburg aktiv und spielte zudem in der Türkei von der ersten bis zur dritten Liga.
Bis zur Winterpause stand er beim Oberligisten FC Cosmos Koblenz als Trainer unter Vertrag. Mit den Rot-Weißen strebt Kasal nun den ersehnten Aufstieg in die Oberliga an. Am Deutschen Eck ging man im Dezember „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie es damals hieß, auseinander. Eigentlich habe er bis zum Sommer eine Pause einlegen und sich weiterbilden wollen, sagte der im unterfränkischen Schweinfurt geborene Kasal, kurz nachdem er seine Unterschrift in Wittlich geleistet hatte. Als der Lockruf von Rot-Weiss kam, sei der „Reiz, im Sommer wieder etwas Besonderes zu schaffen, größer gewesen, als zu Hause zu sitzen“.
Gleich bei seiner ersten Trainingseinheit mit dem neuen Team musste Kasal improvisieren: Aufgrund der winterlichen Bedingungen ging es am Samstag in die Soccerhalle nach Kenn. Auf bessere Wetter- und Platzverhältnisse können sich der Kuduzovic-Nachfolger und seine Mannschaft spätestens ab Ende des Monats freuen, wenn es traditionell zum Trainingslager in die Türkei geht.
Was für den neuen Trainer von Rot-Weiss Wittlich spricht: „Yusuf Emre Kasal ist unsere Wunschlösung für den Trainerposten. Er bringt reichlich Erfahrung als Cheftrainer mit, trainierte in der Oberliga den TuS Mechtersheim und führte Cosmos Koblenz im Sommer zurück in die Oberliga. Er ist Inhaber der Trainer-A-Lizenz und wohnt sogar in Wittlich“, sagt Salvatore Augello, Sportlicher Leiter der Säubrenner. Und schiebt gleich hinterher: „Der Aufstieg in die Oberliga bleibt unser klar definiertes Ziel.“
Ex-Salmrohrer war Trainerkandidat in Ahrweiler: Mit dem aktuellen Spitzenreiter Ahrweiler BC ist Rot-Weiss zur Winterpause punktgleich und weist lediglich die um einen Treffer schlechtere Tordifferenz auf. In Ahrweiler hatte sich Mike Wunderlich zum Jahreswechsel Richtung West-Regionalligist Wuppertaler SV verabschiedet. Übergangsweise haben dort der Sportliche Leiter Jonny Susa und Kapitän Markus Pazurek das Training übernommen. Im Gespräch war neben Ex-Nationalspieler Jürgen Kohler unter anderem Lars Schäfer. Der frühere Coach des FSV Salmrohr, zuletzt bis Herbst 2023 in Diensten des luxemburgischen Zweitligisten Berdenia Berburg, sagte jedoch ab: „Wir konnten keine Einigung finden. Die rund 260 Kilometer hin und zurück von meinem Wohnort Trier nach Bad Neuenahr-Ahrweiler wären auf Dauer zu viel gewesen.“
Nationalspieler verstärkt die Säubrenner: Um am Ende den Sprung in die fünfte Liga zu schaffen, haben die Wittlicher noch einmal auf dem Spielermarkt nachgelegt. Jason Thayaparan soll die Abwehr verstärken. Der mittlerweile 30-Jährige hatte Regionalligist Eintracht Trier im Sommer verlassen, ein Engagement bei einem Club in Asien zerschlug sich. Deshalb bestritt der vor seiner Trierer Zeit für den SV Konz und den FSV Tarforst aktive Thayaparan in den vergangenen Monaten ausschließlich Länderspiele für die Nationalmannschaft Sri Lankas, dem Heimatland seines Vaters.
Rot-Weiss wartet mit weiteren Personalveränderungen auf: Abwehrspieler Alan Stulin (35), der im bisherigen Saisonverlauf dreimal zum Einsatz kam, hat laut Augello aus familiären Gründen sein Laufbahnende bekanntgegeben. Verlassen haben den Club außerdem Tafe Berisha (zum Rheinlandligisten FV Hunsrückhöhe Morbach) und Luca Meyer (zurück zum FSV Salmrohr). Von Salmrohr zurück zu Rot-Weiss wechselt wiederum Torwart Julius Benz.
Frank Meeth ist wieder bei Rot-Weiss: Als neuer Trainer der zweiten Mannschaft, die momentan Drittletzter der Kreisliga B15 ist und künftig als U23 firmieren soll, fungiert ab sofort Frank Meeth. Der 61-Jährige ist zudem in Doppelfunktion als Coach der Rheinlandliga-A-Jugend des JFV Wittlicher Tal tätig, dem auch Rot-Weiss Wittlich angeschlossen ist. Meeth war bis zum Frühjahr 2024 zunächst in der Ober- und anschließend in der Rheinlandliga für den FSV Salmrohr tätig. Zuvor coachte er bereits die erste Mannschaft von Rot-Weiss, ehe es Anfang April 2022 trotz 18 Siegen aus 24 Spielen zur Trennung kam.