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Diese Top-Talente verließen Gladbachs U19 - Güners Vorgänger

Vor Can Armando Güner verließen unter anderem Yunus Malli, Sinan Kurt und Noah Adedeji-Sternberg Borussias U19, um einen schnellen Weg in den Profifußball zu forcieren. Die Wechsel erregten allesamt Aufmerksamkeit. Die Gründe waren so unterschiedlich wie die Karrierewege.rn

von RP / Hannah Gobrecht · 15.02.2026, 08:00 Uhr · 0 Leser
Das ist Armando Güner.
Das ist Armando Güner. – Foto: IMAGO / Seskim Photo TR

Can Armando Güner hat in der vergangenen Woche mehrere Ziele erreicht. Zum einen wurde sein Wechsel-Hickhack mit dem feststehenden Transfer von Borussia Mönchengladbach zu Galatasaray Istanbul am späten Donnerstagabend beendet, als der türkische Erstligist verkündete, den 18-Jährigen für 350.000 Euro verpflichtet zu haben.

Zum anderen gehörte er am Sonntag im Ligaspiel gegen Çaykur Rizespor zum Profikader des türkischen Rekordmeisters. Der Spitzenreiter der Süper Lig siegte auswärts 3:0. Weltmeister Ilkay Gündogan und Leih-Rückkehrer Sacha Boey wurden unter anderem eingewechselt, Güner saß 90 Minuten auf der Bank. Ob und wann er sein Debüt feiert, bleibt abzuwarten.

Die nächste Gelegenheit gibt es am Freitag gegen Eyüpspor, in der kommenden Woche geht es für Galatasaray mit dem Play-off-Hinspiel gegen Juventus Turin in der Champions League weiter. Die Partie wird Güner allerdings von der Tribüne aus verfolgen, der Klub hat den Offensivspieler nicht für die Königsklasse nominiert.

Güner wurde mit einem Vertrag bis 2030 ausgestattet. Nun muss er sich unter zahlreichen gestandenen Profis beweisen und den Ansprüchen gerecht werden, für einen Klub aufzulaufen, der vor wenigen Monaten eine neue Zeitrechnung ausgerufen hat. Über 150 Millionen Euro wurden im vergangenen Sommer investiert, international soll Galatasaray in den nächsten Jahren um Titel mitspielen können. Vor seinem Wechsel in die Türkei zählte Güner in Gladbach nicht zum unumstrittenen Stammpersonal der U19.

Can Armando Güner hat prominente Vorgänger

Güner ist nicht der Erste, der die Chance zu einem solchen Wechsel ergreift, bevor er ein Profispiel für Borussia gemacht hat. Der FC Bayern München lockte 2014 den damals 18-Jährigen Sinan Kurt in den Süden, der Transfer wurde in jenem Sommer zum Streitfall. Die Sportdirektoren Matthias Sammer und Max Eberl äußerten sich öffentlich, Kurts Berater befeuerte die Diskussion mit Zweifeln, ob Kurts Vertrag in Gladbach nach dessen 18. Geburtstag überhaupt noch Gültigkeit besäße, ein Rechtsstreit lag in der Luft.

Letztlich einigten sich die Klubs auf eine fixe Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro. „Wir bedauern es sehr, dass Sinan Kurt die Perspektive, seinen Vertrag zu verlängern und bei uns Bundesligaspieler zu werden, ausgeschlagen hat. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass dies für ihn der beste Weg gewesen wäre“, sagte Eberl damals.

Kurt unterzeichnete einen Vierjahresvertrag, machte letztlich aber nur ein Spiel für die Profis und geriet nur ein Jahr nach seinem Wechsel aufs Abstellgleis, nachdem er aufgrund eines extravaganten Helikopterausflugs an der Côte d’Azur für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Auch bei Hertha BSC fasste der Ex-Borusse nicht Fuß, seit vergangenem Sommer kickt Kurt beim MSV Düsseldorf in der Bezirksliga – zwölf Tore und sechs Assists hat er in 18 Einsätzen seitdem gesammelt.

Yunus Malli: „Wollte wirklich bei Borussia bleiben“

Drei Jahre vor Kurt verließ Yunus Malli Gladbach ablösefrei Richtung Mainz. Ab Sommer 2010 wurde er als U19-Spieler bereits in der U23 eingesetzt, parallel liefen die Verhandlungen über einen Profivertrag. Im Januar 2011 folgte dann die Entscheidung: „Wir haben eineinhalb Jahre mit Yunus über eine Vertragsverlängerung verhandelt. Jetzt hat er uns mitgeteilt, dass er nicht verlängern wird“, sagte Eberl damals.

Auch Malli äußerte sich: „Im November wollte ich wirklich noch bei Borussia bleiben. Aber wir konnten uns nicht einigen“, sagte er. Eberl erklärte: „Es gab eine Forderung für einen Vertrag, die wollten wir nicht erfüllen. Er wollte eine Garantie haben, die wir nicht geben konnten, weil wir alle Nachwuchsspieler gleich halten.“

Kurz darauf wurde Mallis Wechsel zum FSV Mainz 05 verkündet. Malli durfte nicht mit den Gladbacher Profis ins Trainingslager reisen und lief bis Saisonende wieder für die U19 auf. 2017 wechselte er nach sechs Jahren in Mainz für 12,5 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.

211 Bundesligaspiele (36 Tore, 26 Vorlagen) hat Malli in seiner Karriere bestritten. Nach einer halbjährigen Leihe zu Union Berlin ging er 2021 in die Türkei. Seit vergangenem September ist Malli zurück in Mainz – dort ist der 33-Jährige für die U23 als Stammspieler in der Regionalliga West im Einsatz.

Adedeji-Sternberg stand mit Borges Sanches in Konkurrenz

Noah Adedeji-Sternberg steht noch am Anfang seiner Karriere. Eine Million Euro kassierte Gladbach 2023 vom KRC Genk für den damaligen U19-Spieler, der in Belgien sofort ins Profitraining integriert wurde und in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammelte.

Mittlerweile hat der Linksaußen einen Marktwert von fünf Millionen und bereits 65 Pflichtspiele (fünf Tore, fünf Vorlagen) für die Profis absolviert, aktuell ist Adedeji-Sternberg verletzt. Bei Borussia stand ihm unter anderem Yvandro Borges Sanches (seit 2025 bei Heracles Almelo aktiv) im Weg, auf dem damals vor allem die Hoffnungen der Verantwortlichen ruhten.

Güner hätte bei Borussia einen langen Anlauf benötigt, um im Dunstkreis der Profis eine Rolle zu spielen. Die Abkürzung ist verlockend, die er nun mit dem Wechsel zu Galatasaray genommen hat. In welche Richtung seine Karriere verlaufen kann, dürfte sich bereits in den kommenden Monaten zeigen.