Can Armando Güner hat prominente Vorgänger
Güner ist nicht der Erste, der die Chance zu einem solchen Wechsel ergreift, bevor er ein Profispiel für Borussia gemacht hat. Der FC Bayern München lockte 2014 den damals 18-Jährigen Sinan Kurt in den Süden, der Transfer wurde in jenem Sommer zum Streitfall. Die Sportdirektoren Matthias Sammer und Max Eberl äußerten sich öffentlich, Kurts Berater befeuerte die Diskussion mit Zweifeln, ob Kurts Vertrag in Gladbach nach dessen 18. Geburtstag überhaupt noch Gültigkeit besäße, ein Rechtsstreit lag in der Luft.
Letztlich einigten sich die Klubs auf eine fixe Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro. „Wir bedauern es sehr, dass Sinan Kurt die Perspektive, seinen Vertrag zu verlängern und bei uns Bundesligaspieler zu werden, ausgeschlagen hat. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass dies für ihn der beste Weg gewesen wäre“, sagte Eberl damals.
Kurt unterzeichnete einen Vierjahresvertrag, machte letztlich aber nur ein Spiel für die Profis und geriet nur ein Jahr nach seinem Wechsel aufs Abstellgleis, nachdem er aufgrund eines extravaganten Helikopterausflugs an der Côte d’Azur für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Auch bei Hertha BSC fasste der Ex-Borusse nicht Fuß, seit vergangenem Sommer kickt Kurt beim MSV Düsseldorf in der Bezirksliga – zwölf Tore und sechs Assists hat er in 18 Einsätzen seitdem gesammelt.
Yunus Malli: „Wollte wirklich bei Borussia bleiben“
Drei Jahre vor Kurt verließ Yunus Malli Gladbach ablösefrei Richtung Mainz. Ab Sommer 2010 wurde er als U19-Spieler bereits in der U23 eingesetzt, parallel liefen die Verhandlungen über einen Profivertrag. Im Januar 2011 folgte dann die Entscheidung: „Wir haben eineinhalb Jahre mit Yunus über eine Vertragsverlängerung verhandelt. Jetzt hat er uns mitgeteilt, dass er nicht verlängern wird“, sagte Eberl damals.
Auch Malli äußerte sich: „Im November wollte ich wirklich noch bei Borussia bleiben. Aber wir konnten uns nicht einigen“, sagte er. Eberl erklärte: „Es gab eine Forderung für einen Vertrag, die wollten wir nicht erfüllen. Er wollte eine Garantie haben, die wir nicht geben konnten, weil wir alle Nachwuchsspieler gleich halten.“
Kurz darauf wurde Mallis Wechsel zum FSV Mainz 05 verkündet. Malli durfte nicht mit den Gladbacher Profis ins Trainingslager reisen und lief bis Saisonende wieder für die U19 auf. 2017 wechselte er nach sechs Jahren in Mainz für 12,5 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.
211 Bundesligaspiele (36 Tore, 26 Vorlagen) hat Malli in seiner Karriere bestritten. Nach einer halbjährigen Leihe zu Union Berlin ging er 2021 in die Türkei. Seit vergangenem September ist Malli zurück in Mainz – dort ist der 33-Jährige für die U23 als Stammspieler in der Regionalliga West im Einsatz.
Adedeji-Sternberg stand mit Borges Sanches in Konkurrenz
Noah Adedeji-Sternberg steht noch am Anfang seiner Karriere. Eine Million Euro kassierte Gladbach 2023 vom KRC Genk für den damaligen U19-Spieler, der in Belgien sofort ins Profitraining integriert wurde und in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammelte.
Mittlerweile hat der Linksaußen einen Marktwert von fünf Millionen und bereits 65 Pflichtspiele (fünf Tore, fünf Vorlagen) für die Profis absolviert, aktuell ist Adedeji-Sternberg verletzt. Bei Borussia stand ihm unter anderem Yvandro Borges Sanches (seit 2025 bei Heracles Almelo aktiv) im Weg, auf dem damals vor allem die Hoffnungen der Verantwortlichen ruhten.
Güner hätte bei Borussia einen langen Anlauf benötigt, um im Dunstkreis der Profis eine Rolle zu spielen. Die Abkürzung ist verlockend, die er nun mit dem Wechsel zu Galatasaray genommen hat. In welche Richtung seine Karriere verlaufen kann, dürfte sich bereits in den kommenden Monaten zeigen.